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Mo., 24.12.2018

Der ehemalige Spieler von Arminias U23 fühlt sich rundum wohl beim USK Anif Ex-Armine Danner findet sein Glück in Österreich

Bis Mai dieses Jahres schnürte Max Danner (links) die Schuhe für die U23 des DSC Arminia. Nach der Auflösung des Bielefelder Oberliga-Teams wechselte der 22-Jährige nach Österreich in die 3. Liga, wo er eine neue sportliche Heimat gefunden hat.

Bis Mai dieses Jahres schnürte Max Danner (links) die Schuhe für die U23 des DSC Arminia. Nach der Auflösung des Bielefelder Oberliga-Teams wechselte der 22-Jährige nach Österreich in die 3. Liga, wo er eine neue sportliche Heimat gefunden hat. Foto: Thomas F. Starke

Von Torben Ritzinger

Bielefeld (WB). Ein gutes halbes Jahr ist die Abmeldung von Arminia Bielefelds U23 aus der Oberliga Westfalen inzwischen her. Wie sich die Auflösung der Mannschaft positiv nutzen lässt, beweist ihr ehemaliger Kapitän: Max Danner hat sein Glück im österreichischen Fußball gefunden.

»Im Nachhinein betrachtet war das Ende in Bielefeld eine gute Chance für mich, etwas komplett Neues auszuprobieren«, berichtet Danner: »Ich weiß nicht, ob ich sonst den Schritt nach Österreich gewagt hätte, da ich mich in Bielefeld sehr gut aufgehoben gefühlt habe.« Für den regionalen Amateurfußball und einige seiner ehemaligen Mitspieler sei die Entscheidung des DSC Arminia, die U23 aufzulösen, dennoch negativ gewesen.

Als Dritter steht das Team gut da

Der 22-jährige Max Danner spielt nun seit Saisonbeginn in der österreichischen Regionalliga West, der dritthöchsten Liga, beim USK Maximarkt Anif. Im Vorort von Salzburg spielt Danner wie schon zumeist in Bielefeld als »Sechser« oder »Achter« und lenkt das Spiel der jungen Mannschaft. Bei 14 Einsätzen erzielte er bislang ein Tor. Als Dritter steht das Team aus der Gemeinde Anif aktuell gut da, doch Danner schränkt ein: »In den Profibereich können wir leider nicht aufsteigen, da die Gemeindepolitik dagegen ist.« Schließlich seien mit einem Aufstieg viele Auflagen und ein größerer Finanzbedarf verbunden. Dennoch sind die ersten drei Plätze das Saisonziel.

In der Regionalliga Österreichs werde ein guter Fußball gespielt. »Hier tummeln sich auch viele Talente und U-Nationalspieler, die zum Beispiel in der Akademie von RB Salzburg ausgebildet worden sind«, erklärt Max Danner, der das Niveau mit den besseren Teams der deutschen Regionalliga vergleicht: »Zumindest was die obere Tabellenhälfte betrifft. Zu den weiteren Teams auf etwa Oberliganiveau klafft eine Lücke.« Was Danner, der einzige Ausländer im Team von USK Anif, am österreichischen Fußball besonders gefällt? »Hier wird anders gespielt.« Es gehe sauberer zu, es werde offensiver gedacht und anstatt der Zweikämpfe stehe die technische Finesse und die Taktik mehr im Vordergrund.

»Ich bin hier aufgewachsen«

Danner studiert derzeit noch an der Universität Bielefeld Sport und Biologie auf Gymnasiallehramt im Bachelor. Er hat seine Pflichtveranstaltungen alle besucht, die Klausuren hinter sich gebracht und muss lediglich noch seine Abschlussarbeit schreiben. Das tut er aus der Ferne und so nutze er die Bibliotheken in Salzburg, nahe seines Wohnorts Ramsau im Berchtesgadener Land. »Ich habe das Glück, dass meine Familie hier ein Ferienhaus besitzt, in dem ich für die Zeit wohnen kann.« Deshalb sei die Bergwelt der Alpen für Danner auch ein Stück Heimat, schließlich sei er seit der Kindheit mindestens einmal im Jahr dort gewesen. »Ich bin hier aufgewachsen, das kann man so sagen«, berichtet der 22-Jährige. Auch dieses Jahr feiert die Familie Danner in Süddeutschland Weihnachten.

So weiß Danner auch das Lebensgefühl in den Bergen zu genießen und geht im Sommer wandern, im Winter Skifahren: »Ich finde es hier sehr lebenswert, auch wenn ich hier keinen Freundeskreis wie in Bielefeld habe«, schränkt er ein. Er betont aber gleichzeitig: »Mit meinen Mannschaftskollegen in Anif unternehme ich auch privat sehr viel. Wir verstehen uns sehr gut.« Deshalb sei es auch keine Floskel, wenn er betont, wie erstaunlich gut er in seinem österreichischen Team aufgenommen wurde.

Stützpunkttrainer in Bad Reichenhall

Um sich neben dem aktiven Fußball weiteres Geld hinzuzuverdienen, arbeitet Max Danner in Bad Reichenhall zudem als Stützpunkttrainer im Jugendfußball und kann dabei seine Kenntnisse aus seiner Zeit als Jugendtrainer beim VfL Theesen anwenden. Wenn er über die Zukunft spricht, ist eine Lockerheit herauszuhören. Danner wolle es bis zur Abgabe seiner Bachelorarbeit um Ostern herum einfach auf sich zukommen lassen. Er möchte zum Wintersemester irgendwo mit dem Master beginnen und könne sich genauso gut vorstellen, weiter in Österreich zu bleiben, wie dafür nach Bielefeld zurückzukehren.

Als Max Danner, der von 2014 bis 2018 das Arminia-Trikot getragen hat, während der frühen Winterpause Ende November in der Leineweberstadt beim A-Jugendkreispokal-Finale vorbeischaute, merkte er, welche Anerkennung er etwa in Theesen weiterhin besitzt – dort verbrachte er einen Großteil seiner Nachwuchslaufbahn. Danner sagt: »Klar wäre es auch eine Option, dort wieder meine Fußballschuhe zu schnüren.« Er verfolge den Bielefelder Fußball auch in Österreich und informiert sich über die Bielefelder Tageszeitungen.

Die Saison für den USK Anif nimmt erst im März wieder Fahrt auf. Bis dahin ist nach einer nun beginnenden Weihnachtspause ab dem 10. Januar wieder Training angesagt. »Wir spielen in der Vorbereitung unter anderem gegen die Profis von RB Salzburg. Das wird natürlich ein absolutes Highlight!«

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