>

Sa., 20.10.2018

Bittere Böcke beim 2:3 gegen Greuther Fürth – Ortega erleidet Innenbandzerrung 2:0-Führung reicht nicht: DSC verschenkt den Sieg

Da war die DSC-Welt noch in Ordnung: Joan Simun Edmundsson (rechts), Arminias Torschütze zum 1:0, im Duell mit dem Fürther Fabian Reese.

Da war die DSC-Welt noch in Ordnung: Joan Simun Edmundsson (rechts), Arminias Torschütze zum 1:0, im Duell mit dem Fürther Fabian Reese. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Arminia Bielefeld hat in der 2. Fußball-Bundesliga die dritte Niederlage in Folge kassiert. Gegen die SpVgg Greuther Fürth verspielte der DSC eine 2:0-Pausenführung und verlor mit 2:3. Dabei luden die Gastgeber ihren Gegner durch bittere Fehler zum Tore schießen ein.

Wie erwartet änderte Trainer Jeff Saibene nach zwei Niederlagen in Folge seine Abwehr. Kapitän Julian Börner musste auf die Bank, dafür kehrte Brian Behrendt erstmals seit dem 1. September (5:3 gegen Regensburg) in die Startelf zurück.

Auch Mittelfeldspieler Max Christiansen fand sich nach dem 0:1 in Bochum vor zwei Wochen auf der Bank wieder. Andreas Voglsammer, in Bochum Joker, nahm seinen Stammplatz im Sturm ein. Arminia spielte im 3-5-2-System, die Abwehrkette bildeten Behrendt, Cedric Brunner und Stephan Salger.

Jonas Kamper als Tribünengast

Mit Jonas Kamper (35) war einer der beliebtesten DSC-Spieler überhaupt zu Gast im Stadion. Der Däne war von 2006 bis 2010 in Bielefeld, von ihm stammt der unvergessene Spruch »We have to fight weiter«.

Kamper sah, dass die Gastgeber die erste gute Torchance hatten: Ein schneller Abschlag von Torwart Stefan Ortega Moreno landete bei Voglsammer, der Fabian Klos bediente. Der Stürmer zog sofort ab, doch Fürths Schlussmann Sascha Burchert war auf dem Posten (10. Minute). In den Strafräumen tat sich in den ersten 25 Minuten ansonsten eher wenig.

Doppelschlag von Edmundsson und Salger

Das änderte sich in der 31. Minute. Einen langen Ball von Ortega Moreno verlängerte Voglsammer per Kopf in den Lauf von Edmundsson, der die Ruhe behielt und Burchert mit einem Linksschuss ins rechte Eck überwand. Das dritte Saisontor des Färingers und das erste Gegentor der Franken in der ersten Halbzeit in dieser Saison.

Und es kam noch besser für die Gastgeber. Nach einem Eckball konnten die Fürther nicht klären, der Ball fiel Stephan Salger vor die Füße, und der Abwehrspieler schoss gekonnt mit links zum 2:0 ein (35.). Salgers erstes Ligator seit fast genau drei Jahren (beim 2:0 in Kaiserslautern am 30. Oktober 2015) und 65 Spielen.

Doch Fürth wäre fast der schnelle Anschlusstreffer gelungen. Fabian Reese versuchte es mit einem Fallrückzieher aus Nahdistanz, aber Ortega Moreno parierte stark (38.).

Voglsammers Fehlschuss wird böse bestraft

Die zweite Halbzeit begann mit zwei Arminia-Chancen. Erst hielt Burchert einen Linksschuss von Edmundsson (47.), dann die Megamöglichkeit für Voglsammer: Er nahm Caligiuri den Ball ab, umspielte Burchert, traf aber dann das leere Tor nicht (49.).

Die Strafe folgte prompt. Fabian Reese wurde im Strafraum nicht richtig angegriffen und traf zum Anschlusstreffer (51.). Doch das war es noch nicht, denn auch Fürth gelang ein Doppelschlag. Florian Hartherz klärte den Ball nicht, Tobias Mohr sagte Danke und schob zum 2:2 ein (54.).

Manuel Prietl (abgeblockt, 57.) und Hartherz (verunglückte und darum gefährliche Flanke, 59.) hätten fast zurück geschlagen, auf der anderen Seite prüfte Mohr mit einem Linksschuss Ortega Moreno (62.). Es war ordentlich was los auf der Alm in dieser Phase, doch danach beruhigte sich das Geschehen in den Strafräumen etwas.

