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Mo., 05.11.2018

Verbesserte Arminia verliert auch gegen St. Pauli – Arabi gibt Saibene Rückendeckung Der Druck steigt

Gegen St. Pauli unter Starkstrom: Die Niederlagenserie verlangt Arminia-Trainer Jeff Saibene alles ab.

Gegen St. Pauli unter Starkstrom: Die Niederlagenserie verlangt Arminia-Trainer Jeff Saibene alles ab. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Das Abstiegsgespenst haucht den Arminen seinen kalten Atem in den Nacken. Nach dem 1:2 (1:0) gestern im Zweitligaspiel gegen den FC St. Pauli trennen den DSC nur noch drei Punkte von Tabellenplatz 17. Klar, dass nach nun sechs Pflichtspiel-Pleiten in Folge auch auf Bielefelds Trainer Jeff Saibene der Druck immer größer wird.

»Ich weiß, dass das zum Geschäft gehört: Wenn man viele Spiele verliert, steht der Trainer zur Debatte. Aber das interessiert mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Das lässt mich komplett kalt«, sagte der Coach und meinte: »Wenn es so sein sollte, dann ist es so. So ist das Leben.«

Weil die Arminen vor den 22.446 Zuschauern eine deutliche Leistungssteigerung zeigten und während der umkämpften 90 Minuten zu keinem Zeitpunkt den Verdacht verstärkten, von ihrem Trainer nicht mehr erreicht zu werden, muss der 50-Jährige (zunächst) nicht um seinen Job fürchten. Doch natürlich weiß auch Saibene, dass es die Partie am kommenden Sonntag beim FC Ingolstadt in sich hat. Oder wie Kapitän Julian Börner es formuliert: »Da geht es um die Wurst.«

Vertrauen in den Trainer bleibt

Daran, dass Saibene auch in der Partie beim Tabellenletzten auf der Bank sitzen wird, ließ Arminias Sport-Geschäftsführer Samir Arabi keinen Zweifel. »Natürlich wird er das«, sagte er auf Nachfrage und erklärte, dass ein Was-wäre-wenn-Szenario für den Fall einer weiteren Niederlage bislang kein Thema gewesen sei. Vielmehr gehe es darum, dieser schwierigen Situation mit Mut zu begegnen, denn: »Mit Mut sind wir mit Jeff Saibene schon einmal aus einer solchen Situation herausgekommen«, erinnerte Arabi an die Spielzeit 2016/17, als der Luxemburger den DSC neun Partien vor dem Saisonende übernahm und zum kaum noch für möglich gehaltenen Ligaerhalt führte.

Um sich auch weiterhin nicht den Mechanismen des Fußballgeschäfts ausgesetzt sehen zu müssen, sollte in Ingolstadt aber besser nicht nur die Leistung stimmen, sondern auch das Ergebnis. Saibene ahnt das: »Wenn man keine Punkte holt, wird der Druck immer größer.« Man müsse sich »zum Abstiegskampf bekennen und nicht von etwas anderem träumen«, verlangt der Coach.

Die Spieler untermauerten gestern, dass Saibene und sie weiter zusammengehören. »Wir sitzen alle im selben Boot. Der Trainer ist die ärmste Sau momentan. Wir suchen gemeinsam mit dem Trainerteam nach den Ursachen und nach Lösungen. Wir wollen nicht, dass der Trainer gehen muss«, sagte Börner und meinte: »Es ist noch lange nicht soweit, dass man ihn in Frage stellen muss. Er macht eine tolle Arbeit, versucht uns aufzurichten. Das wird er auch diesmal wieder tun.«

Verunsicherung nach dem Ausgleichstreffer

Auch Anderson Lucoqui, einer von sechs neuen Startelfspielern im Vergleich zur 0:3-Pokalpleite am Mittwoch gegen Duisburg, meinte: »Wir sind ein Team, eine Familie. Jeder ist für jeden da, das gilt auch für den Trainer. Er steht wie ein Schutzschild vor uns, wenn wir mal Fehler gemacht haben – und das gilt andersherum genauso.«

Lucoqui war derjenige, der Bielefelds Führung initiierte. Die Flanke des Linksverteidigers landete über einen Umweg bei Keanu Staude. Entschlossen schoss der Flügelspieler aus 17 Metern den Ball ins Tor (1:0, 7. Minute).

