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So., 25.11.2018

Arminia-Bosse wollen sich in Trainerfrage nicht von Emotionen leiten lassen Ruhe und Besonnenheit

Jeff Saibene (links) und sein Co-Trainer Carsten Rump versuchen viel, aber es klappt derzeit nichts.

Jeff Saibene (links) und sein Co-Trainer Carsten Rump versuchen viel, aber es klappt derzeit nichts. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Von den vergangenen acht Pflichtspielen sieben verloren, nur ein Punkt in der 2. Liga seit Ende September, am Freitag das 0:1 gegen den MSV Duisburg – die Lage bei Arminia Bielefeld wird immer schlimmer. Die große Frage lautet: Darf Jeff Saibene bleiben?

Eine klare Aussage zur Trainerzukunft gab es auch gestern nicht. »Wir haben uns bewusst dazu entschieden, nicht direkt nach dem Spiel zusammen zu sitzen. Wir wollen uns nicht von Emotionen leiten lassen, sondern mit Ruhe und Besonnenheit entscheiden«, sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer gegenüber dieser Zeitung. »Anfang der Woche« wolle er mit der Geschäftsführung und verschiedenen Gremienmitgliedern telefonieren, führte der 70-Jährige aus.

Und auch mit dem Trainer solle gesprochen werden, aber nicht nur mit dem, sondern »auch mit dem Mannschaftsrat«. Da all diese Gespräche Zeit in Anspruch nehmen, deutet derzeit einiges darauf hin, dass Jeff Saibene am Freitag beim OWL-Duell in Paderborn (18.30 Uhr) auf der Arminia-Bank sitzen wird.

Konkurrenz spielt für Arminia

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hatte schon am Freitag, etwa 45 Minuten nach dem 0:1 gegen Duisburg , gesagt: »Wir müssen Sachen verändern, und das besprechen wir mit dem Trainer. Es ist mir zu platt, den Trainer in Frage zu stellen.« Klar sei aber auch, dass sich die Mannschaft in Paderborn anders präsentieren müsse.

Immerhin: Die Konkurrenz spielt derzeit noch für die Sieglos-Arminen. Arabi: »Es gibt eine große Anzahl von Mannschaften, die im Schlamassel stecken, und dazu zählen wir auch. Aber es ist so, dass wir uns noch selbst befreien können. Es geht jetzt darum, dass wir schleunigst in die Spur kommen müssen.«

Gegen Duisburg standen die Gastgeber im Vergleich zum Pokaldebakel gegen den selben Gegner drei Wochen zuvor (0:3) in der Defensive deutlich besser. Doch in der Schlussphase boten sie doch eine Lücke an, die Ahmet Engin zum einzigen Tor des Abends nutzte. »Wir bringen es nicht fertig, zu Null zu spielen. Das ist ein großes Problem«, sagte Saibene. Nur einmal in 14 Partien, beim 0:0 in Magdeburg am fünften Spieltag, kassierte der DSC kein Tor. »Dass eine gewisse Angst da ist, zu verlieren, merkt man. Es ist für alle eine schwere Situation«, meinte der Trainer mit Blick auf die allgemeine Verunsicherung. Er ist jetzt vor allem als Psychologe gefragt.

Spieler stehen hinter Saibene

Seine Spieler stellten sich erneut hinter ihn. »Wir sind immer gut eingestellt, wir wollen, und wir haben einen Plan. Der Trainer ist die ärmste Sau«, sagte Mittelfeldspieler Tom Schütz. Der 30-Jährige ergänzte: »Wir haben wieder verloren, wir brauchen nichts schönreden. Aber wir spielen ja nicht absichtlich so. Es gibt immer noch genug Spieltage. Wenn Leute sich hinstellen und sagen, dass wir tot sind, sage ich: Wartet mal noch ein paar Wochen ab. Wir geben nicht auf.«

Arminia: Ortega Moreno (3) - Behrendt (3,5), Börner (3,5), Brunner (3,5) - Clauss (5/76. Salger), Prietl (3,5), Schütz (4), Hartherz (4,5) - Weihrauch (4,5/85. Owusu) , Staude (3,5) - Klos (4/73. Voglsammer)

Duisburg: Mesenhöler - Wiegel, Bomheuer, Nauber, Wolze - Fröde, Schnellhardt (90.+1 Hajri) - Engin, Stoppelkamp (85. Regäsel) - Taschtschi - Iljutcenko (65. Verhoek)

Schiedsrichterin: Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 14.766

Tor: 0:1 Engin (82.)

Gelbe Karten: Brunner (5) / Regäsel, Hajri

Kommentare

Unberechtigte Kritik am Trainer

Wenn Spieler systematisch gegen den Trainer spielen wird es für jeden Trainer schwer .
Klos ,Börner ,Salger ,Brandy , Nöthe .
Salger an beiden Toren gegen ST, Pauli ,in Aue .in Ingolstadt gegen Duisburg direkt
beteiligt . Man spielt mit 70% Einsatzwillen , so fällt es bei 95 % der Zuschauer nicht auf .
Gegen St. Pauli waren beide Gegentore gewollt !
Ohne Torschuß keine Torgefahr .
Die Einwechselung von Salger und Vogelsammer kann man dem Trainer ankreiden .
Man spielte gegen Rehm ,dann gegen Krammny ,jetzt gegen Sabaine . Unter Rump wollte man !
Den Spielern muss man klar machen , das ihre Einstellung viele Arbeitsplätze gefährdet .
Von der Putzfrau bis zum Geschäftsführer muss jeder Einzelne, die Spieler in die Pflicht nehmen.
Feiern darf man in der jetzigen Situation nur nach gewonnenen Spielen und nicht vor Meisterschaftsspielen. Im Spiel kann man oder will man keine Leistung abrufen .
.Trainertypen wie Felix Magath oder Maik Walpurgis würden bei der Truppe keine 3 Monate im Amt überleben .
Charakterlich voll daneben .

