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Mo., 17.09.2018

Armine Hartherz: Die Stimmung in Magdeburg »spornt mich an« – mit Video Bereit für das Stahlbad

Nur keine Angst: Florian Hartherz (Mitte) ahnt, dass wie schon in Hamburg auch heute in Magdeburg Zweikampfhärte gefragt ist.

Nur keine Angst: Florian Hartherz (Mitte) ahnt, dass wie schon in Hamburg auch heute in Magdeburg Zweikampfhärte gefragt ist. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Florian Hartherz ist in Fußball-Deutschland schon ein bisschen her­umgekommen. In Magdeburg hatte der Abwehrspieler von Arminia Bielefeld bislang aber noch nicht das Vergnügen. Auch ein Grund, warum der 25-Jährige sich so sehr auf Montagabend freut.

Um 20.30 Uhr (Sky) gastiert Hartherz mit dem DSC beim Zweitliganeuling. Magdeburg ist bekannt für seinen ebenso treuen wie frenetischen Anhang. Obwohl der FCM nach vier Saisonspielen noch sieglos ist, steht das Publikum fest zum Team.

Und lehrt den Gegner auch schon mal das Fürchten. »Ich finde das immer gut, wenn die Zuschauer pfeifen und einen beleidigen. Das spornt mich an«, sagt Hartherz und erinnert an ein Spiel in der Endphase der Vorsaison: »In St. Pauli bin ich durchgehend ausgepfiffen worden. Das macht Spaß.« Hartherz hatte sich zu Spielbeginn ein Foul geleistet, danach hatte das Publikum auf dem Kiez den Kicker auf dem Kieker.

Bielefelds Linksverteidiger nimmt’s gelassen: »Dafür bin ich Profi geworden – zu Hause angefeuert und auswärts ausgepfiffen zu werden finde ich geil.«

25.000 Zuschauer werden erwartet – 1000 davon aus Bielefeld

Mehr als 21.000 Besucher hat der FCM bisher im Schnitt zu seinen Heimspielen in der MDCC-Arena empfangen. Montag sollen es sogar mehr als 25.000 werden. Hartherz ist bereit: »In Magdeburg habe ich bisher nicht gespielt. Darauf kann man sich freuen.«

Arminia wird von rund 1000 Anhängern begleitet – eine stolze Zahl für einen Montagabend, zumal es nach der Partie in Hamburg bereits das zweite Mal in Folge ist, dass die Deutsche Fußballliga den DSC-Fans ein Auswärtsspiel zu diesem Termin zumutet. Übrigens: Die nächste Reise führt die Arminen kommende Woche nach Darmstadt – an einem Dienstag.

Saibene sieht »überragende Entwicklung« seines Linksverteidigers

Aber »erst mal wollen wir in Magdeburg die zehn Punkte voll machen«, betont Hartherz. Angesichts Arminias Abwehranfälligkeit ein ambitioniertes Unterfangen. Sechs Gegentore haben die Bielefelder in den vergangenen zwei Partien kassiert. Dem 0:3 in Hamburg folgte das 5:3 gegen Regensburg. Hartherz: »Wir haben sieben Punkte. Wir sind voll im Soll. Die Mannschaft ist intakt. Mir ist zuletzt zu viel über die Abwehr geredet worden.«

Klar seien drei Gegentreffer gegen Regensburg nicht schön, »aber wenn du trotzdem gewinnst, ist alles gut«. Nun ja, alles sicher nicht. Aber es liegt an den Arminen selbst, mit einer stabilen Defensivleistung jetzt auf das Thema den Deckel zu machen.

Während nach dem 5:3 drei der vier Arminia-Verteidiger diesmal um ihren Platz bangen müssen, darf Hartherz sich sicher fühlen. Trainer Jeff Saibene: »Florian hat zuletzt defensiv nicht gut gespielt. Aber seine Entwicklung über die letzten Monate ist überragend. Da muss man ihm zwei schlechtere Spiele auch mal zugestehen. Ich bin mit ihm sehr zufrieden.«

Anderson Lucoqui belebt Konkurrenzkampf

Nichtsdestoweniger entschieden die Arminen sich unlängst, mit Anderson Lucoqui (21, Fortuna Düsseldorf) noch einen weiteren Linksverteidiger zu verpflichten. Überraschend auch zur Freude von Hartherz, der sagt: »Ich finde das richtig gut. Er wird sich reinhängen, wird beißen und alles dafür tun, um zu spielen. Das pusht mich, ich muss dadurch noch besser spielen.«

Zudem sei Lucoqui »ein super Junge, ein offener Typ«. Von Platzhirschgehabe gegenüber dem jungen Herausforderer hält Hartherz gar nichts. »Ich bin anders erzogen worden und habe es in der Jugend auch anders kennengelernt. Bei Werder und in Paderborn habe ich mich mit meinen direkten Kontrahenten immer gut verstanden«, erklärt der gebürtige Offenbacher. »Ich muss niemanden über den Platz treten, um zu zeigen, dass ich spielen will. Das ist nicht mein Stil. Es geht immer noch um Fußball.«

Von den Magdeburgern indes erwartet Hartherz am Montag durchaus eine harte Gangart. »Ich denke, dass sie sehr körperbetont spielen werden. Auch wir müssen über die Zweikämpfe kommen.« Und Saibene warnt: »Wir müssen von Anfang an parat sein. Sonst könnten wir erschreckt werden.«

So könnte Arminia spielen: Ortega Moreno - Brunner, Börner, Salger, Hartherz - Edmundsson, Seufert, Prietl, Weihrauch - Klos, Voglsammer

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