>

Di., 23.05.2017

Arminias Sportchef plant neue Saison – Saibene sucht eine Wohnung DSC-Präsident Laufer: »Arabi bleibt«

Sportchef Samir Arabi kann die Planungen für die neue Saison intensivieren. Er bleibt definitiv im Amt.

Sportchef Samir Arabi kann die Planungen für die neue Saison intensivieren. Er bleibt definitiv im Amt. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier und Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Der ausgelassenen Party folgt die nüchterne Analyse: N ach dem Klassenerhaltskrimi in Dresden haben die Verantwortlichen des DSC Arminia um Sportchef Samir Arabi bereits damit begonnen, die vergangene Zweitligasaison aufzuarbeiten und die neue zu planen.

»Es gibt jetzt eine große interne Gesamtanalyse. Mit dem Trainerteam hat diese bereits begonnen«, sagte Arabi am Montag. Das gelungene Saisonende und die bemerkenswerte Bilanz unter Trainer Jeff Saibene (14 Punkte aus neun Spielen) darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch viel schief gelaufen ist. »Keiner ist frei von Fehlern. Wir haben uns nie hingestellt und gesagt, dass wir keine Fehler gemacht haben«, räumte Arabi ein. Entscheidend sei aber, »dass man versucht, den einen oder anderen Fehler nicht noch mal zu machen«.

Arabi sind Fehler bei der Zusammenstellung des Kaders und der Besetzung des Trainerpostens unterlaufen. Der 38-Jährige sagte aber auch: »Man muss der Realität ins Auge sehen und bedenken, was für Schwergewichte mit dem Karlsruher SC, der vor zwei Jahren noch um den Bundesligaaufstieg gespielt hat, und dem TSV 1860 München, der ganz andere finanzielle Möglichkeiten hat als wir, jetzt absteigen beziehungsweise in die Relegation müssen. Irgendwann muss man beginnen, dafür die Augen zu öffnen. Ich finde es enttäuschend, wie realitätsfremd der eine oder andere ist und glaubt, was hier für Kracher oder Millionenspieler geholt werden müssen. Da kann ich nur den Kopf schütteln.«

»Selbstverständlich bleibt Herr Arabi im Amt«

Gemeinsam mit Saibene werde er nun beginnen, hinsichtlich der kommenden Spielzeit »die Vorstellungen des Trainers umzusetzen«. Um seinen Job braucht er schließlich nicht mehr zu fürchten. »Selbstverständlich bleibt Herr Arabi im Amt. Etwas anderes stand nie zur Debatte«, sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer am Montag: »Es gibt sicher Stimmen, die sagen, Arabi muss weg. Aber danach wählen wir ja nicht die Besetzung unserer Geschäftsführung aus.«

Ob dieser Treueschwur die öffentlichen Diskussionen um den Sportchef sofort beenden wird, ist zweifelhaft. Allerdings hat Arabis gutes Händchen bei der Wahl des dritten und letzten Cheftrainers dieser Saison diese Debatte etwas entschärft. Saibene ist Bielefelds neuer Liebling. Die Fans huldigten dem Coach in Dresden mit einem großen Plakat. Dabei bedienten sie sich eines deutschen 60er-Jahre-Schlagers der dänischen Sängerin Dorthe Kollo:  »Oh pardon, sind Sie der Graf von Luxemburg?«

Am Montag sagte Saibene: »Es ist mir etwas peinlich, aber ich kannte den Schlager nicht. Ich habe meiner Frau und meinem Vater davon erzählt. Sie haben gesagt: ›Es kann doch gar nicht sein, das du das Lied nicht kanntest.‹ Ich war wohl der einzige Luxemburger, der es nicht kannte.« Der 48-Jährige sprach von einer »super Aktion der Fans«. Noch in der Nacht nach dem Spiel habe er den Song zum ersten Mal angehört.

Laufer outet sich als Fan des Luxemburgers

Auch Präsident Laufer outete sich als Fan des leisen Luxemburgers. »Es ist ganz hervorragend, was der gute Herr Saibene gemacht hat. Wir wollen nun schnellstmöglich eine Einigung mit ihm erzielen.« Lange kann es nicht mehr dauern.  Am Montag hatte Saibene, der bislang in einem Bielefelder Hotel wohnte, bereits einen Wohnungsbesichtigungstermin. Dass Arabi im Amt bleibt, wird den Trainer zusätzlich bestärken, in Kürze einen neuen Kontrakt zu unterschreiben. »Für mich ist schon entscheidend, dass er bleibt. Ich arbeite sehr gut und sehr gerne mit ihm zusammen«, betonte Saibene.

Auf die Frage, woran die Verlängerung seines am 30. Juni auslaufenden Vertrags dann überhaupt noch hake, antwortete der zweifache Familienvater: »Bisher war das Engagement für zwei Monate vereinbart. Wenn ich jetzt unterschreibe, dann für Minimum zwei Jahre. Das muss man mit der Familie besprechen.« Nach dem Klassenerhalt könne er jetzt aber erst mal »mit einem guten Gewissen nach Hause fahren«.

Kommentare

Mit Arabi gehen wir schweren Zeiten entgegen

@Chef-Oberplaner
Großartiger Beitrag und besser kann man unsere
Situation nicht beschreiben. Mit Arabi werden wir
keine Zukunft haben

So ist es...

