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Fr., 09.11.2018

Nicht nur Arminia-Trainer Saibene hat in Ingolstadt etwas zu verlieren Es steht viel auf dem Spiel

Arminias Trainer Jeff Saibene steht unter Druck.

Arminias Trainer Jeff Saibene steht unter Druck. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Schon einmal hat Jeff Saibene bewiesen, dass er Arminia aus der Krise führen kann. Im März 2017 schien der Zweitligist dem Abstieg geweiht, als der Trainer übernahm und den DSC zum kaum noch für möglich gehaltenen Klassenerhalt führte. Im November 2018 steht es erneut nicht gut um Arminia. Der große Unterschied zu damals: Diesmal hat Saibene etwas zu verlieren.

Spruchreif

»Es kann doch nicht sein, dass wir einen Trainer, der uns vor eineinhalb Jahren den Allerwertesten gerettet hat, jetzt vom Hof jagen.«

Hans-Jürgen Laufer, DSC-Präsident, zur Diskussion um Arminias Coach Jeff Saibene.

Sollte er am Sonntag mit Bielefeld in Ingolstadt (13.30 Uhr, Audi-Sportpark) unterliegen , ist eine Entlassung nicht mehr kategorisch auszuschließen. Unfassbar eigentlich, nachdem bis vor sechs Wochen noch alles in Butter war. Der DSC war Sechster – mit einem Punkt Rückstand auf Platz zwei. Es folgte eine Niederlage, dann noch eine, und noch eine; mittlerweile sind es sechs am Stück: fünf in der Liga, eine im Pokal.

Eine Pleitenserie, die an jene erinnert, die vor fast genau fünf Jahren den damaligen DSC-Coach Stefan Krämer in die Bredouille brachte. Krämer verlor sogar sieben Mal in Folge. Dann gewann er 2:1 beim FSV Frankfurt – und durfte (vorerst) bleiben.

Vielschichtige Gründe

Saibene weiß, dass es besser wäre, die Geduld der DSC-Entscheider nicht weiter zu strapazieren , sprich nicht mit Krämer gleichzuziehen. Zumal die anschließende Länderspielpause aus Klubsicht ein durchaus geeigneter Zeitpunkt sein könnte, um etwas Neues zu probieren. Doch dass eine weitere Niederlage gleichbedeutend mit Saibenes Rauswurf wäre, ist längst nicht gesagt. Die Gründe sind vielschichtig.

Der Fußball, den Arminia über weite Strecken der vergangenen eineinhalb Jahre unter dem Luxemburger gespielt hat, ist der attraktivste seit langem. Zudem hat der Coach zahlreichen Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance gegeben. Das, seine Erfolge sowie seine zurücknehmende Art haben dem Trainer hohe Sympathiewerte eingebracht. Von solchen profitierte damals auch Krämer, für dessen Verbleib die DSC-Fans 2013 sogar demonstrierten.

Aufwärtstrend fortsetzen

Dass ein Trainerwechsel zudem nicht immer gleichbedeutend ist mit einem Aufschwung, dafür dient der kommende Gegner als Beispiel. Seit Alexander Nouri Ende September das Traineramt beim FCI übernommen hat, hat Ingolstadt noch nicht gewonnen. Nouris Bilanz: sechs Spiele, zwei Remis, vier Niederlagen. Auch er muss schon wieder zittern.

Um die Spekulationen um seine Zukunft zu beenden, bleibt Saibene eigentlich nur eines: den Aufwärtstrend vom jüngsten Spiel fortsetzen und punkten (zumindest einfach). Und wenn es doch schief geht? Eine deutliche Antwort dazu lieferte Arminia-Profi Anderson Lucoqui. Nach dem 1:2 am Sonntag gegen St. Pauli sagte der 21 Jahre alte Deutsch-Angolaner: »Ich hoffe nicht, dass es für ihn ein Endspiel ist. Das ist eher für uns ein Endspiel, dass wir so einen Trainer verlieren können.«

Kommentare

Plan B für den Fall einer Niederlage in Ingolstadt

Der Trainer wird gefälligst weiterarbeiten bis sein Vertrag endet, es sei denn, er hat selbst den Wunsch zu gehen. Spielerverträge, die am Saisonende auslaufen, werden nicht vorzeitig verlängert. Spieler, deren Verträge nicht für die dritte Liga gelten und die daher ablösefrei gehen könnten, werden in der Winterpause verkauft, es sei denn, sie verpflichten sich sofort, auch im Falle eines Abstiegs für die Arminia weiterzuspielen. Lücken im Kader und Defizite bei der Leistung werden, wie in den letzten Jahren durch 1a Leihspeler bis zum Saisonende ausgeglichen. Es werden keine Spieler gekauft, die alters- oder verletzungsbedingt von der Tribüne kommen, egal wie gut sie früher mal waren! Ich würde das auch unabhängig vom Ergebnis in Ingolstadt so machen.

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