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Fr., 28.09.2018

DSC kassiert verdiente 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln – Terodde mit Doppelpack Arminen stoßen an ihre Grenzen

Die Kölner Louis Schaub (links) und Matthias Bader (rechts) attackieren Arminias Anderson Lucoqui.

Die Kölner Louis Schaub (links) und Matthias Bader (rechts) attackieren Arminias Anderson Lucoqui. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld hat auch gegen den zweiten Erstligaabsteiger eine Niederlage kassiert. Nach dem 0:3 im August beim Hamburger SV setzte es für den DSC am Freitagabend ein verdientes 1:3 (0:1) gegen den 1. FC Köln.

»Mit dem Publikum im Rücken«, hatte Markus Anfang vor der Partie gesagt, »können die Bielefelder eine wahnsinnige Kampfkraft an den Tag legen. Die Stimmung kann die Mannschaft treiben.« Kölns Coach sollte Recht behalten. Arminia warf, unterstützt von den 23.000 DSC-Fans unter den 26.283 Zuschauern, gegen den spielerisch überlegenen FC von Beginn an ganz viel Herz in die Waagschale. Zum ersten Mal seit dem 29. April 2015, seit dem Halbfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Wolfsburg (0:4), war die Alm ausverkauft.

Und auch die Begegnung mit den Domstädtern hatte etwas von Pokal. Immerhin kamen die Kölner als gefühlter Erstligist nach Ostwestfalen. Und so spielten sie auch. Gepflegt, unaufgeregt, gefährlich. Nach nur vier Minuten hätte es schon 1:0 für die Gäste heißen können. Doch Dominick Drexler scheiterte nach feiner Vorarbeit von Louis Schaub am glänzend reagierenden Stefan Ortega Moreno im Arminia-Kasten. Mitte des ersten Durchgangs konnte sich der Schlussmann noch einmal auszeichnen – diesmal mit einem prima Reflex gegen den agilen Serhou Guirassy (22.).

Arminia-Schreck Drexler

Auf Möglichkeiten dieser Güte konnten die Arminen nicht verweisen. Der Kopfball von Joan Simun Edmundsson nach einer Hartherz-Hereingabe war das Gefährlichste, was der Gastgeber zustande brachte (16.).

Ausgerechnet, als die Arminen im letzten Drittel der ersten Halbzeit immer druckvoller wurden, schlugen »die Bayern der 2. Liga« (DSC-Trainer Jeff Saibene über die Kölner) eiskalt zu. Simon Terodde – wer sonst – verwertete eine gefühlvolle Flanke von Drexler per Kopf zum 0:1 (45.+1). Es war im achten Saisonspiel bereits der elfte Saisontreffer des 30-Jährigen. Und im insgesamt sechsten Duell des früheren Bochumers und Stuttgarters mit Bielefeld schon der neunte Torerfolg für den Arminia-Schreck.

Damit lagen die Kölner auf Kurs. Auch seine drei vorherigen Auswärtsspiele der laufenden Saison hatte der FC gewonnen. In der Schüco-Arena führten die Gäste in einem attraktiven Zweitligaspiel dank einer zwar nicht überragenden, aber sehr reifen Vorstellung zur Pause verdient.

Kräfte zehrende Englischen Woche

Klar, dass dem FC nach einer für beide Teams  Kräfte zehrenden Englischen Woche der Vorsprung enorm in die Karten spielte. Köln ließ Arminia nun machen – und wartete auf Konter. So wie in der 57. Minute nach einem Ballverlust von DSC-Kapitän Julian Börner. Drexler legte quer auf Guirassy, doch Stephan Salger und Edmundsson klärten mit vereinten Kräften für ihren geschlagenen Keeper Ortega Moreno. Das hätte die Entscheidung sein können.

Die Platzherren gingen nun mehr und mehr ins Risiko – was blieb ihnen auch anderes übrig. Gefährlich wurden sie aber weiterhin nicht. Stattdessen schlug nach Drexlers Vorarbeit noch einmal Terodde zu (0:2, 70.). Keanu Staude verkürzte mit einem tollen Distanzschuss auf 1:2 (85.). Doch in der Nachspielzeit schlug Jhon Cordoba zu (1:3, 90.+5).

 Acht Heimspiele in Folge hatten die Arminen nicht verloren – bis Freitagabend.

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Börner, Salger, Hartherz - Edmundsson, Seufert, Prietl (75. Owusu), Lucoqui (60. Staude) - Klos, Voglsammer

Köln: Horn - Bader, Sobiech, Czichos, Hector - Höger - Schaub (68. Risse), Koziello, Drexler - Guirassy (88. Horn) - Terodde (73. Cordoba)

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

Zuschauer: 26.283

Tore: 0:1 Terodde (45.+1), 0:2 Terodde (70.), 1:2 Staude (85.), 1:3 Cordoba (90.+5)

Gelbe Karten: Hartherz, Salger / Bader, Drexler

Kommentare

Kein Beinbruch

Köln ist die einzige Übermannschaft in der 2. Liga. Nur mit etwas Glück und einer am Limit befindlichen befindlichen Leistung sind sie zu schlagen. Der Wiederaufstieg wird ihnen nicht zu nehmen sein.Jetzt kehrt wieder Normalität ein und Arminia wird ihre Punkte holen. Unabhänig davon müssen sie aber an Überraschungsmomenten und angestimmten Laufwegen im Strafraum arbeiten. Es werden zu viele hohe Bälle geschlagen, die durch die Abwehr gut zu verteidigen sind. Mehr Kurzpassspiel in den Strafraum wäre sicherlich zielführender. Allerdings muss dort auch jemand stehen, der auf engem Raum Bälle verarbeiten kann. Arminia befindet noch in der Entwicklung. Ich denke, im nächsten Jahr wird die Sache schon anders aussehen. Dann wird die Mannschaft wieder ein anderes Gesicht zeigen.
Technisch hat sie sich auf jeden Fall schon deutlich verbessert. Sie spielt Fußball, was man viele Jahre nicht behaupten konnte. Jeff Saibene wird die richtigen Weichen stellen.

Realität

Schön wäre ein Sieg gewesen. Aber die Geisböcke haben uns ziemlich unaufgeregt in die Realität zurück geholt. Sie haben uns regelrecht abgewickelt.
Unser Angriffsspiel war im Grunde nur bis zum 16er gut. Danach wurde so gut wie alles verteidigt. Im Grunde so wie in den vergangenen Spielen auch. Es fehlt die Anzahl an echten Chacen, von denen dann am Ende auch mal eine reingeht. Exemplarisch dafür der Anschlusstreffer. Ein Weitschuss.
Ist unser Angriffsspiel zu ausrechenbar?
Aber insgesamt ist alles gut und wir sollten nicht unzufrieden sein. Es waren halt die Kölner.

2 Kommentare

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