Ruhe

Momentan ist nicht die Zeit zum schön Spielen. Wichtig ist erstmal hinten gut zu stehen. Vorne könnten wir zur Zeit auch mit 3 Mittelstürmern antreten und würden nicht besser treffen. Keiner der Torjäger ist in guter Form. Die Flanken von Außen kommen auch nicht. Ergo muss die Stabilität aus der Defensive kommen. Auch wenn man dann öfter mit einem Punkt da steht. Es ist keine Zeit für Hurra Fußball.

Ruhe und Besonnenheit sind immer gute Berater, aber bitte nicht einpennen, liebe Arminia-Verantwortliche. Wir haben zwei Heimspiele gegen Sandhausen und Heidenheim sowie zwei Auswärtsspiele gegen Paderborn und Kiel bis zur Winterpause. Holen wir 5-6 Punkte, wäre das die gerade noch akzeptierbare Minimalausbeute und wir würden aller Voraussicht nach dank der günstigen Tabellenkonstellation auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern. Dann sollte man versuchen, die fehlerhafte Transferpolitik zumindest teilweise zu korrigieren, wobei ich keinen einzigen Transfer als solches kritisieren möchte. Es geht allein um die Ausgewogenheit des Kaders. Mit 7 Stürmern und nur einem echten Innenverteidiger in die Saison zu gehen, Behrendt und Salger sind Allrounder, Brunner wurde als Außenverteidiger geholt, halte ich für ziemlich ambitioniert bzw. naiv. Notfalls muss mit Hilfe des neuen Bündnisses ein Bundeliga-IV für 6 Monate ausgeliehen werden sowie ein Spieler des Kalibers eines Reinhold Yabo für das offensive Mittelfeld. Durch einen Abstieg würden wiederum zunächst Millionenwerte (Ablösesummen) verbrannt und weitere Millionen würde es kosten, um zurückzukommen. Dann wäre die Antwort Ostwestfalens auf die 50+1-Debatte nur noch Makulatur und es bliebe erneut ein Scherbenhaufen zurück. Und 6 global agierende Unternehmen hätten zusammen 10 Mios. für ein Stadion investiert, würden mit etwa 800.000 € Mieteinnahmen pro Jahr eine Rendite erzielen, die sich in Zeiten extrem niedriger Zinsen wirklich sehen lassen könnte, würden aber mit der Tatsache in Verindung gebracht werden, Vereine wie Aue, Sandhausen, Heidenheim, Magdeburg und Paderborn nicht hinter sich gelassen zu haben.

Unabhängig vom Ausgang der Saison ist Tabula Rasa angesagt. KEIN aufgeblasener Kader, lieber einen richtig guten Zweitligaspieler verpflichten statt 3 Spielern, die als Backup oder Tribünenhocker geholt werden. Jeder zukünftige Transfer muss als potenzieller Leistungsträger oder als junger Nachwuchsspieler geholt werden.

Leider hat der von mir so geschätzte Trainer nach meiner Auffassung einen erheblichen Anteil an der momentanen Entwicklung, da sind sich viele Fans einig. Ob es mit ihm weitergehen kann, hängt von den Ergebnissen und seiner Einsicht in eigene Fehler ab. Diese ständigen Systemwechsel, zum Teil mitten im Spiel, einmal in der 42. (!!!) Minute, dazu unnötige Rochaden, wobei ausgerechnet der Spieler verschont bleibt, der bis zu 10 Gegentore verursacht hat, haben die Mannschaft verunsichert. Wir brauchen endlich einen IV eines Schlages Borges/Mjatovic, eine Bank vor dem eigenen Tor. Diese unsägliche viel zu defensive Aufstellung gegen Duisburg war allein der Tatsache geschuldet, dass man der eigenen Verteidigung nicht mehr vertraut.

Die 2. grosse Frage heisst Arabi

Es stellt sich nicht nur die Trainer-Frage. Es stellt sich auch die Frage nach dem Sport-Geschäftsführer Arabi. Er trägt die letzte Verantwortung für die Kaderzusammenstellung. In den Kommentaren gestern hier im WB von Beutelipper und mir sind da bereits jede Menge Mängel bei der Kaderzusammenstellung diskutiert worden, die wesentlich zur jetzigen Misere beitragen. Das will ich hier nicht wiederholen.
Gegen Paderborn erwarte ich vom Trainer die Rückkehr zum der Mannschaft vertrauten Fussball: 4-4-2 und wenigstens "mittelhohes" Anlaufen des Gegners, wenn dieser Ballbesitz hat. Dazu sollte er die St.Pauli-Aufstellung wählen (nur mit Ortega statt Klewin, Behrendt statt Salger und Vogl oder Owusu statt Eddy). Und danach bis Weihnachten dabei bleiben.

4 Kommentare

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