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Sa., 15.09.2018

Arminias Abwehr auf dem Prüfstand: Sogar der Kapitän muss bangen – mit Video »Ein ganz kleiner Bonus«

Hält Jeff Saibene an seinem Abwehrchef fest? Julian Börner offenbarte zuletzt ein paar Schwächen.

Hält Jeff Saibene an seinem Abwehrchef fest? Julian Börner offenbarte zuletzt ein paar Schwächen. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Erst 15 Tage lang gar kein Spiel, und nun vier Spiele in zwölf Tagen: Mit der Partie am Montag (20.30, MDCC-Arena) beim 1. FC Magdeburg rutscht Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld von einem Extrem ins andere.

Die Länderspielpause haben die Ostwestfalen genutzt, um an den Defensivschwächen zu arbeiten. Das war auch notwendig. Arminia (acht Gegentreffer in vier Spielen) hat eine der anfälligsten Defensivreihen der gesamten Liga.

»Die Frage, die wir uns stellen, lautet nun: Ändern wir personell etwas, oder lassen wir die Abwehr noch mal so zusammenspielen wie zuletzt«, sagt Trainer Jeff Saibene. Da Cedric Brunner nach auskuriertem Meniskusriss wieder einsatzbereit ist, läuft es auf mindestens eine Veränderung hinaus. Saibene: »Wenn Cedric fit ist, ist er für uns so wertvoll, dass er eigentlich spielen sollte.«

Rechts oder Innen?

Saibene muss sich nur noch entscheiden, ob er den Schweizer als Rechts- oder als Innenverteidiger aufbietet. Während beide zentralen Abwehrspieler, Julian Börner und Brian Behrendt, zuletzt Schwächen offenbarten, hinterließ der nachverpflichtete Franzose Jonathan Clauss beim jüngsten 5:3 über Jahn Regensburg auf der rechten Abwehrseite noch den besten Eindruck. Doch sicher kann sich hinten keiner sein.

Außer Brunner kommt auch noch Stephan Salger als Kandidat für die Abwehr in Frage. »Wir haben einen großen Konkurrenzkampf«, sagt Saibene. Und das gilt nicht nur für die Defensive. Doch weil in Börner auch der Kapitän nicht mehr unumstritten ist, birgt die Besetzung der Abwehrkette die größte Brisanz. »Der Kapitän hat immer einen ganz kleinen Bonus. Aber wenn man das Gefühl hat, momentan ist ein Besserer für die Position da, muss man handeln«, erklärt Saibene.

Börners Pluspunkte

Doch selbst wenn defensiv aktuell andere stärker sein sollten – keiner seiner Konkurrenten ist so torgefährlich wie Börner. Das sieht auch Saibene so: »Seine Torgefährlichkeit ist sicher ein Pluspunkt für ihn. Jeder weiß, wie extrem wertvoll er bei Standards für uns ist.« Für vier bis fünf Saisontore ist der Spielführer immer gut. Auch in der laufenden Serie hat der 27-Jährige schon getroffen.

Saibene betont, dass ihn das Abwehrproblem zwar beschäftige, um den Schlaf bringe es ihn aber nicht. Denn er weiß ja, woran es hapert. »Die Aggressivität auf den Seiten hat gefehlt, wir haben den Gegner zu leicht flanken lassen, die Zuteilung in der Mitte war nicht gut«, benennt der 50-Jährige die Defizite aus dem Regensburg-Spiel und meint: »Das sind klare, einfache Sachen, die man beheben muss und kann.«

Nur 18 Profis erlaubt

Jetzt muss er nur noch abwägen, wem er die Problemlösung am ehesten zutraut. Auf den Coach warten ein paar harte Entscheidungen. Und das betrifft nicht nur die Besetzung der Startelf. »Zwei bis drei bewährte Spieler werden nicht mal im Kader sein«, sagt Saibene. Nur 18 Profis sind am Spieltag erlaubt. Doch »es gehört zu meinem Job, Entscheidungen zu treffen. Auch dafür werde ich bezahlt. Und auch die Spieler werden gut dafür bezahlt, dass sie akzeptieren müssen, wenn sie mal nicht im Kader oder mal nicht auf dem Platz stehen.«

Saibene räumt schon auch ein, dass es ihm »immer ein wenig schwerfällt«, seinen Profis weh zu tun. Aber er gucke dann nach München oder auch mal nach Köln. Und »wenn ich sehe, wer da so alles auf der Tribüne sitzt, dann beruhigt mich das ein bisschen«.

Die folgenden vier Spiele in zwölf Tagen, sagt der Trainer, würden das Personal-Problem ohnehin fast von selbst lösen: »Montag Magdeburg, Samstag Berlin, Dienstag Darmstadt, Freitag Köln – angesichts dieses Programms liegt es auf der Hand, dass wir rotieren werden.« Dem einen oder anderen dürfte das helfen, die Enttäuschung diesmal etwas leichter zu verdauen.

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