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Fr., 04.01.2019

Die Arminen schwitzen wieder – Mittwoch Test bei Hertha BSC – mit Video Start mit guter Laune

Erste Ansprache des Jahres: Trainer Uwe Neuhaus (rote Jacke) versammelt die Arminen um sich.

Erste Ansprache des Jahres: Trainer Uwe Neuhaus (rote Jacke) versammelt die Arminen um sich. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier und Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Trotz der nur elftägigen Pause gut erholt und blendend gelaunt leitete Uwe Neuhaus gestern das erste Training des Jahres bei Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld. Danach war der 59-Jährige zu Scherzen aufgelegt.

Geburtstagskind Christopher Nöthe (seit gestern 31) erzielte das erste Tor im ersten Trainingsspiel 2019. »Dafür hat er morgen frei – bis viertel nach neun«, sagte Neuhaus lachend. Heute um 10 Uhr steht ein Laktattest an. Die Ergebnisse dieser Leistungsdiagnostik dienen Neuhaus und seinem Team zur individuellen Trainingssteuerung. Böse Überraschungen erwartet der seit dem 11. Dezember in Bielefeld tätige Coach nicht. »Die Zeiten, dass Spieler in der Pause nichts machen, sind vorbei. Früher hat man da als Trainer gutgläubig gestanden und hat den Spieler gefragt: ›Hast du deine fünf Läufe gemacht? Klar, sogar noch mehr.‹ Jetzt hat man die Werte sofort parat. Wenn einer ein bisschen weniger gemacht hat, muss er das eben nachholen, ohne es als Strafe zu sehen. In der heutigen Zeit ist es unabdingbar, dass die Physis stimmt. Das ist im Interesse eines jeden Spielers«, erklärte Neuhaus. Und angesprochen auf den Ex-Profi Stefan Kießling, der vor einigen Wochen verraten hatte, dass ab und zu seine Frau für ihn mit Pulsuhr gelaufen sei, sagte Neuhaus: »Man kann auch den Hund nehmen. Aber jeder Spieler schadet mit so etwas im Endeffekt nur sich selbst.«

Börner: »vier harte Wochen mit sehr viel Arbeit«

 Kapitän Julian Börner sagte gam Donnerstag , der Trainer habe »vier harte Wochen mit sehr viel Arbeit« angekündigt. Neuhaus: »Die Spieler gehen immer davon aus, dass eine Vorbereitung hart ist, und da liegen sie auch nicht ganz verkehrt.« Aber neben der Physis gehe es in erster Linie um die neue Spielidee. »Die steht absolut im Mittelpunkt in den nächsten Wochen«, betonte Neuhaus, der Offensivfußball bevorzugt und diesen am liebsten in einem 4-3-3-System spielen lässt. »Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen, ist unabhängig vom System. Das kann man auch im 4-4-2 machen. Im 4-3-3 haben wir eine Überzahl im Mittelfeld. Ganz vorne wird allerdings einer weggenommen. Da brauchen wir torgefährliche Achter, die immer wieder mit in die Box reingehen. Und Außenspieler, die auch mit vorne reingehen. Da brauchen wir Präsenz in der Box, wir wollen Tore machen«, erklärte der Trainer.

Stand heute soll es bis zum ersten Punktspiel am 30. Januar bei Dynamo Dresden fünf Testspiele geben. Das erste am kommenden Mittwoch bei Erstligist Hertha BSC in Berlin. Dazu kommen drei Partien im Trainingslager im spanischen Benidorm (13. bis 22. Januar, eine davon gegen Drittligist 1860 München) und ein Spiel gegen Viertligist VfB Lübeck (25. Januar). Neuhaus: »Wir müssen auch unterschiedliche Formationen testen. Ich muss noch eine Menge Erkenntnisse sammeln.«

