Arminia und der SC Paderborn äußern sich zur Debatte um die TV-Gelder - Sitzung der Zweitligisten
Meinke: An Verteilung nicht rütteln

Bielefeld/Paderborn (WB/jen/MR). Arminia Bielefelds Geschäftsführer Gerrit Meinke hat sich vor dem Treffen der Zweitligisten Dienstagabend im Stadion des FSV Frankfurt klar zum Thema TV-Gelder positioniert.

Mittwoch, 02.12.2015, 11:57 Uhr aktualisiert: 02.12.2015, 12:27 Uhr
Arminia und der SC Paderborn äußern sich zur Debatte um die TV-Gelder - Sitzung der Zweitligisten : Meinke: An Verteilung nicht rütteln
Fußball im Fernsehen: Bundesliga-Absteiger SC Paderborn nahm für die Übertragungen knapp 20 Millionen Euro ein. Foto: Besim Mazhiqi

»Unser Ziel ist, dass an der Verteilung der Gelder an die Erst- und Zweitligisten von 80 zu 20 Prozent nicht gerüttelt wird. Wir fahren am besten damit, den Solidargedanken fortzuführen. Müssten sich die Vereine selbst vermarkten, würden Klubs wie Bayern München und Dortmund profitieren, für uns wäre das aber sicher von Nachteil«, sagte Meinke. Der 48-Jährige würde sich allerdings wünschen, dass die Zweitligisten mehr Geld durch die Auslandsvermarktung einnehmen: »Da sehe ich signifikantes Steigerungspotenzial.«

Die TV-Vermarktung

Die TV-Vermarktung stellt die wichtigste Einnahmenquelle der 1. und 2. Fußball-Bundesliga dar. In der laufenden Saison erwarten die 36 Profiklubs insgesamt rund 850 Millionen an TV-Einnahmen. In der vergangenen Saison zahlte die Deutsche Fußball Liga insgesamt 709,5 Millionen Euro aus. Davon stammen 642 Millionen aus der Inlands- und 67,5 Millionen aus der Auslands-Vermarktung. 80 Prozent des Geldes erhalten die Erstligisten, 20 Prozent die Zweitligisten. Für die Verteilung des Geldes aus der Inlands-Vermarktung gilt ein 2:1-Schlüssel mit Fünfjahreswertung.

Dazu kommen die Einnahmen aus dem Ausland, die vor allem abhängig von den Erfolgen der einzelnen Klubs verteilt werden. In der Saison 2014/15 erhielt der Meister FC Bayern München 50,605 Millionen Euro. Davon stammten rund 75 Prozent aus dem Inland. Absteiger SC Paderborn kassierte immerhin noch 19,868 Millionen. Selbst der Zweitligist mit den geringsten Einnahmen aus dem TV-Topf, der 1. FC Heidenheim, bekam noch 5,066 Millionen überwiesen.

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Meinke will sich für »weiche Faktoren« stark machen

Außerdem will sich Meinke dafür stark machen, dass so genannte »weiche Faktoren« wie Faninteresse und TV-Einschaltquoten zu Gunsten der Traditionsklubs mit in die Bewertung einfließen. Das wichtigste Kriterium solle aber der sportliche Erfolg bleiben. Der Arminia-Geschäftsführer war sich gestern Nachmittag sicher, dass es den Zweitligavereinen gelingt, eine gemeinsame Position zu erarbeiten. »Wir sollten auch genug Selbstbewusstsein haben, mit einem gemeinsamen Ziel in die Mitgliederversammlung mit den Erstligisten zu gehen«. Diese findet heute in einem Frankfurter Hotel  statt.

Den Antrag des FC St. Pauli hatte Meinke natürlich gelesen und war zunächst überrascht. Die Forderungen seien   »über das Maximum hinaus gegangen«. Inzwischen hätten sich laut Meinke, der auch mit Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig telefonierte, die Wogen geglättet. Aus seiner  Sicht sei es St. Paulis Ziel gewesen, eine Diskussion anzustoßen. Das wurde erreicht. Dass die Regelung »50+1« geschützt werden solle, »hat die volle Unterstützung von Arminia Bielefeld«, sagte Meinke weiter.

SCP hält sich bedeckt

Der SC Paderborn hielt sich am Dienstag sehr bedeckt. Der Geschäftsführende Vizepräsident Martin Hornberger  begründete seine Zurückhaltung so: »Wir haben noch erheblichen Informationsbedarf und wollen zunächst die Diskussionen abwarten.« Bereits gestern Mittag gab es beim SCP eine interne  Besprechung, in die Sitzung der Zweitligisten am  Abend ging  Hornberger   mit diesem Ziel: »Wir wollen  mit einer Meinung in die Mitgliederversammlung der DFL gehen.«

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