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Di., 11.12.2018

DSC-Aufsichtsrat ist sich einig: Saibene fehlte zuletzt die Souveränität Ohne Überzeugung

Jeff Saibene (links) und sein Co-Trainer Carsten Rump wurden von ihren Aufgaben entbunden.

Jeff Saibene (links) und sein Co-Trainer Carsten Rump wurden von ihren Aufgaben entbunden. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier und Oliver Horst

Bielefeld (WB). Beim Training am Montagmorgen hieß Arminia Bielefelds Trainer noch Jeff Saibene. Doch am Mittag teilte ihm Sportgeschäftsführer Samir Arabi auf der Geschäftsstelle mit, dass sich der Verein zu einem Wechsel entschlossen habe. Zehn sieglose Pflichtspiele in Folge waren zu viel. Nachfolger wird, wie berichtet, Uwe Neuhaus.

Von seinem Team konnte sich Saibene noch nicht persönlich verabschieden, er tat es zunächst über die Internetseite des Klubs: »Ich bedanke mich bei der Mannschaft, dem Klub und den Fans von Arminia Bielefeld für eine wunderschöne und erfolgreiche Zeit. Die Erinnerungen an meine Zeit in Bielefeld sind absolut positiv, weil wir uns gemeinsam aus einer schwierigen Situation gerettet und in der Liga stabilisiert haben. Ich wünsche Arminia und allen, die mit dem Klub fiebern, alles Gute!«

Der 50-Jährige hatte den DSC Mitte März 2017 in einer scheinbar aussichtslosen Situation von Jürgen Kramny übernommen und noch zum Klassenerhalt geführt. In der Vorsaison führte der erste Luxemburger im deutschen Profifußball auf der Trainerbank überhaupt die Arminia auf Platz vier. Doch in dieser Saison befand sich der DSC nach gutem Start seit Ende September im freien Fall. Von 27 möglichen Punkten wurden nur drei geholt, dazu setzte es eine 0:3-Klatsche im DFB-Pokal daheim gegen Duisburg.

Rump soll Verein erhalten bleiben

Nach dem 1:1 am Sonntag gegen den SV Sandhausen sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Gestern Vormittag beriet sich der Aufsichtsrat mit Sportgeschäftsführer Samir Arabi. Die Entscheidung gegen Saibene und Co-Trainer Carsten Rump (37) fiel einstimmig aus. DSC-Urgestein Rump soll dem Verein nach Möglichkeit erhalten bleiben. Man wolle sich in den kommenden Wochen und Monaten mit Rump austauschen, teilte der Klub mit.

»Ausschlaggebend war das 1:1 gegen Sandhausen. Wir haben mit den Spielen in Kiel, gegen Heidenheim und nach der Winterpause in Dresden und gegen den Hamburger SV Bretter zu bohren. Und wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass Jeff Saibene das Ruder nicht mehr herumreißen kann. Es kamen viele Dinge zusammen. Er war nicht mehr so souverän, die breite Brust vom Anfang hat gefehlt. Auch wegen unserer Partner im ›Bündnis Ostwestfalen‹ müssen wir eine besondere Sorgfalt walten lassen. Wir sind besonders sensibel und gehen kein unnötiges Risiko ein«, erklärte Hans-Jürgen Laufer, DSC-Präsident und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. Arabi betonte, die erhoffte sportliche Entwicklung sei »leider ausgeblieben. Wir sehen das Erreichen unserer Ziele als gefährdet an.«

Coach ließ sich reinreden

Aus Sicht von Arminias Spitzengremien war die Situation inzwischen offenbar völlig verfahren. Saibene habe seine klare Linie, mit der er anderthalb Jahre erfolgreich gewesen sei, immer mehr verloren – und damit auch seine Autorität. Der Coach habe sich zuletzt zu sehr reinreden lassen, sowohl aus dem Trainerteam als auch aus der Mannschaft, heißt es. Als ein, wenn auch letztlich positives Beispiel, darf das Auswärtsspiel beim SC Paderborn gelten. Fabian Klos hatte nach dem 2:2 vielsagend erklärt, dass sich Mannschaft und Trainerteam gemeinsam darauf geeinigt hätten, zum 4-4-2 mit zwei Spitzen zurückzukehren. Worte, aus denen mitschwang, dass die Spieler Saibene in der Systemfrage überzeugen mussten. Der Coach wollte wohl – wie zuvor beim 0:1 gegen Duisburg – ein defensives 5-4-1 spielen lassen.

Was vor Wochenfrist in Paderborn beim 2:2 noch gut funktioniert hatte, blieb am Sonntag beim trostlosen 1:1 gegen Sandhausen weitgehend wirkungslos. Die Folge: das Aus.

Kommentare

Als langjähriger Fan von Arminia schäme ich mich für so eine Vereinsführung die nicht erkennt, dass Jeff ein Armine war und ist, die auf dem Rasen stehen und ihn über die Klinge haben springen lassen, sind es nicht.
Andreas

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