Nach der Halbzeit hatte Staude sogar das 2:0 auf dem Fuß, St.Paulis Keeper Robin Himmelmann aber klärte überragend (48.). Quasi im Gegenzug dann das: DSC-Verteidiger Stephan Salger holte Jeremy Dudziak von den Beinen – Elfmeter. Marvin Knoll verwandelte sicher (50.). Mit dem 1:1 kehrte blitzartig die Verunsicherung zurück. »Es liegt nicht am Trainer, es liegt an uns, dass nach dem Ausgleich die Angst in den Köpfen ist und wir so schnell zusammenbrechen«, sagte Lucoqui. So war es beinahe logisch, dass Mats Møller Dæhli nur sechs Minuten später mit dem Tor zum 1:2 die Partie komplett drehte.

Nächstes Spiel in Ingolstadt

Arminia war von der Rolle, der neue, wenn auch nur vorübergehende Spitzenreiter St. Pauli dem 3:1 nahe. Richard Neudecker hatte die Entscheidung auf dem Fuß, traf aber nur die Latte (66.). Doch die Bielefelder fingen sich noch mal und hätten sich in der Schlussphase belohnen können. Patrick Weihrauch scheiterte in der Nachspielzeit allerdings am starken Himmelmann (90.+1).

»Wenn man oben steht, gewinnt man solche Spiele. Wenn man unten steht, verliert man sie«, sagte Saibene. Doch was ihm Hoffnung gibt: »Dynamik, Kampf und Leidenschaft waren wieder da. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten und untereinander kritisch sind.«

So wie bei der teaminternen Aussprache nach der Pokal-Klatsche gegen Duisburg. »Wir haben uns gesagt, dass es vielleicht auch mal knallen muss untereinander«, sagte Börner und berichtete gegenüber den Reportern von einem »intensiven Gespräch. Aber wie hart es tatsächlich zuging, werdet weder ihr erfahren noch das Trainerteam.« Man habe jedoch »gemerkt, dass die Aussprache gefruchtet hat und dass man wieder füreinander da war. Manchmal braucht es so etwas.«

Saibene jedenfalls blickt zuversichtlich in Richtung Ingolstadt: »Daran, wie die Mannschaft spielt, sieht man, dass es untereinander stimmt«, sagte er und meinte: »Die Art und Weise hat mich an die alten Zeiten erinnert. Deshalb habe ich ein gutes Gefühl.«

Kommentare

Durchhalteparolen helfen nicht

Wenn Arabi weiterhin, solche Leute wie
Schiplock usw einkauft und 2 1/2 Mill Einnahme für
einen mittelprächtigen Voglsammer sausen lässt,
geht Arminia wieder schweren Zeiten entgegen.
Bei Saibene läuft in jedem Spiel eine andere
Mannschaft auf und das zeugt eindeutig davon, dass er die Übersicht verliert. Wir sind Saibene alle
dankbar für 1 1/2 aufregende Jahre, aber meine
Meinung ist, Arabi u Sabene werden uns diesmal
nicht vor dem Abstieg bewahren.

Einer für alle, alle für Einen.

Richtig so. Die Saison erstmal zu Ende spielen und dann verstärken. Jeff Saibene ist mit Abstand die beste sportliche Personalentscheidung, die es je bei Arminia gegeben hat. Das Thema Trainer sollte jetzt vor allen Dingen endgültig wieder in der Presse abgehakt sein liebes Westfalen Blatt und liebe Neue Westfälische. Lasst die Leute arbeiten und berichtet über die positiven Erlebnisse! Und hört auf negative Stimmungslage zu machen im Umfeld des Vereins und versucht bitte nicht weiter die Fans zu spaltet. Auch ihr Presseleute habt was davon, wenn Arminia positiv spielt. Also bitte auch motivierende Berichterstattung. Und das Trio Rejek/Arabi/Saibene plus Trainerteam sollten ohne wenn und aber zusammen stehen! Saibene hat die Fans wieder zu Arminia gebracht, Aufbruchstimmung erzeugt und trotz Vereinsherzinfarkts Stufe 5, die Jungs sportlich immer gepusht und motiviert. Weiter so! Zusammen!

"In der Ruhe liegt die Kraft"


Man kann das Trainer Gelabber nicht mehr hören !! Die Saison ist ein drittel Durch und es sind noch 22. Spiele.
Andere Frage; wer bezahlt den neuen Trainer...….. Arabi, die Stadt Bielefeld, ??? Wer soll das Machen?? Bitte nicht Käsebrötchen N.M....bleibt mal alle schön entspannt, sechs Punkte und man steht wieder im guten Mittelfeld. Die TRUPPE stand schon mal viel schlechter...….

3 Kommentare

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