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Do., 18.01.2018

Arminias langjähriger Geldgeber zieht sich zurück – Kritik am Aufsichtsrat, Lob für Rejek Weber: »Auf einem guten Weg«

»Ich gehe immer noch gerne ins Stadion und schaue mir Arminia an«, sagt Gerhard Weber (links im Bild).

»Ich gehe immer noch gerne ins Stadion und schaue mir Arminia an«, sagt Gerhard Weber (links im Bild). Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/jen). Die Rolle des Arminia-Retters hat Gerhard Weber in den vergangenen Jahren mehr als nur einmal ausgefüllt. »Ich erinnere mich an noch schlimmere Dinge, die ich mit Arminia erlebt habe. Da musste ich auch schon mal kurz vor dem Ende der Abgabefrist noch selbst beim DFB anrufen. Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei.«

Auch jetzt ist der 76-Jährige maßgeblich an der Sanierung des DSC beteiligt. DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer dankte dem Gründer der Gerry Weber AG am Mittwoch auf der Pressekonferenz mehrfach und ausdrücklich für die langjährige Unterstützung.

Weber selbst hatte eine Stunde zuvor im Gespräch mit dieser Zeitung seine Rolle klein gehalten. »Ich habe meinen Beitrag geleistet«, sagte er nur und wollte sich nicht als »Heilsbringer« ins Licht gerückt sehen.

Fakt ist aber, dass Weber in der neuen Konstellation »eine besondere Rolle einnimmt«, wie Arminia bereits erklärt hatte. Offiziell zieht sich Weber nun zurück.

Schuldenberg in dieser Saison nicht nachzuvollziehen

Er hoffe, dass beim DSC »jetzt Ruhe einkehrt. Das kann man Arminia und der ganzen Region nur wünschen. Sie sind auf einem guten Weg.«

Nicht nachvollziehen kann der Unternehmer allerdings, dass sich in dieser Saison schon wieder so ein immenser Schuldenberg aufgetürmt hatte. »Ich war geschockt über dieses Defizit. Das darf nicht passieren. Es geht eben nicht, dass man zu viel Geld ausgibt, wenn man nicht genug einnimmt«, sagte Weber.

Er kritisierte auch das Kontrollgremium, den Aufsichtsrat. »Da muss besser aufgepasst, mehr kontrolliert werden. Der Aufsichtsrat muss immer fordern, alles muss auf den Tisch. Da muss ich dann vielleicht auch mal eine Sitzung mehr einberufen.«

Über Rejek: »Das ist ein guter Mann, der denkt, bevor er redet«

Weber sprach auch über den früheren Finanzvorstand der Gerry Weber AG, Dr. David Frink. Der saß bis zu seinem Ausscheiden aus der Gerry Weber AG im November als Weber-Vertreter im Aufsichtsrat des DSC. »Durch ihn gab es wohl auch keine vernünftige Kontrolle. Das ist kein Vorwurf, sondern lediglich eine Feststellung«, sagte Gerhard Weber.

Dass die Finanzlücke auch entstanden sein soll, weil im Bereich Merchandising Fehler gemacht worden sein sollen, kann der Modeunternehmer nicht nachvollziehen. »So darf man es nicht machen. Heutzutage ist es doch kein Problem, zum Beispiel T-Shirts nachzuproduzieren. Wurde so etwas im Aufsichtsrat besprochen? Ich bezweifle es«, sagte Weber.

Seine Hoffnungen auf eine bessere Zukunft setzt Gerhard Weber besonders in Markus Rejek, den kaufmännischen Geschäftsführer. »Das ist ein guter Mann, der denkt, bevor er redet. Bei 1860 München hat er ja auch schon einiges erlebt«, sagte Weber. Den Traum von der Erstligarückkehr hat auch er noch nicht aufgegeben. »Aber erst mal müssen die Finanzen in Ordnung sein, dann kann man weitersehen.«

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