Bedeckt bei potenziellen Neuzugängen

Zu potenziellen Neuzugängen hielt sich der Coach weiter zurück. »Nordkorea sitzt hier«, scherzte er angesichts dieser Nachrichten-Zurückhaltung und erklärte: »Ich bin keiner, der munter drauflos plappert. Es macht wenig Sinn, Positionen oder Namen zu kommentieren. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir es tun.« Generell gelte, dass er es »natürlich begrüßen würde, den Kader so schnell wie möglich komplett zu haben«. Und zu eingangs erwähntem Christopher Nöthe – unter Jeff Saibene aussortiert – sagte Neuhaus: »Er hat wie jeder andere die Chance, sich zu zeigen.«

Kommentare

Schmadtke

Ja,manche legen Wert auf Namen und wirklich gute Netzwerke bei VW...ich haue mal Stefaniak raus für Linksoffensiv.Schmaddi und Samir werden sich schnell einig.Neuhaus kennt ihn gut und Leihgeschäft kann der Arabi ja,dank super Scouting und einem guten Draht zum Schmaddi...Ja,ja,der Schmaddi ist schon nen guter Mentor.Wenn Arabi so exellent verdrahtet ist in der Liga,sei mir eine Frage erlaubt.Warum ist er dann immer noch hier???Ne, Bündnis...8Jahre Arminia ist keine Auszeichnung, bestimmt nicht.

MichiMichi. Das war nicht wörtlich so gemeint, das war eine Metapher. Ein rhetorisches Stilmittel. Damit möchte ich andeuten, dass Arabi als Erfüllungsgehilfe bei Arminia begonnen hat. Das war ein Job, den keiner wollte. Und dass besondere immerwährende "Ausnahmezustände" (bitte nicht wieder wörtlich nehmen, nicht dass Sie mich gleich als Kriegsberichterstatter einordnen) dazu geführt haben, dass er bis heute nicht wie ein "normaler" Sportchef arbeiten kann und folglich auch als solcher beurteilt werden kann. Der Präsdent weiß das, schätzt ihn für seine lange Loyalität und hat eine väterliche Fürsorge entwickelt. Das sind für mich leider keine Perspektiven, die den Verein weiter bringen. Ich hoffe, Sie haben mich nun besser verstanden. Und dass sich die Arminia-Obrigkeit momantan wie ein Geheimniskrämerclub präsentiert, ist ja nun auch kein Geheimnis mehr. Was ist los mit Ihrer Auffassungsgabe? Noch im Urlaub und das Gehirn daher auf Sparmodus gestellt? Gibt es keine Probleme beim VfL Osnabrück?

Marionette...,?

Sicherlich ist der gute Samir in seinem Amt eine Marionette mit leeren Taschen.Trotzdem und nochmal werde ich hier unsere Nachbarn in den Ring.Das ist überzeugende Arbeit mit nicht besseren Bedingungen und hier zählt die Fachkompetenz...die ist unbezahlbar.Inbdiesem Vergleich hängt Arabi leider komplett durch und kompensiert diese mit außergewöhnlicher Arroganz.Eine unterdurschnittliche Mannschaft in 4 Jahren Liga2 zusammen zu stellen ist schon aller Ehren wert.Dazu lieber in neue Trainer zu investieren hat schon was von Dämlichkeit... Sorry,das sind die Fakten und daran muss er sich messen lassen.

Geheimbund bei der Arminia?

Die einzige Möglichkeit, Arabi zu rechtfertigen, besteht wohl darin die Existenz eines – zudem beratungsresistenten - Geheimbundes an der Spitze der Arminia zu behaupten, der Arabi als Marionette führt und dafür verantwortlich sein soll, dass es an „einer für alle bindenden sportlichen Vereinsausrichtung fehlt, und das seit Jahrzehnten“. Wenn ein Aufsichtsrat Arabi tatsächlich ständig in die Parade führe, würde er seine Aufgabe doch überdehnen, oder sehe ich das falsch? Ist das Problem also der Aufsichtsrat nebst irgendwelchen sonstigen Vereins-Illuminaten? Da kann der Arminia wohl nur noch Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, helfen.

Wann endet der Vertrag von S. Arabi ?