Fürth kontert Bielefeld aus

Dafür kam dann die in der Schlussphase übliche Hektik auf. Nachdem Jonathan Clauss im gegnerischen Strafraum den Ball verstolperte, rollte der nächste Konter. Wieder war es Mohr, der vollendete – das 3:2 für Fürth (82.). Dann hatte Ortega Moreno Glück, dass er nach einem unnötig harten Einsatz gegen Mohr ohne Karte davon kam (85.).

Allerdings verletzte sich der DSC-Keeper in der Szene. »Es sieht nicht gut aus«, sagte Jeff Saibene nach Spielschluss. Am Abend folgte die Diagnose: Innenbandzerrung. Ortega wird einige Wochen ausfallen.

In der sechsminütigen Nachspielzeit versuchte Arminia mit Ortega noch mal alles. Zwingend zum Abschluss kamen die Gastgeber aber nicht mehr. Es blieb beim bitteren 2:3.

Statistik

Arminia: Ortega Moreno – Behrendt, Brunner, Salger – Clauss, Seufert (69. Christiansen), Prietl (90. Staude), Hartherz – Edmundsson – Klos, Voglsammer (74. Owusu)

Greuther Fürth: Burchert – Sauer, Maloca, Magyar, Wittek – Reese (69. Steininger, 76. Jaeckel), Gugganig, Ernst, Mohr – Atanga (34. Caligiuri), Keita-Ruel

Schiedsrichter: Pfeifer (Heusenstamm)

Zuschauer: 16.032

Tore: 1:0 Edmundsson (31.), 2:0 Salger (35.), 2:1 Reese (51.), 2:2 Mohr (54.), 2:3 Mohr (82.)

Gelbe Karten: Brunner (3), Staude / Wittek (2)

 

Kommentare

Weiter so

Weiter so dann werden auch bald wieder das Toilettenpapier und die Papier Handtücher reichen An den Bier-und Bratwurstbuden wird sich die Wartezeit deutlich verkürzen,die Eintrittspreise sinken,es wird keine Kategorien mehr bei den Sitzplätzen geben.

Saibene überfordert

Wer jetzt noch nicht gesehen hat, das der Saibene hier total überfordert ist, der tut mir leid. Er hat zwar Rumpel Fussballer Börner rausgenommen, aber bringt dafür Rumpelfussballer Behrendt. Ok, die ganze Abwehr ist nur ein Witz, aber dann muss man es mal mit Weihrauch und Clauss in der Abwehr versuchen, die können dann auch Schwung nach vorne bringen, aber dieses ewige Ball halten, und hin und her spielen in der eigene Hälfte bringt wirklich nichts, zumal die das nicht können, da kann kaum einer den Ball stoppen. Ballbehandlung ist bekanntermaßen das wichtigste im Fussball, doch das ist für die ein Fremdwort, fussballerisch werden die unter Saibene immer schlechter

Unzufrieden

Mit der gezeigten Mannschaftsleistung kann man nur unzufrieden sein. Die Angreifer treffen nicht. Dafür aber zum Glück heute die 2. und 3. Reihe.
Die Abwehr ist so verunsichert, das Ortega total unzufrieden ist. Aus diesem Frust hat Ortega wohl auch sein unnötiges Foul begannen.
Wenn man Ambitionen hat, sich verbessern zu wollen, darf man so ein Spiel nicht mehr weg schenken. Ich hoffe das dieser Bann bald gebrochen wird.

Von Verschenken kann keine Rede sein

Abwehr und Sturm sind die größten Baustellen bei Arminia. Was Hartherz, Clauss, Voglsammer und Klos sich da zusammenspielen, ist nicht zweitligareif. Es hilft aber nichts. Man wird mit dem bestehenden Kader die Saison zu Ende spielen müssen. Schade nur, dass man bei Voglsammer 2 Millionen verschenkt hat. Dass der Vertrag von Klos verlängert wird, bleibt hoffentlich nur sein Traum. Die vier genannten Kandidaten werden mit Arminia nie um den Aufstieg spielen. Der Sieg von Fürth geht in Ordnung, weil sie das Unvermögen der Heimmannschaft eiskalt genutzt haben.

4 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6134097?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F