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Sa., 27.10.2018

0:1 – Arminia verliert in Aue das vierte Spiel in Folge – Klos muss verletzt raus Voll in der Krise

Nils Seufert (links) im Zweikampf mit Ex-Armine Philipp Riese.

Nils Seufert (links) im Zweikampf mit Ex-Armine Philipp Riese. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Aue (WB). Die handfeste Krise ist da: Mit dem 0:1 (0:0) beim FC Erzgebirge Aue verliert Arminia Bielefeld das vierte Spiel in Folge und verschärft die eigene Situation im Abstiegskampf damit noch einmal deutlich.

Zwei Spiele hatte Jeff Saibene, mit dem der DSC noch nie zuvor vier Partien in Folge verloren hatte, es im neuen 3-5-2-System probiert. Im Erzgebirge wechselte Arminias Trainer zurück ins 4-4-2. Neben Torwart Philipp Klewin , der den verletzten Stefan Ortega Moreno ersetzte, stand auch Roberto Massimo erstmals in dieser Saison in der 2. Liga in der Startelf. Erneut auf der Bank saß Kapitän Julian Börner.

Nach drei Niederlagen in Folge bestand Potenzial für unruhige Zeiten beim DSC. Gegen Aue wollten und mussten die Arminen liefern. Mehr Biss zeigten zunächst aber die Gastgeber. Jede Menge Glück hatten die Ostwestfalen dann in der siebten Minute. Sören Bertram war schon im Strafraum, als Brian Behrendt dem Auer in höchster Not den Ball wegspitzelte.

Weniger Glück hatte Fabian Klos. Schon nach 13 Minuten musste der Vizekapitän nach einem Zweikampf und einer Verletzung am Knie vom Platz. Für den Stürmer kam Sven Schipplock. Aber auch der Wechsel änderte nichts daran, dass sich die Bielefelder offensiv weiter kaum entfalten konnten. Wenn es gefährlich wurde, war Aue im Spiel. Etwa bei einer Flanke von der rechten Seite, die erneut Behrendt in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Ex-Arminen Pascal Testroet klärte (21.).

Das Angriffs-Angebot blieb bis zum ersten richtigen DSC-Torschuss spärlich. Joan Simun Edmundsson zog nach einer Ecke aus spitzen Winkel ab. Aues Schlussmann Martin Männel hatte aber keine Probleme, den Ball zu parieren (30.). Auf der Gegenseite erledigte Klewin beim Kopfball von Testroet seinen Job (37.).

Brunner-Chance nach der Pause

Nach einer wenig unterhaltensamen ersten Halbzeit begann der zweite Durchgang zuminest schon einmal schwungvoller. Arminia eröffnete mit einer Kopfballchance von Cedric Brunner (50.). Aue antwortete mit einem Schuss von Bertram, der knapp links vorbei ging (53.). Ingesamt fiel aber vor allem den Gästen zu wenig ein, um den ersten Sieg seit dem 25. September (2:1 in Darmstadt) einzufahren. Offensiv lief bei den Bielefeldern zu wenig zusammen, die meisten Angriffe verpufften einfach.

Aber damit nicht genug. Denn plötzlich lag Aue in Führung. Jan Hochscheidt nahm aus gut 17 Metern Maß. Über Klewin hinweg flog der Ball an die Unterlatte und von dort hinter die Linie (66.).

Die passende Reaktion auf den Rückstand und die mit voller Wucht zunehmende Krise lieferte der DSC aber auch jetzt noch nicht – und kassierte so die vierte Pleite am Stück und die fünfte Saisonniederlage insgesamt.

Am Mittwoch (20.45 Uhr) empfangen die Arminen in der zweiten Runde des DFB-Pokals des MSV Duisburg . Am Sonntag darauf (13.30 Uhr) steht das Heimspiel gegen den FC St. Pauli an.

Aue: Männel - Kalig, Breitkreuz, Cacutalua - Riese - Strauß, Kempe - Hochscheidt (76. Kvesic), Fandrich - Bertram (59. Iyoha), Testroet (65. Nazarov)

Bielefeld: Klewin - Brunner (71. Clauss), Behrendt, Salger, Hartherz - Edmundsson, Prietl, Seufert (75. Owusu), Massimo - Klos (13. Schipplock), Voglsammer

Schiedsrichter: Waschitzki (Essen)

Zuschauer: 8050

Tore: 1:0 Hochscheidt (66.)