Dank miserabler Ein u Verkaufspolitik unseren
sportlichen Leiters, geht es schon wieder nur noch
darum die Liga zu halten.
Gefühlte 20 Trainer hat dieser Mann schon
verschlissen. Nur er steht nie zur Diskussion,
unglaublich. Ständig haben wir 2 - 3 Trainer gleichzeitig auf der Gehaltsliste und dauernd sitzen reichlich Dauerverletzte auf der Bank.



Gut so. Nur so lebt die Hoffnung, mit guter Laune ans Werk. Allen eine Chance geben, auf Stimmungen im Team achten. Arabi an anderer Stelle zu unterstellen, er mauere, ist hanebüchen. Ich habe nirgends auf der Welt einen Sportdirektor gesehen, der munter drauflos plattert und Wasserstandsmeldungen abgibt.

Was Arminias Entwicklung insgesamt anbelangt, mache ich mir große Sorgen. Aber dafür Arabi allein die Schuld zu geben, ist Unfug. Er ist das Gesicht einer seit Jahren unzulänglichen Vereinspolitik (Sport) geworden, er ist sozusagen der arme Peter Altmaier eines Vereins, dessen Entscheidungen und Entscheidungswege insgesamt seit langem nicht mehr nachzuvollziehen sind. Einer regelrechten Hetzjagd einiger realer Leser und anderer 37-jähriger, die seit 40 Jahren zur Alm gehen und davor 20 Jahre auf der Bremer Brücke verbracht haben, werde ich mich nicht anschließen. Wer kann wirklich beurteilen, inwieweit Arabi überhaupt in der Lage ist, seinen Job emanzipiert auszuüben, ohne dass ein Aufsichtsrat ihm ständig in die Parade fährt oder Druck von außen ihm das Leben schwer macht?

Ich sagte es bereits: man merkt dem Verein deutlich die Spuren eines langen Existenzkampfes an. Wäre alles schlecht gewesen, was geleistet wurde, würde es den Verein nicht mehr geben. Immerhin haben sich große Unternehmen zu Arminia bekannt, die jahrzehntelang nicht mit Arminia in Verbindung gebracht werden wollten. Und ich wiederhole mich ein zweites Mal: wir haben finanzielle Probleme gehabt und mussten vielleicht jahrelang herumwursteln. Die Zeiten müssen irgednwann jedoch vorbei sein, sonst nimmt man die Fans nicht mehr mit. Wir brauchen nun eine vernünftige Scouting-Abteilung. Ich bin sicher, dass Arabi ein Mann ist, der gut verhandeln kann, aber es fehlt an sportlicher Kompetenz insgesamt im Verein. Man sieht es am ganz sicher zweitligareifen, aber für mich VÖLLIG unausgewogenen Kader, aber darüber ist genug geschrieben worden. Es fehlt eine für alle bindende sportliche Vereinsausrichtung, und das seit Jahrzehnten.

Und bitte: wir brauchen keine väterlichen Freunde maßgeblicher Mitarbeiter, seit Zeiten von Schwick und Co. macht micht das unruhig. Man wird betriebsblind und bestimmte Optionen sind von vornherein umöglich oder nur schwierig umzusetzen. Von seiten der Vereinsvertreter kommt Unverständnis gegenüber jeglicher Kritik zurück. Ein beratungsresistenter Geheimbund an der Spitze des Vereins macht es schwierig, Wurstelei als solches überhaupt erkennen zu können.

Beispiele für Wurstelei gibt es zuhauf. Von heute auf morgen will man den Spielstil verändern, ohne den Kader anzupassen, ständig begleitet uns ein ausgereizter Etat mit der alten Leier, man müsse erst Spieler verkaufen, bevor man aktiv werden könne. Spieler, die jedoch niemand will. Ständige Trainerwechsel, die dazu führen, dass ständig Spieler auf dem Abstellgleis stehen, weil sie nicht ins Konzept von Trainer XYZ passen. Ständig hören wir den Verweis auf leere Taschen, leisten uns aber dicke Kader, die dazu unausgewogen sind. Und können trotzdem nicht auf sportliche und menschliche Schwächen einiger adäquat reagieren. Es bleibt schwierig, Armine zu sein.

14 Kommentare

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