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Mo., 04.02.2019

Arminia-Party gegen Tabellenführer HSV – Aber Neuhaus gefällt die zweite Hälfte nicht Zum Genießen

Der sitzt: Hamburgs Keeper Julian Pollersbeck (hinten links) streckt sich vergeblich, Torschütze Reinhold Yabo (Zweiter von links) dreht ab zum Jubeln.

Der sitzt: Hamburgs Keeper Julian Pollersbeck (hinten links) streckt sich vergeblich, Torschütze Reinhold Yabo (Zweiter von links) dreht ab zum Jubeln. Foto: imago

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Fabian Klos wollte »den Abend genießen«, und das empfahl er auch den Journalisten. »Heute sucht ihr kein Haar in der Suppe«, scherzte Arminias Rekordtorjäger nach dem 2:0 (2:0)-Sieg über den Hamburger SV.

Und auch auf die nochmalige Nachfrage nach dem berühmten »Haar«, im Fall vom Samstag die in der zweiten Halbzeit zu oft zu schlecht ausgespielten Konter, wiederholte sich der Stürmer lachend: »Heute sucht ihr kein Haar in der Suppe. Wir haben 2:0 gegen den HSV gewonnen!«

Und damit liegt der Ur-Armine (seit Juli 2011 beim DSC) nicht ganz falsch. Man muss – gerade bei Arminia und gerade in dieser Saison – die Feste feiern, wie sie fallen. Den Sieg gegen den Erstligaabsteiger, für den diese Spielzeit in der 2. Liga ein einmaliger Ausrutscher bleiben soll, konnte kein Armine im Vorfeld erwarten. Die Fans trauten dem Braten trotz der eigentlich komfortablen Führung auch lange nicht. Erst als die Partie abgepfiffen war, sangen sie »Oh wie ist das schön«, die Party mit den Spielern auf dem Rasen war dann umso ausgiebiger.

»Fußball ist manchmal ein komischer Sport«

Arminia ist wieder da, aus den ersten beiden Spielen des neuen Jahres holten Klos und Co. sechs Punkte. Dem 4:3 in Dresden – nach einem 1:3-Pausenrückstand – folgte nun der Sieg über den HSV. Wie es zu diesem Traumstart gekommen ist, konnte auch Klos »nicht erklären. Fußball ist manchmal ein komischer Sport«, sagte der 31-Jährige und fügte an: »Die erste Halbzeit in Dresden war nicht gut, dann kamen drei gute, deshalb kommen auf gar keinen Fall unverdiente sechs Punkte dabei raus.«

Wie bereits in Dresden hatte Klos einen nicht geringen Anteil am Erfolg. Denn an der Szene, die das Spiel früh in die Arminia-Bahn lenkte, war er direkt beteiligt. Klos hatte den Pass in die Tiefe auf Andreas Voglsammer gespielt, der von Hamburgs Gotoku Sakai per Notbremse gestoppt wurde. Der Japaner sah die Rote Karte, da waren erst zwölf Minuten um. »Wir sind gut ins Spiel gekommen. Im Fußball gibt es aber leider Momente, die können alles verändern. Den hatten wir leider gegen uns mit der berechtigten Roten Karte«, sagte HSV-Coach Hannes Wolf, der Sakai für das Foul kritisierte: »Er muss ihn laufen lassen und hoffen, dass Julian (Pollersbeck, Hamburgs Torwart, Anm. der Red.) den Ball hält.«

»Hätte mir schon ein bisschen mehr Spielkontrolle gewünscht«

In Überzahl gingen die Gastgeber vor ausverkauftem Haus nur wenig später in Führung. Voglsammers Treffer in der 19. Minute war allerdings nicht regelkonform (siehe Text unten). Das 2:0 war dagegen nicht zu beanstanden. Nach einem Freistoß von Nils Seufert kam Reinhold Yabo aus dem Rückraum zum Schuss, doch Pollersbeck parierte. Weil aber Julian Börner am schnellsten reagierte und den Ball nochmal zu Yabo zurücklegte, drosch der Winterneuzugang aus Salzburg nochmal aufs Tor, und dieses Mal war der Ball unhaltbar (26.).

In der zweiten Halbzeit bestimmte der HSV das Spiel, aber die DSC-Defensive stand bis auf eine Ausnahme (Stefan Ortega Moreno pariert gegen Tatsuya Ito, 86.) sicher. Die Arminen versäumten es, mit dem 3:o für absolute Ruhe zu sorgen. »Mit der zweiten Halbzeit bin ich natürlich nicht ganz zufrieden. Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Spielkontrolle gewünscht mit einem Mann mehr auf dem Platz. Ich glaube, es war ein bisschen Angst vor der eigenen Courage. Mit dem 2:0 und gegen zehn Mann hatte die Mannschaft vielleicht das Gefühl, nur noch verlieren zu können«, fand Uwe Neuhaus dann doch ein Haar in der Suppe.

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