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Fr., 23.11.2018

0:1 – schwache Arminia verliert erneut gegen Duisburg Zurück in der Krise

Viele Zweikämpfe, wenig fürs Auge: Der MSV und die Arminen, hier Keanu Staude (Mitte), boten Magerkost.

Viele Zweikämpfe, wenig fürs Auge: Der MSV und die Arminen, hier Keanu Staude (Mitte), boten Magerkost. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Der Aufschwung war nur ein Hauch: Den Start in bessere Zeiten hatte sich Arminia Bielefeld durch das 1:1 in Ingolstadt erhofft. Nach dem 0:1 (0:0) gegen den MSV Dusiburg am Freitagabend steckt der DSC stattdessen wieder tief drin in der Krise.

Etwas mehr als drei Wochen war es her, da wies der MSV die Arminen im eigenen Stadion schon einmal in die Schranken: 0:3 und der DSC war raus aus dem DFB-Pokal. Nun, bei der Revanche, sollte alles besser werden, was es nach dem Gruselauftritt an Halloween eigentlich auch nur konnte. Nicht allein deshalb hatten die Bielefelder einiges gutzumachen. Arminia ist auch der einzige Zweitligist, der seine letzten vier Heimspiele allesamt verloren hatte. Zudem hält sie Sieglosserie des letztjährigen Tabellenvierten weiter an.

Sportlich maue Momente

Aber: Die Arminen machten es dieses mal zumindest am Anfang besser als beim letzten Duell mit dem MSV. Das 1:1 in Ingolstadt nach zuvor sechs wettbewerbsübergreifenden Niederlagen in Folge schien dem Selbstvertrauen der Mannschaft von Trainer Jeff Saibene tatsächlich gut getan zu haben. Nicht Duisburg, sondern der DSC gab in der Schüco-Arena gleich den Ton an. In einen von Keanu Staude getretenen Ball schmiss sich in letzter Sekunde Andreas Wiegel (9.). Kurz darauf stoppte kein Duisburger, sondern der Pfosten einen Schuss von Staude (11.).

Auch wenn es zunächst einen guten Eindruck machte, was die Hausherren anboten, haben die sportlich mauen Momente der vergangenen Wochen doch sichtbare Spuren bei den Fans hinterlassen. Nur 14.766 Zuschauer verloren sich auf der Alm – Saisonminusrekord. »Nach sieben sieglosen Spielen würde ich am Freitagabend bei null Grad auch nicht unbedingt ins Stadion gehen«, hatte sogar Kapitän Julian Börner im Vorfeld selbstkritisch angemerkt.

Weiterhin nur 13 Punkte

Die, die auch dieses mal kamen, sahen im ersten Durchgang nur eine Chance der Gäste. Moritz Stoppelkamps Kopfball lenkte DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno, der nach vier Wochen Verletzungspause zurück im Kasten war, um den Pfosten (13.). Bei Arminia probierte es Börner ebenfalls per Kopf, scheiterte aber an Duisburgs Schlussmann Daniel Mesenhöler (34.). Insgesamt verflachte die Partie im Laufe der ersten Halbzeit mehr und mehr.

Und spielerisch war auch im Anschluss keine Besserung in Sicht. Priorität hatte der Sicherheitsgedanke, ansehnliche fußballerische Entfaltung war deshalb nicht angesagt. Saibenes klare Vorgabe war, die Null zu halten und defensiv so wenig wie mögich zu zulassen. Darüber erarbeitete sich der DSC die Sicherheit, die in den Wochen zuvor nahezu komplett abhanden gekommen war. Überhaupt hatten die Arminen zuvor nur einmal in dieser Saison zu Null gespielt – Mitte September beim 0:0 in Magdeburg.

Diesem Bielefelder Vorhaben machte Ahmet Engin aber einen Strich durch die Rechnung. Nach einem Ballverlust des DSC landete der Ball beim Duisburger, der zur Führung einschoss (82.). Die Hoffnung auf bessere Zeiten war vom einen auf den anderen Moment wie weggeblasen.

