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So., 15.07.2018

Neuzugang Edmundsson will aber auch am Ball für Furore sorgen Das Laufwunder aus Toftir

Neuzugang Joan Simun Edmundsson (rechts) im Trainigslager.

Neuzugang Joan Simun Edmundsson (rechts) im Trainigslager. Foto: Thomas F.Starke

Kaprun (WB). Ausdauer zu beweisen, damit kennt sich Jóan Símun Edmundsson aus. Erst im zweiten Anlauf klappte es mit einem Wechsel zu Arminia Bielefeld. Er ist damit der erste Fußballer der Färöer-Inseln, der es in die 2. Bundesliga geschafft hat.

Es lief nicht immer alles so glatt für den 26-Jährigen. Edmundsson formuliert das so: »Meine Karriere hatte einige Auf und Abs. Jetzt ist es aber schön für mich zu sehen, dass es in die richtige Richtung geht.« Schon als 18-Jähriger machte der Offensivspieler aus dem kleinen Ort Toftir (etwa 800 Einwohner) den englischen Klub Manchester City auf sich aufmerksam, wo er ein Probetraining absolvierte. Einen Vertrag bekam er nicht, später folgte der Wechsel zu Newcastle United. Für den Klub absolvierte Edmundsson allerdings kein Profispiel. In den Folgejahren hießen die Stationen Stavanger (Norwegen) und Fredericia (Dänemark), ehe er 2014 in seine Heimat zurückkehrte.

Dort genießt der Neu-Armine spätestens seit dem 14. November 2014 Heldenstatus. Im Spiel der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 erzielte er den 1:0-Siegtreffer in Griechenland. »Das war natürlich eine große Sache. Aber ein Held? Das bin ich sicher nicht«, sagt er und spricht lieber über die Begeisterung seiner Landsleute. »Fußball ist bei uns sehr populär. Auf den Färöer leben 50.000 Menschen, und bei unseren Länderspielen gucken 5000 zu«, sagt Edmundsson und erinnert sich an seine Schulzeit: »In den Jugendmannschaften musste jeder aus meiner Klasse mitspielen, damit wir genug Spieler hatten.« Mit bisher sechs Länderspieltoren in 47 Einsätzen seit 2009 ist Edmundsson auf einem guten Weg, Rekordtorschütze seines kleinen Heimatlandes (aktuell Platz 90 in der Fifa-Weltrangliste) zu werden. Vier Treffer fehlen ihm derzeit noch.

2016 schon bei Arminia vorgespielt

Im Januar 2016 spielte er schon einmal bei Arminia vor. Damals konnte er Sportchef Samir Arabi und Trainer Norbert Meier im Probetraining nicht überzeugen. Das war in diesem Sommer anders. Von Odense BK, wo er hingewechselt war, als sich seine Bielefeld-Hoffnung damals zerschlagen hatte, lotste ihn Arabi nach Ostwestfalen. »Damals passte es nicht, heute bin ich aber einfach auch ein besserer Spieler«, erklärt Edmundsson.

Verbessert hat er sich auch konditionell. Das war im Trainingslager bei einer intensiven Laufeinheit zu beobachten, bei der er seine Teamkollegen in Grund und Boden lief und danach aussah, als wäre nichts gewesen. »Doch doch, ich war schon müde«, versichert der Färinger. Die Eingewöhnung in Bielefeld läuft auch schon gut. Noch wohnt Edmundsson im Hotel, aber ab August hat der Single eine Wohnung. Aktuell wird alles für den Umzug vorbereitet, »meine Familie hilft dabei. Sie freuen sich schon, nach Bielefeld zu kommen. Denn bei uns zu Hause ist es meist sehr kalt«, erzählt er lachend.

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