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Mo., 28.01.2019

Der Trainer möchte seine SG Dynamo Dresden zum Erfolg führen Walpurgis: »Ich bin mit Arminia groß geworden«

Kein Spiel wie jedes andere: Maik Walpurgis (45) nimmt mit Dynamo Dresden in der 2. Liga den DSC Arminia in Empfang.

Kein Spiel wie jedes andere: Maik Walpurgis (45) nimmt mit Dynamo Dresden in der 2. Liga den DSC Arminia in Empfang. Foto: imago

Bielefeld (WB). Maik Walpurgis ist gebürtiger Herforder, von Juli 2003 bis Januar 2005 trainierte er die zweite Mannschaft von Arminia Bielefeld. Im November 2016 wäre der 45-Jährige fast Chefcoach beim DSC geworden, doch es kam anders. Über Ingolstadt führte der Weg nach Dresden. Mit Dynamo trifft Walpurgis am Mittwoch (20.30 Uhr) auf Arminia, vorher sprach er mit Jens Brinkmeier über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Herr Walpurgis, in der Vorbereitung war die Chancenverwertung ein großes Thema bei Dynamo. Im letzten Test gab es dann ein 3:2 gegen Dukla Prag. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein?

Maik Walpurgis: Wir haben ein erfolgreiches Trainingslager absolviert und viele unserer Ziele erreicht. Wir haben jeweils zwei Spiele an einem Tag absolviert und wollten dabei allen Spielern Spielpraxis geben, vor allem auch unseren jungen Talenten. Auffällig war jedoch, dass wir in der Verwertung unserer Chancen und am Finalspiel noch zulegen müssen.

 

Sie sind seit dem 11. September in Dresden, etwa vier Wochen vorher wurde Pascal Testroet nach Aue abgegeben. Für Erzgebirge hat er elf Tore erzielt. Wenn Sie eher nach Dresden gekommen wären, wäre Testroet dann noch im Kader?

Walpurgis: Die Sportliche Leitung hat sich damals dafür entschieden, ihn nach seiner Verletzung abzugeben, daher ist es jetzt Spekulation, ob er noch da wäre. Wir hatten während unserer Zeit in Osnabrück eine erfolgreiche Zusammenarbeit und ich schätze ihn sehr. In Aue hat er schnell Spielpraxis bekommen, um wieder zu alter Leistungsstärke zu kommen. Ich freue mich für ihn, dass er wieder fit ist und auf Torejagd geht.

 

Sie haben nach 18 Spielen 25 Punkte auf dem Konto, sind Sie damit zufrieden?

Walpurgis: Ich denke, wenn man das Vorjahr sieht, wo man am letzten Spieltag noch hätte absteigen können, dann können wir aktuell erstmal zufrieden sein. Wir haben einen Vorsprung von zwölf Punkten auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Trotzdem hätten wir uns noch den einen oder anderen Punkt mehr gewünscht. Jetzt ist unser Ziel, dass wir uns fußballerisch weiterentwickeln und uns punktemäßig im Vergleich zur Hinserie verbessern. Dann werden wir in dieser Saison mit den unteren Tabellenregionen gar nichts zu tun haben.

 

Sie wurden bei Dynamo Nachfolger von Uwe Neuhaus. Haben Sie ihn damals kontaktiert?

Walpurgis: Ich kenne Uwe schon sehr lange und schätze ihn sehr. Er ist ein toller Mensch und ein sehr guter Trainer. Damals habe ich aber nicht mit ihm gesprochen, weil ich mir ein unabhängiges Bild von der Mannschaft verschaffen wollte.

Wer hat am Mittwoch den Vorteil: Sie mit Dresden, weil Sie Uwe Neuhaus gut kennen und Ihre Spieler ihn natürlich auch, oder Uwe Neuhaus, weil er Ihre Spieler noch bestens kennt?

