Zahlreiche Verletzte – sechs vorläufige Festnahmen
Gewalt überschattet Westfalen-Derby

Bielefeld (WB/hz). Ausschreitungen haben das Westfalen-Derby zwischen Arminia Bielefeld und Preußen Münster überschattet. Der 2:1-Heimsieg der Arminen war eines der gewalttätigsten Fußballspiele der vergangenen Jahre.

Montag, 20.04.2015, 09:33 Uhr aktualisiert: 21.04.2015, 09:00 Uhr
Zahlreiche Verletzte – sechs vorläufige Festnahmen : Gewalt überschattet Westfalen-Derby
Randale nach der Ankunft: Polizisten haben Ultra-Fans und Hooligans der Münsteraner Szene, die Hassparolen gegen Bielefeld skandieren, auf der Jöllenbecker Straße umstellt. Foto: Thomas F. Starke

Weil Anhänger aus Münster auf dem Weg vom Bahnhof zum Stadion Böller zündeten, erlitten fünf Polizisten ein Knalltrauma und mussten ins Krankenhaus.

Bei Abpfiff im Stadion eskaliert die Situation vollends. Randalierer aus den Reihen der Münsteraner lassen ihrem Frust über die Niederlage freien Lauf. Zuerst schnappt sich ein Preußen-Anhänger eine Arminia-Fahne von der Osttribüne und übergibt die Trophäe den eigenen Leuten im angrenzenden Gästeblock.

Preußen-Fans erbeuten eine DSC-Fahne.

Preußen-Fans erbeuten eine DSC-Fahne.

Ein DSC-Ordner entreißt kurz darauf das Beutestück den jubelnden Preußen-Fans.

Nach einem Gerangel...

Nach einem Gerangel...

...bringt ein Ordner die DSC-Fahne an.

...bringt ein Ordner die DSC-Fahne an.

Der Münsteraner Fahnendieb wird gestellt, von Polizisten erkennungsdienstlich behandelt und erhält als Sofortmaßnahme ein Hausverbot für die Schüco-Arena, sagt am Sonntag der DSC-Sicherheitsbeauftragte André Windmann. Nun droht dem Tatverdächtigen darüber hinaus ein bundesweites Stadionverbot.

Nach dem Spiel versuchten 350 Preußen-Fans vom Gästebereich zur Haupttribüne durchzudringen. Den Angreifern sei es gelungen, ein Tor im ersten Sperrzaun aufzuhebeln und bis zum zweiten Zaun direkt vor die Tribüne vorzudringen, berichtet der direkt am Geschehen beteiligte DSC-Sicherheitschef. Arminen-Ordner und Polizisten, die zu Hilfe geeilt seien und Reizgas gegen die Hooligans eingesetzt hätten, hätten beim Verhindern des Durchbruchs in Lebensgefahr geschwebt. Einige Preußen-Fans hätten altes Baumaterial vom ehemaligen Gästeeingang – ein Meter lange und drei Zentimeter dicke Eisennägel zum Befestigen von Gittern – auf die Beamten und den Ordnungsdienst geworfen.

Mindestens drei Ordner, sechs Beamte und 13 Gewalttäter seien Polizeiangaben zufolge verletzt worden. Es gab sechs vorläufige Festnahmen. Der Rettungsdienst der Alm meldet 32 Hilfeleistungen – doppelt so viele wie sonst bei einer ausverkauften Alm üblich sind.

Kommentare

franz.B  schrieb: 20.04.2015 17:49
Wann lernen Legislative und Judikative endlich,?
Nach den Berichterstattungen über Sach- und Personenschäden, hier speziell nach dem 3.Lige-Spiel gegen Münster, wird darüber geschrieben, dass es sechs v o r l ä u f i g e Festnahmen gab. Diese Straftäter werden also noch am gleichen Tag von ihren Hooligans als Helden gefeiert und können in Münster unbehelligt als " Rächer " herum laufen.- Die Signalwirkung ist fatal. Bei der nächsten Gelegenheit wird es genau so gemacht.
Wann wachen Gesetzgeber und Gerichtsbarkeit auf ???
1 Kommentare
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