>

Mo., 03.12.2018

Das Remis im Derby war ein Schritt nach vorn – der erhoffte Befreiungsschlag war es noch nicht Weiter unter Beobachtung

Trainer Jeff Saibene (rechts mit Assistent Rump) muss gegen Sandhausen liefern. Das fordert auch Sportchef Samir Arabi (Mitte).

Trainer Jeff Saibene (rechts mit Assistent Rump) muss gegen Sandhausen liefern. Das fordert auch Sportchef Samir Arabi (Mitte). Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Für ausgelassene Partystimmung hatte das 2:2 am Freitagabend in Paderborn keinen Anlass geliefert. Eine gute Atmosphäre habe auf der Weihnachtsfeier des DSC Arminia tags darauf in der Schüco-Arena dennoch geherrscht, berichteten Teilnehmer. Kein Wunder, lieferte die Leistung des Krisenklubs beim Remis im OWL-Derby ja durchaus Grund zur Zuversicht.

»Das war ein ordentliches Auswärtsspiel«, betonte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, der allerdings auch meinte: »Wir können uns jetzt nicht zurücklehnen. Wir müssen trotzdem dringend versuchen, mal wieder einen Dreier zu holen.«

Arabis Worte dürfen getrost als Arbeitsauftrag für Jeff Saibene verstanden werden. Zwar hat die über weite Strecken überzeugende Leistung seines Teams in der Benteler-Arena die Position des Trainers gestärkt. Das Ergebnis aber ist für Saibene nicht ungefährlich. Das 2:2 war bereits das neunte Pflichtspiel in Serie, das der DSC nicht gewinnen konnte. »Fußball ist nunmal Ergebnissport«, sagte Arabi – »und wir brauchen Ergebnisse.«

Womit klar sein dürfte, dass auch die folgende Partie am Sonntag gegen den Tabellenvorletzten SV Sandhausen erneut Endspielcharakter für Saibene besitzt. Zumal weder Arabi noch ein anderer Entscheidungsträger gewillt ist, dem Trainer eine Jobgarantie zumindest bis zum Jahresende auszustellen – auch nicht nach dem 2:2.

Weiterhin mutige Spielweise

Gleichwohl erklärte der Sport-Geschäftsführer, den kommenden drei Partien vor der Winterpause optimistisch entgegenzublicken. »Ich hoffe, dass wir jetzt auf die Autobahn draufgefahren sind und so weitermachen werden.« Der Weg auf die Überholspur könne Arabi zufolge indes nur über eine auch weiterhin mutige Spielweise führen.

Eine Einschätzung, die der Sportchef mit Führungsspielern wie Tom Schütz und Fabian Klos teilt. »Wir haben in Paderborn deutlich besser gespielt als in den Wochen zuvor. Wir alle zusammen – Mannschaft und Trainerteam – haben uns darauf geeinigt, dass wir diesen Weg gehen wollen. Dass wir mutig auftreten und aggressiv nach vorne spielen wollen«, betonte Stürmer Klos, Torschütze zum 2:1, und hielt damit zum wiederholten Mal ein Plädoyer für ein 4-4-2-System mit zwei echten Angreifern und einer Viererabwehrkette. Der seit gestern 31 Jahre alte Vizekapitän ist überzeugt: »Für unsere Mannschaft und unsere Mentalität ist das der richtige Weg, um aus der Scheiße rauszukommen, in die wir uns hineinmanövriert haben.«

So sieht das auch Schütz, der erklärte: »Wir haben ein bisschen was umgestellt. Die Mannschaft fühlt sich einfach wohl so.«

»Die Mannschaft werden, die eklig ist«

Zweiter Angreifer neben Klos war Andreas Voglsammer. Sowohl der Torschütze zum 1:0 als auch Klos wurden von Saibene vorzeitig vom Feld geholt. Was angesichts des zu diesem Zeitpunkt hauchdünnen 2:1-Vorsprungs manchem riskant bis töricht

erschien, entpuppte sich als alternativlos. »Beide waren völlig platt«, erklärte Arabi. Klos hätte zudem über Knieprobleme geklagt und schon zur Pause angedeutet, es wohl nicht über die volle Distanz zu schaffen.

Saibene hatte in den Partien zuvor immer mal wieder mit einer Dreierabwehrkette und/oder nur einem echten Angreifer spielen lassen. Mit ihrer Forderung nach einem 4-4-2 hatte die Mannschaft sich vor dem Derby gewissermaßen selbst zusätzlichen Druck auferlegt – und hielt diesem stand. Schütz: »Man hat gesehen, dass die Mannschaft intakt ist. Auf die Leistung, die Einstellung und den Willen müssen wir aufbauen und wieder die Mannschaft werden, die eklig ist und gegen die keiner Bock hat zu spielen. Genau darum wird es in den nächsten Wochen gehen.« Die Partie in Paderborn, so der Mittelfeldroutinier weiter, könne lediglich ein Anfang gewesen sein. »Die Einstellung war okay, mehr aber auch nicht«, meinte Schütz: »Wir müssen jetzt nicht alles schönreden.«

Saibene erklärte indes, die Leistung seines Teams habe ihn an die vergangene Saison erinnert. Damals wurde Arminia Vierter. Aktuell ist das Team 14. und darf froh sein, dass gestern keiner der drei Verfolger Duisburg, Sandhausen und Magdeburg sein Heimspiel gewinnen konnte.

Ungeachtet dessen hatte Saibene schon direkt nach der Partie am Freitag erklärt, was auch weiterhin jedem bewusst sein müsse: »Wir haben das Messer am Hals.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6230844?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F