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Fr., 05.01.2018

Arminia ist optimistisch, sich aus prekärer Finanzlage befreien zu können Lösungen in Sicht

Der kaufmännische Geschäftsführer Markus Rejek, Präsident Hans-Jürgen Laufer und Sportgeschäftsführer Samir Arabi (von links).

Der kaufmännische Geschäftsführer Markus Rejek, Präsident Hans-Jürgen Laufer und Sportgeschäftsführer Samir Arabi (von links). Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld(WB). Turbulenzen gehören bei Arminia Bielefeld zum Geschäft . Seit Jahren ist der DSC wirtschaftlich angeschlagen – auch jetzt wieder. Es gibt aber berechtigte Hoffnung für den mit gut 22 Millionen Euro verschuldeten Zweitligisten, nicht nur die akuten Lizenzprobleme kurzfristig zu lösen, sondern auch eine auf lange Sicht angelegte Per­spektive zu schaffen.

So zeichnet sich ab, dass der Verein seine Probleme in den Griff bekommen könnte . Zum Beispiel beim Thema Lizenz: Bis zum 15. Januar muss der Klub im Nachlizenzierungsverfahren nachbessern, um einer Strafe wie einem Punktabzug zu entgehen – und ist mit diesen Bemühungen auf der Zielgerade. »Wir stehen in Kontakt mit Vertretern der DFL und sind davon überzeugt, dass wir das Nachlizenzierungsverfahren erfolgreich abschließen«, erklärt Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek und ergänzt: »Stets bedurfte es enormer Energie, die Lizenzierungsverfahren der DFL positiv abzuschließen. Dabei lief Arminia Gefahr, seine Zukunft zu verkaufen. Wir wollen erreichen, dass uns die Zukunft auch Gewinne bringt.«

Interne Versäumnisse aufarbeiten

Vermutlich wäre die jetzt so bedrohliche Situation sogar größtenteils vermeidbar gewesen. Zu optimistische Kalkulationen für das Lizenzierungsverfahren im Sponsorenbereich und im Merchandising haben den Verein unter Handlungsdruck gesetzt. Nun ist der DSC gezwungen, seine Versäumnisse intern aufzuarbeiten und die Gremien zu hinterfragen, weil offenkundig nachlässig gearbeitet und nicht ausreichend kontrolliert wurde.

In der Gesamtbetrachtung wurde deshalb Markus Rejek, der seinen Dienst beim DSC erst am 1. Oktober angetreten hat, vom Umfang der Finanzlage überrascht, wie der 49-Jährige gesteht: »Hätte ich von dem Ausmaß gewusst, wäre ich wohl mit meinem Koffer in München geblieben.«

Langfristig hoffen die Arminen auf die positive Wirkung eines von Rejek angestoßenen Sanierungskonzepts . Dass dies, wie berichtet, auf dem Zusammenwirken von ostwestfälischen Unternehmern und Banken basiert, die dem Klub mit frischen Finanzen und Schuldenerlass unter die Arme greifen wollen, will beim DSC niemand bestätigen. »Es wurde ein Prozess eingeleitet, um gemeinsam mit unseren Partnern ein Modell zu entwickeln, das Arminia zukunftsfähig aufstellen soll. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Wir befinden uns weiterhin in Gesprächen und Verhandlungen, die wir öffentlich nicht kommentieren möchten«, sagte Rejek.

Lizenzierungsgetriebene Planung

Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTS sind die Gespräche auf einem guten Weg. Kommen sie zum Abschluss, könnte sich der DSC aus der Spirale der lizenzierungsgetriebenen Planung befreien. Statt von Lizenzierung zu Lizenzierung erneut Gläubiger und Geldgeber um Hilfe bitten zu müssen, um Lücken zu schließen, ergäbe sich durch ein erfolgreiches Sanierungskonzept nach vielen Jahren wieder die Option, langfristig und eigenständiger zu handeln.

Vor dem Jahreswechsel waren die aktuellen Missstände wie eine Unterdeckung im laufenden Etat offengelegt worden (das WESTFALEN-BLATT berichtete). Zudem machte das WESTFALEN-BLATT die Entlassung von Gerrit Meinke öffentlich : Vor Weihnachten wurde der Geschäftsführer der Stadiongesellschaft (Alm KG) vom Klub gefeuert. »Der Beschluss des Beirates, Gerrit Meinke abzuberufen, ist Bestandteil einer Neustrukturierung der Stadiongesellschaft, die nicht die erhofften Ergebnisse erzielen konnte. Wir sahen uns gezwungen, die Kostenstruktur zu verändern und die Alm KG effizienter aufzustellen«, sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer am Donnerstag.

Kommentare

Wo ist der Held, der mit seinem Geld, die letzte Runde bestellt?

Ja, auch Ich vertraue der ostwestfälischen Wirtschaft!
Glaubt man dem in der Regel immer recht gut informierten @Blocky, so scheint in Bielefeld und um Bielefeld herum, inzwischen ja weitestgehend Konsens darüber zu herrschen, der Arminia nun nachhaltig (wieder) auf solidere Beine zu helfen. Gut so!
Denn wenn’s was würde, wäre das m.E. sehr sehr gut für die Arminia, sehr schön für die vielen (besonders) treuen (leidgeprüften) Fans der Arminia, gut für die Stadt (Bekanntheitsgrad, sog. weicher Standortfaktor) gut für die Wirtschaft selbst (Geld was hier ausgegeben wird, Übernachtungen, Arbeitsplätze usw.).
Also wenn’s tatsächlich was würde, wäre das für mich letztendlich „DAS“ Zeichen für die Stärke des hiesigen Wirtschaftsstandortes!
Doch Vorsicht, unsere Konkurrenz schläft nicht. Noch ist unsere Abwehr leider zu häufig noch viel zu löchrig u. auch wenn „Träumer“ wie @fomi davon einfach nix wissen möchten, noch haben wir den Klassenerhalt leider nicht in der Tasche. Erster und wichtigster Schritt für eine hoffentlich bessere Zukunft wäre daher für mich, hier in der Winterpause nach Möglichkeit noch nachzubessern, was m.E. kurzfristig für vergleichsweise sogar recht wenig Kohle möglich sein sollte…

Europa wir kommen..

Die Spatzen pfeifen die große Lösung von den Dächern.Sehr guter Bericht hier.Vielen Dank.Ich freue mich auf den Aufstieg und damit auf Europa.Andere Anhänger träumen dann immer noch vom Westfernsehen und netten Wochenenden im Elbsandsteingebirge...mehr wird's dahinten wohl kaum werden.

10 Kommentare

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