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Sa., 18.08.2018

Arminia: In Stendal darf der Stürmer endlich von Beginn an ran – mit Video Jetzt schlägt Schipplocks Stunde

Große Rotation: Trainer Jeff Saibene setzt im Pokalspiel sieben bis acht neue Spieler ein, darunter Sven Schipplock.

Große Rotation: Trainer Jeff Saibene setzt im Pokalspiel sieben bis acht neue Spieler ein, darunter Sven Schipplock. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Sollte es tatsächlich einen Arminen geben, der die Dienstreise zum Erstrundenpokalspiel in Stendal (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) als bessere Kaffeefahrt versteht, kann er zur Sicherheit ja noch mal höflich bei Sven Schipplock nachfragen.

Drei Mal hat der DSC-Angreifer in der ersten Runde schon sein blaues Wunder erlebt. 2012 ging er mit Hoffenheim beim Regionalligisten Berliner AK unter (0:4). 2015 erwischte es ihn im Trikot des Hamburger SV beim Viertligisten Carl-Zeiss Jena (2:3 nach Verlängerung). In der Vorsaison stolperte Schipplock mit den Hanseaten trotz 70-minütiger Überzahl beim Drittligisten VfL Osnabrück (1:3). Und diesmal?

»Die erste Runde bei einem niederklassigen Klub ist immer tückisch. Aber es ist einfach unsere Pflicht, bei einem Fünftligisten weiterzukommen«, sagt der 29-Jährige.

»Druck erhöhen«

Eine weitere Pokal-Peinlichkeit will der Stürmer sich ersparen. Zumal die Partie im mittlerweile so gut wie ausverkauften Stadion am Hölzchen (3040 Plätze, in Bielefeld sind alle 1020 Gästekarten abgesetzt worden) seit seinem Wechsel vom HSV zum DSC Schipplocks erstes Pflichtspiel von Beginn an sein wird.

In der 2. Liga gab Trainer Jeff Saibene bislang dem Duo Fabian Klos/Andreas Voglsammer den Vorzug. »Es ist mein Ziel, den Druck auf die beiden zu erhöhen. Ich werde versuchen, mit Toren auf mich aufmerksam zu machen«, kündigt Schipplock an.

Mangelnde Praxis

Dass der prominenteste Neuzugang dieses Sommers über einen Jokereinsatz beim jüngsten 2:1 gegen Dresden bisher nicht hinausgekommen ist, habe seine Gründe. Schipplock räumt ein, dass er in der Vorbereitung »nicht ganz die Leistungen gebracht habe, die vielleicht von mir erwartet wurden«.

Eine Erklärung dafür sei auch in der turbulenten Vorsaison zu suchen, wo er beim Erstligaabsteiger HSV kaum eine Rolle gespielt hat. Die mangelnde Praxis macht sich bemerkbar. »Darum ist es jetzt hier in Bielefeld im Moment auch völlig in Ordnung so, wie es ist, auch wenn ich es mir anders gewünscht hätte«, akzeptiert der gebürtige Reutlinger seine Rolle bisher klaglos.

»Teamplayer, kein Blender«

Der auf Harmonie bedachte Saibene weiß das zu schätzen: »Sven nimmt seine derzeitige Situation gut an.« Den Kurzeinsatz gegen Dresden bewertet der Trainer als »extrem positiv. Sven ist enorm viel gelaufen, zeigte ein gutes Defensivverhalten. Ganz und gar nicht nach dem Motto: Ich bin aus Hamburg hierher gekommen und zeige euch mal, wie es geht. Stattdessen hat er gezeigt, dass er ein Kämpfer ist. Er ist ein Teamplayer, kein Blender.«

Schipplock ist längst nicht der einzige, dem Saibene in Stendal eine Chance gibt. Bis zu acht Veränderungen gegenüber den Zweitligaspielen seien möglich. Auch Reservekeeper Philipp Klewin dürfe sich Hoffnungen machen.

Vorsicht vor Stendal

In welcher Besetzung auch immer – »wir wollen das Spiel klar gewinnen, da gibt es keine Diskussionen. Jetzt ist der Moment gekommen für diejenigen, die bisher nicht spielen konnten«, betont Saibene. Doch Vorsicht: Stendal hat im DFB-Pokal noch nie gegen einen Zweitligisten verloren.

1995/96, als der damalige Regionalligist erst im Viertelfinale am Bundesligisten Bayer Leverkusen scheiterte, wurden zuvor der Reihe nach die damaligen Zweitligisten VfL Wolfsburg, Hertha BSC und Waldhof Mannheim aus dem Weg geräumt.

Der heutige Coach Sven Körner gibt sich allerdings keinen Illusionen hin: »So lange wie möglich die Null halten und vorne Nadelstiche setzen – viel mehr können wir nicht machen.«

So könnte Arminia spielen

Klewin - Schütz, Börner, Salger, Hartherz - Massimo, Christiansen, Seufert, Weihrauch - Owusu, Schipplock

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