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Fr., 19.10.2018

System und Innenverteidiger: Arminia-Trainer verrät nichts – mit Video Schwere Entscheidungen für Saibene

Mit Dreierabwehrkette oder doch im 4-4-2? Jeff Saibene hat für das Spiel gegen Fürth mehrere Optionen.

Mit Dreierabwehrkette oder doch im 4-4-2? Jeff Saibene hat für das Spiel gegen Fürth mehrere Optionen. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Jeff Saibene spielte den Geheimnisvollen. Der Trainer von Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld wollte nicht verraten, in welchem System er seine Mannschaft am Samstag (13 Uhr, Schüco-Arena) ins Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth schicken wird.

»Ich habe mich entschieden, teile es euch aber nicht mit«, sagte der Coach während der Pressekonferenz. Fast in jedem Spiel seit Saibenes Amtsantritt im März 2017 agierte der DSC im 4-4-2. Zuletzt aber, bei der 0:1-Niederlage in Bochum und beim Testspiel gegen Drittligist Meppen (2:1), lautete das System 3-5-2. »Ich hatte das Gefühl, dass das 3-5-2 in dem Moment sehr gut passt, deshalb haben wir das in Bochum ausprobiert«, erläuterte der Luxemburger seine Beweggründe.

Sein Team spielte im Westfalenderby vor zwei Wochen gut, verlor aber trotzdem. Ein Fehler hinten und schlechte Chancenverwertung vorne – fertig war das 0:1. Mit dem 1:3 in der Woche davor gegen den 1. FC Köln steht Arminia bei zwei Pleiten in Folge. Drei Niederlagen am Stück hat es in der Saibene-Zeit erst einmal gegeben, zwischen dem zehnten und zwölften Spieltag der Vorsaison. Trotzdem stand am Ende Platz vier.

Saibene sieht Parallelen

Auf diesem Zweitligarang findet sich aktuell Greuther Fürth (16 Punkte) wieder. Saibene sieht durchaus Parallelen zwischen dem Kleeblatt-Team und seiner Mannschaft. »Wie wir im Jahr davor sind sie jetzt, nach dem knappen Klassenerhalt, mit viel Euphorie in die neue Saison gestartet. Sie haben einen Lauf, stehen defensiv sehr stabil und spielen mit viel Speed nach vorne«, lobte der DSC-Coach den morgigen Gegner.

Seine Mannschaft sei derzeit Mittelmaß. Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen belegen das. Den nächsten Schritt zu machen, um sich ganz oben festzubeißen, das sei »am schwierigsten«, sagte Saibene gestern. Fußballerisch habe sich sein Team sehr verbessert. Jetzt gehe es eben darum, weiter an vermeintlichen Kleinigkeiten zu arbeiten. »In Bochum sind ungefähr 40 Bälle in den Strafraum geschlagen worden, aber ein Tor ist daraus nicht entstanden. Wir müssen die Zonen richtig besetzen, an der Passpräzision arbeiten, wir müssen defensiv kompromissloser sein. Wir haben eine gute Basis, darauf können wir aufbauen«, lautete das Trainerurteil.

Systemfrage und Behrendts Einstellung

Ebenso wie bei der Systemfrage hielt sich Saibene auch beim Personal bedeckt. Im 4-4-2 würden zwei Innenverteidiger auflaufen, im 3-5-2 drei. »Wir haben vier richtig gute, natürlich ist die Besetzung bei uns ein großes Thema. Es ist eine schwere Entscheidung«, sagte der 50-Jährige. Seit Anfang September ist Brian Behrendt außen vor. »Wir hatten nach sechs Gegentoren in den zwei Spielen beim HSV und gegen Regensburg Lösungen gesucht, Brian war das Opfer. Aber natürlich war er nicht allein schuld. Er verhält sich absolut korrekt, hat eine gute Einstellung«, lobte Saibene den Abwehrmann, der sich mit Kapitän Julian Börner, Stephan Salger und Cedric Brunner um die Plätze streitet.

»Ich gehe davon aus, dass Börner spielt. Und Salger auch, und Behrendt, und Brunner. Aber Sie müssen mir nicht alles glauben«, scherzte Saibene auf Nachfrage zur Aufstellung. Im nicht öffentlichen Training am Donnerstag habe die Mannschaft schon ablesen können, wie es gegen Fürth aussehen dürfte. Das bedeute aber nicht, dass sich nichts mehr ändern könne – auch über Nacht. Saibene: »Ich glaube, der holländische Trainer Dick Advocaat hat dazu mal gesagt: ›Es wird mir niemand verbieten, über Nacht gescheiter zu werden.‹«

Zweitbeste Abwehr der 2. Liga

Die SpVgg Greuther Fürth kommt mit der zweitbesten Abwehr der 2. Liga nach Bielefeld. Erst acht Gegentore hat die Mannschaft von Trainer Damir Buric (54) in neun Partien kassiert. Mit 13 erzielten Toren kommt das Kleeblatt auf 16 Punkte (vier Siege, vier Remis). Die bisher einzige Niederlage setzte es am sechsten Spieltag in Heidenheim.

Bester Torschütze der Spielvereinigung ist Daniel Keita-Ruel (sechs Treffer). Der 29-Jährige hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Wegen Raubüberfalls verurteilt, saß Keita-Ruel mehr als drei Jahre im Gefängnis. Er nahm einen neuen Anlauf und hat seine zweite Chance genutzt. In Fürth blüht er auf.

 

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