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Mo., 10.12.2018

Nach dem 1:1 gegen Sandhausen: DSC-Trainer erneut auf dem Prüfstand Was wird nun aus Saibene?

Zum Haareraufen: Jeff Saibene kann mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein. Immerhin stimmt die Moral.

Zum Haareraufen: Jeff Saibene kann mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden sein. Immerhin stimmt die Moral. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Die Bilanz wird immer erschreckender, und die Leistungen werden einfach nicht besser: Nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0) gegen den SV Sandhausen lautet die spannende Frage rund um den Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld, ob Jeff Saibene auch beim nächsten Punktspiel am Freitag beim Tabellenvierten Holstein Kiel noch auf der Bank sitzen wird.

Eine Antwort darauf müssen die Gremienvertreter finden, die heute zusammenkommen. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi ließ gestern Abend bereits durchblicken, dass es eng werden könnte für Saibene. »Natürlich sind wir enttäuscht und unzufrieden, dass wir inklusive Pokal das sechste Heimspiel in Folge nicht gewonnen haben und nun schon seit zehn Pflichtspielen sieglos sind. Wir müssen die Situation analysieren«, sagte der 39-Jährige. Es sei nie ratsam, eine Entscheidung aus einer Emotion heraus zu treffen. Aber man habe auch »keine Zeit mehr zu verlieren und keine Punkte mehr zu verschenken. Auch das müssen wir thematisieren.«

Training am Montagvormittag

Am Montag um 10 Uhr versammelt Saibene die Mannschaft zum Training. Ob er morgen noch ihr Übungsleiter ist, ist ungewiss. Der Luxemburger war bemüht, dem unbefriedigenden Remis gegen Sandhausen etwas Gutes abzugewinnen: »Wir haben von den letzten vier Spielen drei nicht verloren«, sagte der 50-Jährige und meinte nach einer kurzen Pause: »Wenn man es positiv sehen will.«

Darauf wird es ankommen; ob die Entscheider noch gewillt sind, der Situation ebenfalls etwas Positives abzugewinnen. Oder ob die über weite Strecken enttäuschende Darbietung gegen den Tabellenvorletzten und die mageren drei von möglichen 27 Punkten aus den vergangenen neun Ligapartien nun doch noch dazu führen, den bei den Fans so beliebten Trainer (Vertrag bis 2021) freizustellen.

Arminia agierte vor den nur 14.091 Zuschauern (Saison-Minusrekord) im ersten Abschnitt viel zu verhalten. Das Bemühen war dem Team nicht abzusprechen, an die mutige Darbietung vom Derby gegen Paderborn (2:2) kam der DSC aber zu keinem Zeitpunkt heran. Weder die Bielefelder noch die Sandhäuser verzeichneten vor der Halbzeit eine ernst zu nehmende Torchance.

Stimmung drohte zu kippen

Als Fabian Schleusener 27 Sekunden nach dem Wiederanpfiff dann auch noch zur Führung für die Gäste traf, drohte die Stimmung auf der Alm zu kippen. Doch mit dem Rücken zur Wand und dem Mut der Verzweiflung kam der DSC in der Folge endlich zu ein paar Gelegenheiten. Die beste vergab Manuel Prietl, der mit einem Kopfball am glänzend parierenden Marcel Schuhen scheiterte (56.). Ob der Ball die Linie schon vollständig überschritten hatte, klärten auch die Fernsehbilder nicht auf. Zuvor hatte Schleusener das 0:2 auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten (53.).

Es dauerte bis zur 79. Minute, ehe Andreas Voglsammer mit seinem Tor zum 1:1 die Arminia wenigstens noch vor der fünften Heimpleite in Serie bewahrte.