 

Walpurgis: Das ist wirklich eine gute Frage. Ich glaube, das hält sich die Waage. Ich kenne seine Spielweise gut, und die Mannschaft kennt seine Spielweise ebenfalls. Genauso kennt er natürlich unsere Mannschaft, er hat den Kader zusammengestellt und hat mit den Spielern lange gearbeitet.

 

Also gibt es ein Unentschieden?

Walpurgis: Das ist in der 2. Liga sehr schwer zu sagen. Wir hoffen, gemeinsam mit unseren Fans einen Heimsieg zu holen. Aber es wird ein sehr enges Spiel werden, davon sind wir alle überzeugt.

 

Vor knapp vier Jahren haben Sie letztmals gegen Arminia gespielt (0:4 mit Osnabrück, 3. Liga). Wie sind derzeit noch Ihre Kontakte nach Bielefeld?

Walpurgis: Es ist ja kein Geheimnis, dass ich schon seit vielen Jahren gute Kontakte zur Arminia habe und diesen Klub sehr intensiv verfolge, da ich mit Arminia groß geworden bin.

 

Wann haben Sie Arminia zuletzt live im Stadion gesehen?

Walpurgis: Kurioserweise war es das Spiel am 11. August, als der DSC zuhause 2:1 gegen Dresden gewonnen hat. Ansonsten verfolge ich die Spiele natürlich im TV. Ich bin mir sicher, dass Arminia mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben wird, der Kader ist gut, in der Hinserie sind sie noch unter ihren Möglichkeiten geblieben.

 

Im November 2016 sind Sie um ein Haar Trainer beim DSC geworden. Warum hat es damals nicht geklappt?

Walpurgis: Wir haben damals intensive Gespräche geführt und waren auch kurz vor dem Abschluss. Ich hatte aber dann auch die Chance, in die Bundesliga zu wechseln und habe diese Chance wahrgenommen.

 

Sie gingen nach Ingolstadt, die nach zehn Spielen nur zwei Punkte hatten. Ihnen wäre fast noch die Rettung gelungen. Wie sind Ihre Erinnerungen an die Zeit beim FCI?

Walpurgis: Ich hatte eine tolle Zeit dort. Wir haben trotz des schwierigen Starts bis zuletzt um den Klassenerhalt gekämpft. Ich glaube, dass wir mit ein oder zwei Spielen mehr die Relegation und damit den Klassenerhalt hätten schaffen können. Es war trotzdem eine großartige Zeit, es hat Spaß gemacht, sich mit den besten Teams und Trainern in Deutschland zu messen.

 

Nach wenigen Spielen der Folgesaison wurden Sie beurlaubt. Sind die Ansprüche beim FCI zu hoch, denn auch in dieser Spielzeit ist man vom erhofften Aufstieg ganz weit weg.

Walpurgis: Es ist für jeden Verein eine große Schwierigkeit, den Umbruch nach einem Abstieg gut zu bewerkstelligen. Das sieht man jetzt auch am Beispiel Eintracht Braunschweig, in der Vergangenheit haben Arminia und der SC Paderborn ähnliche Erfahrungen machen müssen. Für das Management und den Trainer sind es die schwersten Aufgaben. Wir haben damals nach dem Abstieg in Ingolstadt Spieler für 30 Millionen Euro verkauft, das war ein großer Substanzverlust. Die Kassen haben geklingelt, jedoch sportlich war es sehr schwer. Bis heute hat man diese Abgänge nicht kompensieren können. Ich bin aber überzeugt, dass man jetzt im Winter gute Transfers getätigt hat, und mit Jens Keller werden sie die Klasse halten.

 

Nochmal zu Ihrer engen Verbundenheit mit Arminia Bielefeld. Können Sie sich vorstellen, irgendwann doch noch mal Trainer beim DSC zu werden?

Walpurgis: Wie heißt es im Fußball so schön: Man soll niemals Nie sagen. Arminia ist ein fantastischer Klub mit tollen Anhängern. Ich bin auf der Alm groß geworden, und insofern werden wir sehen, was die Zeit bringt.

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