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Mo., 12.11.2018

Arminias Jahreshauptversammlung steht im Zeichen der gelungenen Sanierung Das Ende der Schuldenjahre

Präsident Hans-Jürgen Laufer (links) und Arminias Geschäftsführer Markus Rejek.

Präsident Hans-Jürgen Laufer (links) und Arminias Geschäftsführer Markus Rejek. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Wohl selten waren Jahreshauptversammlungen des DSC Arminia Bielefeld für die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren auch nur annähernd ein Vergnügen. Die zuletzt sportlich sehr angespannte Situation ausgenommen, ist die Versammlung an diesem Montag (19.05 Uhr, Krombacher Stammtisch Schüco-Arena) dagegen eine Aneinanderreihung erfreulicher Ereignisse.

Die Rettung durch das Bündnis Ostwestfalen im vergangenen Winter, der geglückte Stadionverkauf und schließlich noch der finale Schritt zur Sanierung des DSC durch die Zustimmung der Stadt Bielefeld, dem Verein 1,17 Millionen Euro Schulden zu erlassen: Wirtschaftlich sind die Aussichten nach Jahren im Schuldensumpf und vielen existenzbedrohenden Momenten für Arminia-Verhältnisse ungewöhnlich positiv.

»Man muss die Entwicklung mit der seit Januar 2018 vergleichen. Für alle müsste die jetzige Situation eine große Erleichterung sein. Diese Konstellation mit den heimischen Unternehmen ist, glaube ich, nur hier möglich. Es ist ein Merkmal für die Region, wie es gelöst wurde«, schwärmt DSC-Geschäftsführer Markus Rejek.

Neue Besitzer weder Investmentfonds noch Scheichs

Eine Marathonsitzung wie im Januar, als sich die JHV insbesondere wegen des Themas Stadionverkauf über sechs Stunden zog, ist an diesem Montag nicht zu erwarten. Und wenn es doch länger dauert, dann wird es womöglich wieder nur an diesem Thema liegen. Es bewegt die Fanseele, wenn das Herzstück des Klubs nicht mehr dem Verein, sondern Investoren gehört. Kritik schließen die Verantwortlichen also nicht aus, gehen den Abend aber dennoch beruhigt an. »Es gibt an dem ganzen Thema Stadionverkauf nichts heikles. Deshalb bin ich völlig entspannt. Auch deshalb, weil es ein super Deal ist und uns nichts Besseres passieren kann«, betont Präsident Hans-Jürgen Laufer.

Tatsächlich sind die neuen Besitzer weder Investmentfonds noch Scheichs – sondern regionale Unternehmen und Einzelpersonen. Dr. August Oetker KG, Gauselmann AG, Heinz Anstoetz Beteiligungs-KG, Wilhelm Böllhoff GmbH & Co KG, Fr. Möller Beteiligungs-GmbH, Gildemeister Beteiligungen GmbH, Bautra GmbH, Borchard GmbH & Co Bau KG und FHO Invest GmbH & Co. KG: So heißen die zukünftigen Eigentümer.

Nahezu schuldenfrei

Für Kritik sorgte dabei zuletzt die Beteiligung von Arminias Aufsichtsratsvorsitzenden Hartmut Ostrowski (FHO Invest) in Höhe von 500.000 Euro an diesem Konsortium. Ob es sinnvoll ist, dass ein Gremienmitglied auch Stadionkäufer sei, fragten sich einige. Markus Rejek sieht hier aber keinen Anlass für Skepsis: »Ich bin froh, dass jemand aus den Gremien sagt, dass er dabei ist. Das ist auch ein Zeichen an die kaufenden Unternehmen, eine vertrauensbildende Maßnahme. Es zeigt, dass Herr Ostrowski von der Sache überzeugt ist.«

Dass der DSC nun nahezu schuldenfrei ist, sei vor allem dem Engagement der Unternehmen zu verdanken, »wofür wir sehr dankbar« sind, merkt Laufer an. Und auch wenn die ganze Entwicklung »sehr erfreulich« sei, wie es Markus Rejek beschreibt, will man heute Abend keiner kritischen Frage ausweichen: »Dafür sind solche Veranstaltungen schließlich da. Wir wollen transparent sein.« Auch das war bei Arminia in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

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