Seit der WM ist Rurik Gislason ein Social-Media-Star – jetzt kommt er auf die Alm
Der Schöne aus Sandhausen

Bielefeld (WB). Dass der DSC Arminia seinen Anhängern in jüngerer Vergangenheit auf der Alm etwas fürs Auge geboten hätte, lässt sich nun wirklich nicht behaupten. Da trifft es sich doch ganz gut, dass als nächstes der SV Sandhausen (ausgerechnet Sandhausen!) kommt. Und mit ihm Rurik Gislason. Rurik wer? Na Rurik Gislason. Der schöne Isländer, der bei der WM im Sommer eine ungeahnte Popularität erlangte.

Freitag, 07.12.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 19:36 Uhr
Nach der WM zierte Rurik Gislason (Mitte), dem bei Instagram mehr als 1,1 Millionen Menschen folgen, das Cover des Magazins Glamour. Foto: dpa
Nach der WM zierte Rurik Gislason (Mitte), dem bei Instagram mehr als 1,1 Millionen Menschen folgen, das Cover des Magazins Glamour. Foto: dpa

Auslöser war ein Post der brasilianischen Schauspielerin Gabriela Lopes nach Gislasons WM-Debüt gegen Argentinien. »Wie ist es nur möglich, dass man so schön ist?«, postete Lopes – und löste einen regelrechten Hype aus. »Sie hat mein Leben grundlegend verändert«, sagte Gislason nach der WM der Rhein-Neckar-Zeitung. Der 30-Jährige aus Reykjavík kam beim Weltturnier in Russland noch ein zweites Mal zum Einsatz – ohne nennenswerten Erfolg. Island hielt in der Gruppenphase zwar ganz ordentlich mit, schied aber dennoch aus.

Kellerduell mit Bielefeld

Gislason (#sexyrurik) kehrte über seine Urlaubsziele Miami und Island nach Sandhausen zurück. Und rückte den Klub aus Nordbaden, der in der 2. Liga als Synonym für Provinz gilt, in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch auch wenn seit der WM inzwischen weit über eine Million Fans Gislason auf Instagram folgen (vor dem Turnier waren es 36.000), mochten sich Glanz und Glamour des Poster-Boys dann doch nicht so ohne weiteres auf den SV Sandhausen übertragen lassen. Die Baden-Württemberger haben in der laufenden Saison erst zwei ihrer 15 Partien gewinnen können, weshalb sie als Tabellenvorletzter in das Kellerduell mit Bielefeld gehen (Sonntag, 13.30 Uhr).

Auch seit dem Trainerwechsel von Kenan Kocak zu Uwe Koschinat hat sich wenig geändert. Einem 4:0 beim Debüt des neuen Übungsleiters gegen Ingolstadt folgten in der Liga zwei Remis und drei Niederlagen, zuletzt das 1:2 im Derby gegen Heidenheim.

Hoffen auf Einsatz auf der Alm

Gislason, der im Januar vom 1. FC Nürnberg an den Hardtwald wechselte und einen Vertrag bis 2020 besitzt, ist auch unter Koschinat Stammspieler. Ein Treffer ist dem Offensivspieler in der laufenden Serie noch nicht gelungen. Immerhin vier Tore bereitete er vor. In Bielefeld sollen weitere Scorerpunkte folgen. Allerdings klagt der Isländer über muskuläre Probleme im Oberschenkel. Koschinat hofft sehr, dass er den 53-fachen Nationalspieler (3 Tore) auf der Alm einsetzen kann.

Zweitliga-Tristesse statt WM-Glanz also. Apropos: Weil Gislason für Island in Russland am Ball war, hat die Fifa dem SV Sandhausen als einem von insgesamt 25 deutschen Klubs, die Spieler für das Turnier abstellten, Geld überwiesen. 105.000 Euro; immerhin ein kleiner Trost dafür, dass die Sandhäuser bislang in dieser Saison feststellen mussten, dass Schönheit keine Tore schießt.

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