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Do., 15.11.2018

Vier Privatiers und sechs Firmen Ihnen gehört jetzt die Alm

Ein Foto fürs Büro (v.l.): Sportchef Samir Arabi, Hans-Wilhelm Beckmann (Dr. Oetker), Dr. Maurice Eschweiler, Geschäftsführer Markus Rejek und Präsident Hans-Jürgen Laufer.

Ein Foto fürs Büro (v.l.): Sportchef Samir Arabi, Hans-Wilhelm Beckmann (Dr. Oetker), Dr. Maurice Eschweiler, Geschäftsführer Markus Rejek und Präsident Hans-Jürgen Laufer. Foto: Thomas F. Starke

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Es wird noch in diesem Jahr den Notartermin geben und anschließend die Zahlungen. Davon sind alle Käufer der Schüco-Arena überzeugt . Und sie haben ab 2019 einen Mieter: der DSC Arminia hat einen Vertrag über 15 Jahre.

Erstmals seit dem Beginn von Arminia Bielefelds zeitweiligen Erstliga-Gastspielen und zumeist höchst angespannter Kassenlage ist es nicht zum Umschichten von Altschulden gekommen, sondern zu einem tatsächlichen Schuldenschnitt.

Neben sechs Unternehmen aus dem Bündnis OWL, die 50 Prozent der Gesellschafteranteile an der neuen Bündnis Alm GmbH halten, geht die zweite Hälfte an vier Einzelpersonen. Die halten ebenfalls 50 Prozent, sind dem Vernehmen nach mit jeweils 1,25 Millionen Euro in einer zweiten GmbH vertreten. Die heißt 3BO, weil drei der Namen mit einem B beginnen, einer mit einem O.

Eine Herzenssache

Mit dabei sind Dr. Christoph Buse, Franz-Christoph Borchard, Hartmut Ostrowski und Jürgen Budde. Der Unternehmer aus Hillegossen ist stolz, dass das Projekt Stadionverkauf am Montag vorgestellt werden konnte. Die Einlage in die GmbH, sagt er, ist privates Geld. Es ist, wie man steuerrechtlich sagen würde, »Liebhaberei«. Es ist aber, so Budde, eine Herzenssache. Schließlich hatten sich die Freunde, die sich vom Netzwerk Arminia gut kennen, schon länger mit dem Gedanken einer Kaufbeteiligung befasst.

Auswärtige Interessenten sind nicht zum Zuge gekommen

Was alle Beteiligten besonders freut: Auswärtige Interessenten sind nicht zum Zuge gekommen. Die ostwestfälische Lösung ist eben bodenständig, vertrauensvoll und mit Perspektive, aberganz bestimmt ohne Spekulationen.

Der Wechsel vom Eigentümer zum Mieter, unterstreicht Franz-Christoph Borchard, werde Arminia auch die finanziellen Spielräume geben, noch offene Aufgabenstellungen im Stadion anzugehen. Borchard nennt als erstes die VIP-Räume in der alten Haupttribüne: »Da kann man sich andernorts einiges abschauen.«

Gute Chancen hat laut Geschäftsführer Markus Rejek auch die Entwicklung des Nachwuchsleistungszentrums an der Friedrich-Hagemann-Straße. Ein neues Gutachten erlaubt weitere Planungen an dieser Stelle. Dazu gehört auch ein neues Gebäude.

Gauselmann

»In Düsseldorf steht nur unser Name dran, hier in Bielefeld gehört uns ein Stück Stadion«, freut sich Lars Felderhoff. Der Finanzvorstand der Gauselmann AG ist stolz auf den Zusammenhalt in Ostwestfalen. Die Sportbegeisterung der Familie Gauselmann hatte Arminia bereits in früheren Jahren häufiger in Krisenzeiten geholfen. Das Familienunternehmen aus Espelkamp (12.500 Mitarbeiter, 3 Milliarden Euro Umsatz) gehörte zu den Gründungsmitgliedern im Bündnis für Ostwestfalen.

Dr. Oetker

Neue Zeiten bei Dr. Oetker: Das Familienunternehmen zeigt Flagge bei Arminia. Wo man früher eher aus der zweiten Reihe finanziell aushalf, gibt es jetzt sogar eine eigene Oetker-Familientribüne. In schwarz-weiß-blauer Vorzeit hatte Rudolf August Oetker seinen besten Mann zu Arminia geschickt: Dr. Jörg Auf der Heyde wurde nach dem Skandal 1973 der Präsident des Neubeginns. Sein Sanierungskonzept half, die Million Schulden zu tilgen und die Qualifikation für die 2. Bundesliga zu schaffen.

DMG Mori

»Ostwestfalen hat ganz oft eine eigene Antwort«, sagt Dr. Maurice Eschweiler. Der Personalvorstand von DMG Mori ist überzeugt, dass der Maschinenbauer, weltweit einer der Top Drei der Branche, und Arminia als ein Leuchtturm der Region ähnlich dem Kölner Dom zusammengehören. Dem Milliardenkonzern aus Sennestadt geht es weniger um ein Stück vom Stadion. Man will voneinander lernen, sagt Eschweiler. Im Werben um Spitzenpersonal ist Arminia ein Standortfaktor der Region.

JAB Anstoetz

»Ich habe hier sogar schon Rasen abgestochen«, bekennt Claus Anstoetz stolz in die Runde. Für das Unternehmen aus Oldentrup war der DSC von jeher Familiensache. Schon sein Vater Heinz hat den Verein unterstützt. Heute führen die drei Brüder Ralph, Claus und Stephan das in seiner Art weltweit einzigartige Unternehmen für anspruchsvolle Wohnwelten, für Wohntextilien, Möbel und Teppiche, zu dem auch das Golf-House gehört. Fußball bei Arminia lieben alle bei Anstoetz.

Böllhöff

Bei Böllhoff weiß man nicht nur, wie man mit Stanznieten Automobile zusammenhält und wie man seit mehr als 140 Jahren an der richtigen Schraube dreht. Als Sponsor war das Familienunternehmen Arminia lange verbunden. Die Mitgliedschaft im Bündnis ist selbstverständlich für ein Familienunternehmen in der Mittelstandsregion, so wie finanzielles und soziales Engagement vor Ort. Selbst, wenn man mit 3000 Mitarbeitern längst Global Player ist an 40 Standorten in 24 Ländern.

Möllergroup

Die Möllergroup mit fast 300-jähriger Geschichte als Familienunternehmen steht fest zum Bündnis für Arminia. Davon ist Geschäftsführer Rainer Schütte überzeugt. Die Gruppe beschäftigt 2300 Mitarbeiter, versteht sich als Global Player. »Es bedarf wohl so einer extremen Situation, einen Millimeter vor dem Abgrund«, erklärt sich Schütte den Aufbau des Bündnisses in knapp einem Jahr. Arminia ist ein Leuchtturm, so Schütte: »Und das Bündnis für den Leuchtturm darf noch wachsen.«

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