Gelbe Karten: Riese, Kvesic / Brunner (4), Seufert, Owusu

Kommentare

Keinen Plan

Wir haben die wahrscheinlich besten Spieler seit Jahren, aber einen Trainer der total über fordert ist, Das Spiel heute war der Tiefpunkt, und warum, ständig wird rotiert, die Mannschaft hat keine Gelegenheit sich einzuspielen, und statt Fußballer wie z.B. Weihrauch spielen zu lassen, spielen Rumpelfussballer wie Behrend oder Schipplok.Es mus sofort der Trainer ersetzt werfen, erstmal wieder durch Rump, sonst folgt die nächste Pleite im Pokal, und dann schwimmt viel Geld den Bach herunter, denn für Mannschaften wie Bielefeld ist der Pokal die beste Quelle um gutes Geld zu verdienen, aber nicht mit Saibene.

Offensivflaute

Ein Gegentor in Aue zu bekommen ist nicht das Problem. Auch die Mannschaft ist nicht schlechter als in der letzten Saison. Die Tore fehlen einfach. Vogelsammer und Klos haben eine Krise. Tore aus Standardsituationen, nein. Distanzschüsse, nein.
In der letzten Saison waren da ein super aufgelegter Vogelsammer, ein Schütz und ein Kerschbaumer.
Wir müssen aufpassen, das wir nicht dem Irrglaube des Ballbesitz Fußball verfallen. Mit sicheren Passen im Mittelfeld gewinnt man kein Spiel sondern Tore und Chancen müssen her. Das beste Beispiel haben wir bei der WM gesehen.
Die Mannschaft wirkt verunsichert. Sie benötigt dringend ein Erfolgserlebnis. Egal wie, von mir aus auch mit 25% Ballbesitz. Danach kann man wieder aufbauen.

Angst essen Arminia auf

Arminia hat sportlich bedenklich abgebaut. Die Mannschaft wirkt blockiert und gelähmt. Die Misserfolgsserie nagt ganz offensichtlich am Selbstvertrauen. Die Leistung beim 0:1 in Bochum war noch sehr viel besser. Da gab es noch jede Menge eigene Torchancen, darunter 2 Alu-Treffer. Wie sagte mein alter Analytiker: wir alle sind Produkte unserer Erfolge.
Es gibt aber auch den alten Spruch: "Wo Gefahr ist, da wächst das Rettende auch." Mich hat dieser Satz immer inspiriert. Das Rettende, das nun bei der Arminia heranwächst, das ist die Einsicht in die Notwendigkeit, das Leistungsprinzip konsequent ins Werk zu setzen. Der Kritik des Trainers an Vogl und Klos müssen nun endlich Taten folgen. Insofern kann Aue der Game Changer werden, die radikale Reform einleiten. Dereinst werden die Chronisten der Arminia die Wendung "nach Aue" bemühen. Go for it, Arminia and Jeff! St. Pauli wird mit Rotlicht auf die Reeperbahn zurückgeschossen.

Unfassbar schwach

So leid es mir tut, aber heute hat Arminia wie ein Absteiger gespielt. Ideenlos und technisch erschreckend schwach. Dazu niemand auf dem Feld, der Verantwortung übernimmt. Nichts, aber auch gar nichts stimmt in dieser Truppe. Klewin mit unübersehbaren Schwächen, die Abwehr wieder einmal häufig nicht im Bilde, ein Mittelfeld das den Namen nicht verdient und ein Sturm der an Harmlosigkeit nicht zu überbieten ist. Wäre Aue nicht so schwach, sie hätten Arminia mit 4:0 nach Hause geschickt. Gegen St. Pauli werden die Arminen ihr blaues Wunder erleben. Und dann beginnt der Abseigskampf pur. Und das hat nichts mit Schwarzseherei zu tun. Saibene kann einem leid tun. Aber er muss mit dem klar kommen, was ihm zur Verfügung steht. Und das ist nicht besonders viel.

4 Kommentare

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