Mit weiterhin 13 Punkten muss Arminia nun nächste Woche Freitag zum Duell beim SC Paderborn (18.30, Benteler-Arena) antreten.

Statistik

Arminia Bielefeld: Ortega - Behrendt, Börner, Brunner - Clauss (76. Salger), Prietl, Schütz, Hartherz - Weihrauch (85. Owusu), Staude - Klos (73. Voglsammer)

MSV Duisburg: Mesenhöler - Wiegel, Bomheuer, Nauber, Wolze - Fröde, Schnellhardt (90.+1 Hajri) - Engin, Stoppelkamp (85. Regäsel) - Taschtschi - Iljutcenko (65. Verhoek)

Schiedsrichterin : Bibiana Steinhaus (Hannover) - Zuschauer: 14766

Tore : 0:1 Engin (83.)

Gelbe Karten: Brunner (5) / Regäsel (1), Hajri (1)

 

Kommentare

Angsthasenfussball

Das war Angsthasenfussball. Die Aufstellung für ein Heimspiel gegen den Tabellennachbarn zu defensiv. Gewinne lieber 3-2, als unglücklich 0-1 zu verlieren. Die Rotationen und Varianten verunsichern das Team. Ich denke, intern hängt der Hausfrieden schief. Die ersten 15 Minuten haben die Arminen vertikal gespielt, mit Risiko, aber so generiert man Chancen. Das Spiel mit Ballbesitz in der Breite, kann Arminia nicht, dafür passieren zuviele Stockfehler. MSV Duisburg ist nun endgültig zum Angstgegner mutiert. Im Pokal und Ligaspiel waren sie aber auch mit den schnellen und technisch sauberen Fussball überlegen.

Schnell Saibenes Vertrag verlängern

Jetzt mus der Arabi aber tätig werden, schnell den Vertrag mit Saibene verlängern, mit Klausel für die 3.und 4. Liga. Nachher haut der noch ab. Arme Arminia, so schlecht ward ihr lange nicht mehr, und das mit der besten Truppe seit Jahren.

Einfach nur schlecht

Das Spiel dieser Mannschaft ist schwer verdaulich. Nach wie vor so gut wie keine Ideen, kein Spielwitz, hausbacken und leicht auszurechnen. Dazu haarstäubende Fehler im Passspiel. Sorry: Das ist Regionalliga Niveau. Die Mannschaft ist ohne jegliche Kreativität. So schlimm es ist: Duisburg hat verdient gewonnen. Es geht nun eindeutig gegen den Abstieg. Und wenn in der Winterpause nicht mindestens drei Neuverpflichtungen erfolgen, wird der Abwärtstrend aus meiner Sicht nicht aufzuhalten sein.
Mittlerweile verstehe ich auch Jeff Saibene nicht mehr: Leute wie Clauss, Hartherz und Klos haben in der Mannschaft nichts verloren. Clauss ist ein Sicherheitsrisiko und zweikampfschwach, Hartherz bringt 90% seiner Pässe an den Gegner und Klos, na ja. Wenn das so weitergeht, werden auch die Dauerkarteninhaber lieber zu Hause bleiben. Respekt für die, die sich heute haben durchfrieren lassen. Noch ein Tipp: Schaut mal nach Paderborn, dort hat man erkannt wie es geht. Das ist Fußball, da geht einem das Herz auf.

Einen Punkt verschenkt

Trotz viel Defensivarbeit konnte die 0 leider nicht gehalten werden. Eine Situation hat leider gereicht, um das Spiel glücklich zu entscheiden.
Ich kann nicht viel kritisieren, nur das einige die voll von der Rolle sind immer wieder dürfen.
Dieses Spiel hatte keinen Sieger verdient. Aber auch keinen Verlierer.

4 Kommentare

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