Leiht man einen Spieler aus den man nicht verpflichten kann, weil die Ablöse zu hoch ist oder der Verein nicht abgeben möchte, muss man diesen meist wieder ziehen lassen. Das ist natürlich nicht nachhaltig für eine langfristige Verstärkung des Kaders. Kann aber durchaus sinnvoll sein. Ein Beispiel ist Yabo. Der war nicht bei 100%, aber eine echte Verstärkung im Abstiegskampf. Das er mit seinem Potenzial nicht 2. Liga spielen möchte ist auch verständlich. Für mich ist das eine Win-Win-Win Situation. Arminia ist nicht abgestiegen - Yabo konnte Spielen - Salzburg kann jetzt wieder mit ihm planen.
Also der Mix macht's. Daher, wer keine Kohle hat, günstige Perspektivspieler verpflichten und teuere Profis punktuell ausleihen und dann auf den Klassenerhalt hoffen. Wenn dann mal alles zusammen passt kann es auch mal nach Oben gehen.

Na denn...

Sicherlich ist es so, dass die Schreiber hier nicht so viel Kenntnis über die Möglichkeiten und Einschränkungen haben, denen Arabi unterworfen ist. Aber die objektive Analyse, nämlich schlicht und ergreifend die Ergebnisse der letzten Jahre, kann man auch - oder vielleicht sogar besser - von außen vornehmen. Dazu gehört für mich auch, dass in keiner einzigen Saison ein Transferüberschuss erzielt werden konnte. Da ist kein einziger Spieler mit Gewinn transferiert worden. Talente ausleihen und diese für andere Vereine aufbauen ist auf Dauer keine Lösung. Besonders schlimm, wenn wie bei Alex Schwolow auch noch Rückgabeklauseln unterschrieben werden. Daraus folgt schließlich: ist ein Spieler gut, dann ist er sofort wieder weg - ist er schlecht, dann können wir ihn weiterbezahlen. Wo ist da der Vorteil für den DSC? Ich mache Herrn Arabi gar keine Vorwürfe, aber ich halte ihn eben für die Ansprüche, die Arminia an sich selbst hegen sollte, nicht für ausreichend qualifiziert.

Aus Fehlern lernen

Ich habe die Hoffnung, das Arabi schlau ist und versucht Jeffs Wünsche umzusetzen. Aber bitte keine ausgemusterten oder verletzte Altstars verpflichten. Hochbezahlte etablierte Spieler werden nicht kommen. Also wieder mit Risiko Perspektivspieler verpflichten und weiterentwickeln. So kann man sich von Jahr zu Jahr kontinuierlich verbessern und eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. Aber die Abstiegsangst wird immer mitspielen.
So jetzt das vergangene abhaken und immer unter dem Motto Qualität vor Quantität eine neue Mannschaft zusammenstellen. Viel Glück dabei!!!

Arabi ist nicht der Richtige

@franz.B
Walburgis war schon mein Wunschtrainer, als
Frontzeck entlassen wurde und ich bin sicher, das er uns auch gerettet hätte.
Ansonsten bin ich haargenau der Meinung
von @Begenas.
Das sind klare Fakten, die eindeutig zeigen, das
Herr Arabi ein großes Risiko darstellt.

So ist es halt

Wer hat Krammny noch eine Option eingebaut bei Nichtabstieg- Verlaengerung um ein Jahr.?So bloed kann doch ein Mensch gar nicht sein . Arabi und kein anderer , aber davon hoert man und liest man nichts ( Wie teuer ist die Verlaengerung). Herr Laufer erklaeren sie uns das mal. Bei den Schulden die man hat. Brandy einen Rentenvertrag gegeben , der hat sich vielleicht gefreut, denn kein anderer Verein wollte ihn mehr.Man koennte noch viel aufzaehlen aber das lassen wir mal. Herr Laufer sie sind genau so unfaehig wie ihr Herr Arabi. Macht so weiter .Die Paderborner haben uns es ja vorgemacht.( jetzt vierte Liga ) Zulange an Leuten festgehalten die es einfach nicht konnten. Freut euch mal naechste Saison wird es nicht besser. Ich hoffe der Trainer schleift sich nicht zu schnell ab.

@ waterböhr

...dann müssten der Millionen schwere Ian Ayre ( vormals Liverpool) bei 1860 und Oliver Kreuzer beim KSC sofort entlassen werden. Dort haben sehr namhafte Fußballer versagt.
Statt Kramny stand Walpurgis auf Arabis Liste, den hat der Aufsichtsrat abgelehnt.
Die Stammelf von Arminia war tauglich, ebenso einige Spieler des weiteren Kaders. Die Abstimmungen passten nicht. Zu Rehm am Anfang der Saison haben 95 % der Arminenfans ja gesagt und große Hoffnungen gehegt. Also lieber Waterböhr Kritik nochmals überarbeiten, denn eine falsche Anlyse macht nichts besser.

Schlechte Entscheiung

Herr Laufer, das passt zu Ihnen und dem
Präsidium.
Der Verursacher dieser total verkorksten Saison
darf bleiben.
Ich halte das für ein zu großes Risiko.

8 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4865973?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F