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Sa., 27.10.2018

Arminias Torwart Klewin spürt »nur Vorfreude« vor seinem Debüt – mit Videos Der Ortega-Ersatz

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Die kleinen Notlügen gehören zum Leben. Auch Philipp Klewin musste vor einigen Jahren zu solch einer greifen, um die vollkommene Entspannung vorzutäuschen. Einige Jahre später hat Arminia Bielefelds Torhüter das nicht mehr nötig.

Am Samstag beim FC Erzgebirge Aue (13 Uhr) wird der 25-Jährige für den DSC sein Zweitligadebüt geben. Aufregung spüre er deshalb aber nicht, »nur Vorfreude«, wie Klewin betont. So ähnlich äußerte sich Arminias Schlussmann schon einmal. Im März 2013, Klewin stand kurz vor seinem Debüt in der 3. Liga für Rot-Weiß Erfurt, teilte der damals 19-Jährige der Presse mit, er spüre nur Vorfreude.

»Das war damals gelogen. Ich spürte Aufregung. Dieses mal ist es tatsächlich so mit der Vorfreude. Ich bin reifer geworden«, betont der Torwart.

Großer Schritt für Klewin

Und das, obwohl für Klewinische Verhältnisse ziemlich viel passiert ist in den letzten Monaten. Nach zwölf Jahren verließ der Familienvater und gebürtige Thüringer im Sommer Erfurt, um sich der Arminia anzuschließen. Neuer Verein, neue Umgebung, neue Wohnung: Für Klewin war es ein großer Schritt, wie er erklärt: »Aus Thüringen bin ich die letzten Jahre eigentlich nur an freien Tagen rausgekommen. Ich bin schon sehr heimatverbunden.« Doch der Schlussmann wurde rasch heimisch, auch weil seine Familie ihm schnell nach Ostwestfalen folgte.

Am Samstag geht es nun zurück in den Osten – als Interims-Nummer-Eins zwischen den Pfosten. Weil Stammkeeper Stefan Ortega Moreno mit einer Innenbandzerrung im Knie ausfällt, kommt Klewin zum Zug. Und das ausgerechnet in Aue. »Ich freue mich, dass es im Osten ist. Da fühle ich mich wohl. Allerdings haben mir die Teamkollegen in dieser Woche auch immer wieder eingetrichtert, wie toll es doch ist, dass ich mein Debüt im Osten gebe«, berichtet Philipp Klewin.

177 Drittligaspiele absolviert

Dem Trainerteam, allen voran Torwartcoach Marco Kostmann und natürlich auch den erwarteten 500 Gästefans will Klewin nun beweisen, dass er der 2. Liga gewachsen ist. Dafür war in den vergangenen Monaten jede Menge Arbeit notwendig, obwohl der Keeper bereits 177 Drittligaspiele absolviert hat: »Das Torwarttraining hat sich für mich komplett geändert. Am Anfang war es schon schwieriger. Langsam habe ich mich dran gewöhnt.«

Verglichen mit seinen vorherigen Erfahrungen aus dem Torwarttraining seien »Welten aufein­ander geprallt«. Kostmann gilt als sehr innovativer Coach. Entsprechend anders erlebt Philipp Klewin die Einheiten. »In Erfurt war es alte Schule: Auf dich flogen in kurzer Zeit jede Menge Bälle. Mit 25 lerne ich nun noch ganz neue Dinge. Es geht viel um Technik und wie ich noch ein paar Zentimeter Länge rauskitzeln kann«, erläutert er.

Von der Bank aus hat Klewin zudem festgestellt, dass die sportlichen Unterschiede zur 3. Liga schon erheblich sind: »Die Spiele in der 3. Liga sind wilder. Bei der Spielerqualität gibt es schon gewaltige Unterschiede.«

Schlaflose Nächte bereitet Philipp Klewin das aber nicht. Das betont er immer wieder. Weil er es so meint. Und weil seit der Notlüge im März 2013 jede Menge Torwart-Erfahrung hinzugekommen ist.

So könnte Arminia spielen

Klewin – Behrendt, Brunner, Salger – Clauss, Seufert, Prietl, Hartherz – Edmundsson – Klos, Owusu

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