>

Sa., 03.11.2018

Arminia sucht den Weg aus der Krise – Sonntag kommt St. Pauli – mit Video In der Pflicht

»Alle sind voll frustriert. Das macht ja keiner bewusst«, sagt Chefcoach Jeff Saibene (mit den Assistenten Sebastian Hille, Carsten Rump und Torwarttrainer Marco Kostmann, von links) nach fünf Pleiten am Stück.

»Alle sind voll frustriert. Das macht ja keiner bewusst«, sagt Chefcoach Jeff Saibene (mit den Assistenten Sebastian Hille, Carsten Rump und Torwarttrainer Marco Kostmann, von links) nach fünf Pleiten am Stück. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Bei Arminia Bielefeld wird nichts unversucht gelassen, um endlich wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Sogar eine Spieleraussprache ohne das Trainerteam hat es vor dem Duell mit dem FC St. Pauli (Sonntag, 13.30 Uhr) gegeben.

»Das ist ein guter Ansatz, dass sich die Spieler die Meinung sagen und alles auf den Tisch kommt. Das kann eine befreiende Wirkung haben«, sagt DSC-Trainer Jeff Saibene. Der Luxemburger verhehlt nicht, dass es »Reibereien« gibt. »Wenn es nicht läuft und nahezu alle Spieler fit sind, kann nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein, das ist ganz normal. Es artet nicht aus, aber natürlich ist der eine oder andere unzufrieden«, erklärt der Coach. Am Mittwoch im Pokalspiel gegen Duisburg hatten sich Fabian Klos und Prince Osei Owusu auf dem Platz gezofft. »Das ist vom Tisch«, sagt der Trainer.

Saibene nach 0:3 »sportlich enttäuscht«

Saibene versuchte in den vergangenen Wochen eine Menge, um der Krise Herr zu werden. Bislang verpufften alle Maßnahmen wirkungslos. Egal, wen er aufstellt und in welchem System, Arminia verliert und verliert. Inzwischen sind es fünf Pflichtspielniederlagen am Stück, mit dem Tiefpunkt gegen Duisburg. Nach dem 0:3 zeigte sich der Trainer »sportlich ein bisschen enttäuscht von der Mannschaft. Aber es ist keiner dabei, der nicht gewinnen will. Sie wollen alle. Alle sind voll frustriert. Das macht ja keiner bewusst«.

Ob er die Spieler nun noch mehr in der Pflicht sehe, wurde Saibene am Freitag gefragt. Seine Antwort: »Wir stehen alle in der Pflicht, auch das Trainerteam muss sich hinterfragen.« Sie seien auf der Suche nach Lösungen, nicht nur personell. »Ich mache mir natürlich extrem viele Gedanken. Es gibt nur dieses eine Thema in meinem Leben. Ich wache morgens auf und denke über die Optionen nach. Wer spielt in der Innenverteidigung, im Mittelfeld, im Sturm?«, sagt der Trainer.

Breiter Kader soll genutzt werden

Vielleicht hat Saibene mit seinen Wechseln und Umstellungen auch zur allgemeinen Verunsicherung, besonders in der anfälligen Abwehr (18 Gegentore in elf Ligaspielen), beigetragen. »Ich verstehe die Fragen danach, aber ich glaube nicht, dass das entscheidend ist. Weil es alles Spieler sind (die Innenverteidiger Behrendt, Börner, Salger, Anm. der Red.), die über Jahre in der 2. Liga gespielt haben. Es sollte kein Thema sein, denn sie haben schon so oft zusammen gespielt«, erklärt der 50-Jährige.

Er habe einen breiten Kader zur Verfügung und müsse alle Spieler mitnehmen. »Wenn man wechselt, wird das hinterfragt. Wenn man nicht wechselt, sagen die Spieler: Wir haben zweimal verloren, warum bekomme ich keine Chance? Wir müssen einfach mal gewinnen, dann ist das alles kein Thema«, ist der Trainer überzeugt.

Comeback von Mittelfeld-Routinier Schütz?

Routinier Tom Schütz könnte im Mittelfeld sein Comeback nach langer Verletzung feiern. Auch Patrick Weihrauch ist eine Option. »Ich habe mit ihm unter vier Augen gesprochen. Er hat extrem viel Potenzial, aber er muss es auch abrufen«, fordert der Trainer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6162860?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F