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Fr., 01.02.2019

Aus dem 4:3 in Dresden zieht Arminia Mut und Selbstbewusstsein für den Hit gegen Hamburg Auferstanden aus Ruinen

Julian Börner (links) und Fabian Klos führten den DSC nach dem Wechsel zur Wende.

Julian Börner (links) und Fabian Klos führten den DSC nach dem Wechsel zur Wende. Foto: dpa

Von Dirk Schuster

Bielefeld(WB). Haben die Arminen sich bei ihrer irren Aufholjagd in Dresden verausgabt, oder sind sie für den Heim-Höhepunkt morgen gegen den Hamburger SV (13 Uhr, Schüco-Arena) jetzt erst so richtig auf Temperatur? Für Uwe Neuhaus ist die Sache klar. »Dieses Spiel wird uns helfen«, sagt Bielefelds Trainer.

Allerdings räumte der 59-Jährige nach dem spektakulären 4:3-Erfolg am Mittwochabend im Rudolf-Harbig-Stadion ein , dass die Spieler »leergelaufen« seien. Regeneration stehe im Vordergrund, um Samstagmittag vor ausverkauften Rängen wieder startklar zu sein. »Da wollen wir noch mal eine geile Show bieten«, kündigte Manuel Prietl an. Der Mittelfeldspieler sprach nach dem Adrenalin-Kick in Sachsen aber auch klar die Probleme der Arminen an. »In der ersten Halbzeit haben wir die Zweikämpfe nicht richtig angenommen. Wir müssen von Anfang an präsenter sein. Spiele in der 2. Liga sind immer auch eine Mentalitätsfrage«, sagte der Österreicher und versprach: »Das nehmen wir mit für das Hamburg-Spiel – vom Start weg sofort da zu sein.«

In Dresden hatten die Bielefelder zunächst in sämtlichen Mannschaftsteilen alles vermissen lassen, was es braucht, um bei Dynamo bestehen zu können. Verdient führte der Gastgeber zur Pause darum mit 3:1.

»Wir haben zwei Gesichter gezeigt«

Danach aber war Arminia nicht wiederzuerkennen. »Wir haben zwei Gesichter gezeigt«, sagte Julian Börner. Eine Formulierung, die ganz besonders auch auf den Kapitän selbst zutraf. Im ersten Abschnitt leisteten sich Börner und Brian Behrendt, sein Nebenmann in der Innenverteidigung, kapitale Fehler, die zu Gegentoren führten. Nach der Pause steigerten sich beide extrem. Hinten ließen sie so gut wie nichts mehr zu, und vorne stellte Börner mit seinem Treffer zum 4:3 das Spiel sogar komplett auf den Kop f. Doch wie kam es zu diesem krassen Wandel? Börner: »Der Trainer hat das Spiel in der Pause sehr sachlich analysiert. Wir haben uns gesagt: So können wir nicht ins neue Jahr starten, das können wir unseren mitgereisten Fans nicht antun. Es geht jetzt wieder bei 0:0 los.«

3:0 entschieden die Bielefelder die zweite Halbzeit für sich. Weil »jeder für jeden gekämpft und man sich gegenseitig gepusht hat«, sagte Börner und meinte: »Wir haben gezeigt, dass wir eine intakte Mannschaft sind. Wenn es drauf ankommt, sind wir da. Es ist affengeil, so kann man ins neue Jahr starten.« Jedoch warnte der 28-Jährige auch eindringlich vor einem Rückfall: »Gegen den HSV wird uns eine starke Halbzeit auf gar keinen Fall reichen.«

»Es hilft in solchen Momenten wenig, rumzubrüllen«

Auf die Frage, inwieweit das neue 4-3-3-System zu den Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit beigetragen haben könnte, entgegnete Neuhaus: »Du kannst so viel über das System sprechen, wie du willst: Es bringt alles nichts, wenn die Basics nicht da sind.« In seiner Pausenansprache habe er genau darauf hingewiesen. Das aber »überhaupt nicht laut«, wie er betonte, denn »es hilft in solchen Momenten wenig, rumzubrüllen«.

Die Spieler haben seine Botschaft ja auch so verstanden, »aber wir müssen an uns arbeiten, damit wir in solche Situationen gar nicht erst kommen«, forderte Reinhold Yabo. Mit der Einwechslung des Winter-Rückkehrers kam Schwung ins Spiel der Ostwestfalen. Yabo deutete an, dass er wie schon bei seinem ersten Arminia-Engagement vor zwei Jahren eine Verstärkung sein kann. »Ich bin froh, dass ich meinen Teil beitragen konnte«, sagte er mit vornehmer Zurückhaltung. Nach seiner Knöchelverletzung sei er zwar »noch nicht wieder bei 100 Prozent, aber auf einem sehr guten Weg«. Einem so guten, dass Neuhaus im Hinblick auf das Hamburg-Spiel mit Sicherheit einen Starteinsatz seines Offensivakteurs in Erwägung ziehen wird. Bei Yabo jedenfalls ist »die Vorfreude riesengroß. Wir werden mit Mut und Selbstbewusstsein in diese Partie gehen«, sagte er.

Yabo agierte auffällig, Spieler des Spiels aber war ein anderer. Fabian Klos biss sich nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit in die Begegnung. Den Elfmeter zum 3:3 holte er nicht nur raus und verwandelte ihn selbst. Er bereitete auch das 2:3 und 4:3 vor und zwang Dynamo-Kapitän Marco Hartmann in der turbulenten Schlussphase zudem zu einer Notbremse, die für den Dresdner einen Platzverweis zur Folge hatte. Mit sechs Treffern und vier Torvorlagen ist Klos in der klubinternen Scorerliste damit sogar an Joan Simun Edmundsson (4 Tore/5 Vorlagen) vorbeigezogen. Der Färinger traf in Dresden zum 2:3.

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