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Do., 27.09.2018

Der breite Kader und der Teamgeist machen Arminia stark Ein verschworener Haufen

Da gibt es kein Halten mehr: Arminias Spieler feiern den späten 2:1-Siegtreffer in Darmstadt.

Da gibt es kein Halten mehr: Arminias Spieler feiern den späten 2:1-Siegtreffer in Darmstadt. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Eine große Portion Glück gehörte zum Coup in Darmstadt dazu, darüber war sich jeder bei Arminia bewusst. Genau so war den Bielefeldern klar, dass sie mit dem 2:1-Sieg beim SV Darmstadt den entscheidenden Beleg für eine These geliefert haben, die viele beim DSC mantramäßig immer wieder hervorheben.

Die Ausgeglichenheit der Mannschaft, ein Kader auf Augenhöhe: Trainer Jeff Saibene, Sportchef Samir Arabi und die Spieler machen mit diesen Worten bei jeder Gelegenheit klar, dass Arminia in dieser Saison breit und stark aufgestellt sei.

Dass es sich dabei nicht nur um eine der üblichen Fußball-Floskeln handelt, bewies die Partie in Darmstadt mit den DSC-Toren in der 90. (Massimo) und 93. Minute (Hartherz). Vier personelle Wechsel vollzog Saibene in der Startelf.

Nimmt man Mittelfeldspieler Joan Simun Edmundsson dazu, der zwar nicht neu in die Anfangsformation gerückt war, aber erstmals als Stürmer auflief, waren fünf von zehn Feldspielerpositionen verändert.

Eine Aufstellung mit Risiko – aber ohne Bedenken

Und dennoch: Als die gut 20-minütige Findungsphase des neu formierten Teams abgeschlossen war, lief der DSC-Motor erstaunlich gut. »Es hat mich null überrascht, dass die neue Elf schnell im Spiel war. Dass man ein bisschen braucht, um die Abläufe im offensiven Bereich reinzukriegen, ist normal. Wenn du jemanden ins kalte Wasser wirfst, ist es menschlich, dass er nicht sofort da ist.«

Jeff Saibene wusste um die Gefahr der vielen Änderungen, begegnete möglichen Risiken aber gelassen: »Mit der Aufstellung sind wir schon ein kleines Risiko eingegangen. Es war mutig, aber für mich ohne Bedenken.«

Einen im Hinblick auf den Freitag (18.30, Schüco-Arena) anstehenden Flutlicht-Kracher gegen den 1. FC Köln bleibenden Eindruck hinterließ Anderson Lucoqui. Der 21-Jährige belebte die linke Außenbahn im Vergleich zu den vorherigen Spielen, was auch Saibene betonte: »Ich fand Lucoqui sehr bemüht und gut.«

Damit dürfte der Neuzugang aus Düsseldorf auch gegen Köln wieder erste Wahl sein. Glaubt man Kapitän Julian Börner, sei es aber nahezu egal, wen der Coach aufstellt: »Wir haben einen enorm breiten Kader. In der Zeit, in der ich jetzt hier bin, haben wir das so noch nie gehabt. Man hat gesehen, dass auf jeden Verlass ist.«

Chancen-Wucher bleibt Baustelle

Als Hausaufgaben nahmen die Arminen das vermeidbare 0:1 durch Darmstadts Aytac Sulu und ihren vor allem in der ersten Halbzeit verschwenderischen Umgang mit Chancen mit nach Ostwestfalen. Saibene: »Eigentlich hätten wir zur Halbzeit 1:0 oder 2:0 führen müssen. Wir hatten das Spiel im Griff, aber uns dafür zunächst nicht belohnt.«

Dass der DSC dafür am Ende nicht teuer bezahlen musste, lag vor allem an der guten Mentalität der Mannschaft. »Der Gegner kann 1:0 führen, aber wir schaffen es immer wieder, ein Tor zu schießen. Das ist eine unserer großen Stärken. Das kann man nicht erlernen: das ist Teamgeist, das ist purer Wille in der Mannschaft«, lobte Florian Hartherz.

Und dann machte der Bielefelder Siegtorschütze noch eine Feststellung, die man auch in Köln zur Kenntnis nehmen wird: »Wir kommen natürlich über den Kampf, das zeichnet uns aus. Aber wir fangen auch an, Fußball zu spielen. Und diese Kombination macht uns echt gefährlich in der Liga.«

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