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Mo., 17.09.2018

0:0 in Magdeburg: Arminias Abwehr steht – aber nach vorne harmlos Hinten dicht

Arminias Joan Simun Edmundsson (links) kommt nicht an den Magdeburgern vorbei.

Arminias Joan Simun Edmundsson (links) kommt nicht an den Magdeburgern vorbei. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Magdeburg (WB). Arminia Bielefeld hat zum ersten Mal in dieser Fußball-Zweitligasaison kein Gegentor kassiert. Weil bei den Ostwestfalen nach vorne aber nicht viel ging, endete die zwar heiß umkämpfte, spielerisch jedoch eher bescheidene Partie beim 1. FC Magdeburg 0:0.

DSC-Coach Jeff Saibene reagierte auf die zuvor (zu) vielen Gegentreffer mit drei personellen Veränderungen. Der von einem Meniskusriss genesene Cedric Brunner rückte für Jonathan Clauss auf die rechte Abwehrseite. Und auch in der Innenverteidigung gab es den erwarteten Wechsel. Stephan Salger nahm anstelle von Brian Behrendt den Platz neben Mannschaftskapitän Julian Börner ein. Zudem durfte Patrick Weihrauch mal wieder von Beginn an ran. Für den Flügelspieler war es der erste Starteinsatz in der laufenden Serie. Er verdrängte den in dieser Saison noch nicht überzeugenden Keanu Staude auf die Ersatzbank.

Magdeburgs Coach Jens Härtel hatte nach dem Sieglos-Start (nur zwei Punkte aus vier Partien) im Vorfeld der gestrigen Begegnung geäußert: »Wir sehen, dass wir mithalten können. Aber wir müssen schnell lernen.«

Magere Auftakt-Ausbeute des Aufsteigers

Folgenlos blieb die magere Auftakt-Ausbeute des Aufsteigers nicht. Härtel entzog dem nicht immer zuverlässigen Torwart-Routinier Jasmin Fejzic (32) das Vertrauen und beorderte stattdessen den jungen Alexander Brunst (23) zwischen die Pfosten. Ein mutiger Schritt des Trainers, war es für Brunst doch das erste Zweitligaspiel überhaupt.

Zudem verzichtete Härtel auch auf Philip Türpitz. Der 17-fache Torschütze der Aufstiegssaison saß nur auf der Bank. »Entscheidend ist, dass er sich nicht runterziehen lässt. Wir haben das mit ihm besprochen«, so Härtel.

Es gelang den Arminen im ersten Abschnitt so gut wie gar nicht, FCM-Schlussmann Brunst in Schwierigkeiten zu bringen. Börners Kopfball flog knapp über, Joan Simun Edmundssons Schuss knapp neben das Tor (36., 39. Minute).

Bielefeld begann gut, öffnete dem Gastgeber ab Mitte der ersten Halbzeit aber die Tür ins Spiel. Björn Rother hätte die Einladung beinahe dankend angenommen, doch Stefan Ortega Moreno im Arminias-Kasten wehrte den Flachschuss zur Ecke ab.

Ziel war das erste Zu-Null

Den Arminen kam es in der unruhigen, kampfbetonten Partie mit vielen Nickligkeiten zuvorderst auf Torsicherung an. Das gelang gut. Ziel war das erste Zu-Null in der laufenden Serie. Gar nicht so einfach gegen ein Team in Überzahl. Der zwölfte Mann der Magdeburger machte auf den gut gefüllten Rängen (19.794 Zuschauer) zeitweise einen Höllenlärm. Die früheren Arminia-Profis, die sich unters Volk mischten – Arne Friedrich, Felix Burmeister und Patrick Platins – übten sich dagegen eher in Zurückhaltung.

Kurz nach Wiederbeginn dann endlich die erste ganz dicke Gelegenheit für den DSC. Brunst aber stand Voglsammers zweitem Saisontor im Weg (52.). Voglsammer bekam dann wenig später einen neuen Sturmpartner. Fabian Klos musste mit Oberschenkelproblemen das Feld verlassen, Prince Owusu ersetzte ihn (57.).

Dann war wieder der FCM an der Reihe. Christian Becks Kopfball nach schöner Flanke von Michel Niemeyer flog haarscharf am Winkel vorbei (61.).

Weitere Großchancen waren Mangelware. Es blieb beim 0:0.

Magdeburg: Brunst - Bregerie, Erdmann, Schäfer - Butzen, Rother, Preißinger (84. Weil), Niemeyer - Lohkemper (80. Türpitz), Beck (80. Bülter), Costly

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Börner, Salger, Hartherz - Edmundsson, Prietl, Seufert, Weihrauch (80. Clauss) - Klos (58. Owusu), Voglsammer (71. Staude)

Schiedsrichter: Günsch (Marburg)

Zuschauer: 19.794

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Preißinger (2), Erdmann (3), Rother (2), Bregerie/Edmundsson (3), Clauss

 

Kommentare

Kein Mut

Die Spielweise erinnerte an die der Nationalmannschaft. Der Ball wird vor dem Strafraum hin und her geschoben. Keiner findet den Mut, bzw. hat die Qualität, sich nach vorne durchzusetzen. Und gelingt ein Anspiel im Strafraum, fehlt es an der technischen Qualität, den Ball unter Kontrolle zu bringen. Wer das noch am ehesten könnte ist Owusu. Doch dieser erhält keine verwertbaren Bälle und wird zu spät eingewechselt.. Staude ist bei aussichtsreichen Situationen zu zögerlich, macht immer einen Schlenker zu viel und verliert dann den Ball. Ich hoffe, dass am Samstag eine andere Aufstellung zu sehen sein wird. Clauss, Brunner, Börner und ( warum nicht mal Lucoqui) wären sicherlich eine Option. Salger ist nach wie vor ein Risikofaktor. Seine technischen Mängel man er häufig durch Halten wett. In Magdeburg hatte er nur Glück, dass der Schiedsrichter nichts gesehen hat.

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