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Di., 11.12.2018

Kommentar zum DSC-Trainerwechsel Das Ende eines Traums

17 von 19 Monaten in Bielefeld waren eine Erfolgsgeschichte: Jeff Saibene.

17 von 19 Monaten in Bielefeld waren eine Erfolgsgeschichte: Jeff Saibene. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Der Traum ist geplatzt. Arminia Bielefeld strebte ruhigen Zeiten entgegen. Finanziell durch das große Engagement des »Bündnisses Ostwestfalen« vor dem Kollaps gerettet, sportlich schien es nach vielen Trainerwechseln in kurzer Zeit wieder die Möglichkeit zu geben, mehrere Jahre mit einem Chefcoach zu arbeiten. Doch jetzt ist Jeff Saibene beim DSC Geschichte.

Viele Fans können die Entscheidung nicht nachvollziehen, doch der Verein sah sich zum Handeln gezwungen. Man wollte nicht zusehen, wie man – finanziell gesundet – Richtung 3. Liga stürzt. Jeff Saibene war beliebt in Bielefeld, er ist es immer noch. Dass der Unbekannte aus Luxemburg im März 2017 vor dem Himmelfahrtskommando in Bielefeld nicht zurückschreckte und wirklich noch den Klassenerhalt schaffte, sichert dem sympathischen Trainer für immer einen Platz in den DSC-Geschichtsbüchern und in den Fan-Herzen. Ebenso wie der große Erfolg der Vorsaison, die der DSC auf dem vierten Platz beendete.

Spieler haben kein Alibi mehr

Doch dass Erfolge von gestern im Tagesgeschäft Fußball keine große Rolle spielen, weiß auch Saibene. Und zur Wahrheit gehört auch, dass der 50-Jährige Fehler gemacht hat. Systemumstellungen und Personalwechsel ohne Not zum Beispiel. Zudem ließ er wohl die anfängliche Konsequenz mehr und mehr vermissen. Die Sieglosserie wurde zu lange nicht ernst genug genommen, nach dem Motto: Wir sind eigentlich zu gut für den Abstiegskampf, das wird schon. Das müssen sich aber auch die Spieler ankreiden lassen. Wie fast immer bei einem Trainerwechsel hat das kickende Personal eine gehörige Mitschuld.

Ab sofort haben die DSC-Profis kein Alibi mehr. Sie müssen wieder alles dem sportlichen Erfolg unterordnen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Und auch Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, der den Kader gemeinsam mit Saibene zusammen stellte, steht in der Kritik.

Von neun Neuzugängen nur zwei absolute Verstärkungen

Für viele Fans ist der 39-Jährige der Schuldige an der Misere, nicht der Coach. Fakt ist: Von den neun Neuzugängen sind bisher nur Edmundsson und Brunner absolute Verstärkungen. Fakt ist aber auch: Arabi hat frühzeitig den Mahner gegeben, als die Negativspirale begann.

Jeff Saibene jedenfalls verabschiedete sich am Montag, wie man es von ihm erwartete: mit Stil. Und man darf sicher sein, dass dieser Trainer in nicht allzu ferner Zukunft auf der Bank eines anderen Klubs sitzt. Denn von seinen gut 20 Monaten in Bielefeld waren knapp 18 eine reine Erfolgsgeschichte.

Kommentare

Die Kritik ist berechtigt !

Der Kommentar mag für Herrn Arabi wohltuend sein, trifft aber nicht den Kern. Wie kann es sein, dass ein GF Sport sich über Jahre aus der Verantwortung stehlen, mit dem Finger auf andere zeigen kann, die dann letztlich den Hut nehmen müssen ? Nein Herr Arabi, damit machen Sie es sich zu einfach. Mit der Verpflichtung von Saibene hatte ich zunächst geglaubt, der Mann habe dazugelernt. Mit der Verpflichtung von Neuhaus hat er dies eindeutig widerlegt. Herr Neuhaus ist nicht der Typ Trainer, der eine Mannschaft weiterentwickeln kann. Ganz im Gegensatz zu Saibene. Er hatte nur das Pech, dass er nicht die Spieler hatte, die sich noch weiterentwickeln lassen. Die meisten haben leider ihr Leistungslimit erreicht und gehören in die 3., aber nicht in die 2. Liga. Wie schon richtig gesagt: In Paderborn sitzt der Sachverstand, der in Bielefeld seit Jahren fehlt. Leider wird dies in unprofessioneller Weise ignoriert.

Es ist wieder soweit..

Es fehlt einfach der Fussballsachverstand bei den Entscheidern.Jeder Hansenpansen erkennt auf dem Rasen,das dieser Mannschaft 3 gute Spieler fehlen,die ein Spiel lenken können.Die aktuellen Akteure sind dazu nicht in der Lage... ankommende Pässe über 5 Meter haben ja schon Seltenheitswert.Ein Börner sollte einfach den Mund halten.Gerade diese Personalie ist ein Schatten seiner selbst.Ein Kerschbaumer fehlt hier vorne und hinten und diese Außenspieler auf links sind überhaupt nicht präsent und harmonieren überhaupt nicht zusammen.Einfach unverständlich,warum ein Schipplock geholt wurde?Ich wiederhole mich seit Jahren.Die sportliche Leitung ist für die 2.Liga zu schlecht besetzt.Hier fehlt die Ahnung und auch die Vision etwas zu entwickeln.Ein Krõsche macht es in PB vor,wie es geht.Kein Geld,aber verdammt viel Ahnung...hier wird lieber in neue Trainer investiert.Einfach unglaublich.

Sehr treffend

Der Kommentar ist wohltuend und hebt sich von dem Gezeter in anderen Blättern ab. Ich kann dem nur zustimmen und ich möchte ergänzen, die aktuelle Kritik an Arabi halte ich für unverhältnismäßig, da war in der Vergangenheit oft mehr Anlass gegeben und da wurde er in Schutz genommen. Verstehe einer diesen Verein...

3 Kommentare

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