Am Sonntag gehörte auch Schiedsrichter Michael Bacher zu denen, die dem DSC das Siegen erschwerten. Der 27-Jährige aus Amerang übersah mit seinem Gespann eine eigentlich unübersehbare Abseitsposition, die dem 0:1 vorausging. »Das war Abseits, das muss man dann auch mal so zugeben«, sagte Gästecoach Uwe Koschinat – wohlwissend, dass es auch albern gewesen wäre, etwas anderes zu sagen. Obwohl: »Der Schiedsrichter behauptet immer noch, dass es kein Abseits war«, sagte Saibene, der angab: »Ich habe selten in meinem Leben so ein klares Abseitstor gesehen. Ich würde sagen, es waren um die zwei Meter.« TV-Sender »Sky« löste später auf: Es waren tatsächlich zwei Meter.

Voglsammers Meinung

Auch Voglsammer war auf den Unparteiischen nicht gut zu sprechen. Es seien »einige Situationen« diskussionswürdig gewesen. Und dann sagte der Angreifer noch über Bacher und dessen Schiri-Kollegen: »Es ist doch Woche für Woche das gleiche. Manche wollen immer eine Show abziehen, dabei haben sie das doch gar nicht nötig. Das machen wir doch auch nicht, wir wollen nur reden. Aber die lassen oftmals Ngar nicht mit sich reden.«

Ebenso klar wie zum Schiedsrichter bezog Voglsammer auch zur Situation Saibenes Stellung: »Ich will, dass der Trainer bleibt und stehe voll hinter ihm. Er hat mein vollstes Vertrauen. Ich reiße mir Woche für Woche den Arsch für ihn auf.«

Es wird sich zeigen, ob sich die Gremienvertreter Voglsammers Meinung am Montag anschließen.

Kommentare

Nicht Saibene oder Rump sind die Schuldigen!

Wenn in der "Ära" Arabi nun mehr der 9. Trainer auf der Bank Platz nehmen darf ( oder sollte man sagen muss? ) und Arabi weiterhin fest im Sattel sitzen bleiben darf kann da was nicht ganz stimmen.
Was hat unser GFSport denn großartiges geleistet das eine Weiterbeschäftigung gerechtfertigt wird?
Oder ist der er so unschlagbar billig das wir dafür keinen anderen finden? Apropos finden: neue, junge Spieler hat Arabi übrigens nicht gefunden.
Ausleihen und jedes Jahr ein neue Mannschaft aufstellen ist zwar auch eine gewisse Leistung zeugt aber bei weitem nicht über Kontinuität. Eher was von verschrecktem Hühnerhaufen mit nem halben Hähnchen Arabi oben drauf.

Arabi du bist kein Armine! geh wieder nach Aachen und back deine Printen....

Arminia bielefeld

Warum muss immer der Trainer gehen -der Trainer steht nicht auf dem Platz und schießt Tore Mann sollte Mal die Spieler austauschen

Typisch Westfalen Blatt

Und wieder versucht man Stimmung zu machen. Eine Gremiensitzung zum Anlass zu nehmen, diesen Artikel zu verfassen, ist typisch für den Klickbait Journalismus und passt wieder zur negativen Stimmung, die aufgebaut wird.

Ich fordere von Samir Arabi und den Gremien eine klare saisonübergreifende Jobgarantie für Jeff Saibene. Das Team kann in der Winterpause verstärkt werden. Saibene trainiert hart und besitzt neben der ausgesprochen Menschlichkeit auch Disziplin und Härte als Trainer. Er identifiziert sich mit dem Verein und mit Ostwestfalen.
Der Verein hat diese Krise gemeinsam mit dem Trainer zu gehen, egal wie lange sie dauern mag. Die Spieler sind verantwortlich für die Ergebnisse. Der Trainer kann keine Tore selbst schießen. Punkt. Der Geschäftsführer Sport sollte deutlich die Mannschaft in die Pflicht nehmen und nicht den Trainer!

Herren Arabi, Laufer, Aufsichtsräte, ich fordere Sie auf die Mannschaft in die Verantwortung zu nehmen und nicht den Trainer! In aller Deutlichkeit!

3 Kommentare

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