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Mo., 18.02.2019

Nach dem 1:3 gegen Magdeburg hadern die Arminen mit sich und dem Schiedsrichter Fehler und Fehlentscheidungen

Knackpunkt im Spiel: Sascha Stegemann zeigt DSC-Kapitän Julian Börner Rot. Zuvor hatte der Schiedsrichter aber eine Abseitsstellung der Magdeburger übersehen.

Knackpunkt im Spiel: Sascha Stegemann zeigt DSC-Kapitän Julian Börner Rot. Zuvor hatte der Schiedsrichter aber eine Abseitsstellung der Magdeburger übersehen. Foto: Oliver Schwabe

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Dass jede Serie ein Ende findet, liegt in der Natur der Sache. Arminia Bielefeld erlebte am Sonntag nun ein ziemlich wuchtiges Serienende. Nach drei Siegen in Folge kassierte der DSC eine bittere 1:3 (0:2)-Pleite gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg.

Die Nullrunde nach neun Punkten in Serie war eine seltsame Mischung aus eigenen Fehlern und eklatanten Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. So kumulierte die Niederlage vor allem in einer Szene, die sich in der 31. Minute abspielte. Als letzter Mann trat Arminia Kapitän Julian Börner Magdeburgs Felix Lohkemper um – Notbremse, Rot. Den fälligen Freistoß zirkelte FCM-Verteidiger Timo Perthel zur Gästeführung ins Tor (33.). Das Problem: Bei einem Pass vor Börners Notbremse standen gleich zwei Magdeburger etwa zwei Meter im Abseits. Statt abzupfeifen ließ Schiedsrichter Sascha Stegemann das Spiel weiterlaufen – und Arminias Schicksal nahm seinen Lauf. Rot für den Kapitän, Unterzahl, Freistoß, Gegentreffer.

»Fakt ist: Es war vorher klares Abseits von beiden Spielern. Die Fehlentscheidung ärgert mich schon maßlos und liegt schwer im Magen«, betonte Uwe Neuhaus. Allerdings verschwieg der DSC-Trainer nicht, dass der ganzen Szene ein völlig fahrlässiger Ballverlust im Mittelfeld vorausging. Neuhaus: »Aus diesem Fehler resultiert auch die entscheidende Szene des Spiels.«

Arminia übernimmt in Unterzahl Regie

Die Arminen hatten also genug Gründe, sich an die eigene Nase zu fassen. Das Verhalten vor dem 2:0 der Magdeburger war ein guter Beleg dafür. Die DSC-Defensive war zu weit aufgerückt, und ein steiler Pass auf Lohkemper genügte, damit dieser auf und davon ziehen konnte, um nach diesem Konter auf 2:0 zu erhöhen (45.). Eine Minute zuvor ließ Reinhold Yabo eine der besten Bielefelder Chancen liegen, als er aus etwa 14 Metern deutlich über das Tor schoss.

Die Arminen wollten die zweite Halbzeit als zweite Chance nutzen – was beinahe gelang. Die Hausherren übernahmen in Unterzahl die Regie und setzen Magdeburg immer mehr unter Druck. Als Belohnung kam der DSC zum 1:2 durch Fabian Klos (69.). Der FCM tat sich weiter schwer, und es lag in der Bielefelder Luft, dass vielleicht doch noch mehr drin war. »Die Mannschaft hat sich absolut gewehrt. In der zweiten Halbzeit hat sie alles rausgehauen, was drin ist«, lobte Neuhaus.

Aber erneut nahm Schiedsrichter Stegemann entscheidenden Einfluss – und erneut nicht zum Vorteil für die Arminen. Nach einem klaren Foul im Mittelfeld an Manuel Prietl ertönte kein Pfiff. Das Spiel lief weiter, und Stephan Salger foulte im Strafraum Magdeburgs Michel Niemeyer. Philip Türpitz traf per Strafstoß zum 3:1 (85.) für den Klub aus Sachsen-Anhalt. »Danach hat die Mannschaft nicht mehr dran geglaubt, was normal und menschlich ist«, sagte Neuhaus.

108,3 Kilometer sind Saisonminuswert

Fehler und Fehlentscheidungen waren das eine. Die körperliche Präsenz und Kraft das andere. Nur 108,3 Kilometer legten die Arminen zurück – Saisonminuswert. Noch in Regensburg spulte das Neuhaus-Team 127,1 Kilometer ab. Angesprochen auf die Physis meinte Rechtsverteidiger Jonathan Clauss: »Der Kopf wollte, aber physisch haben wir uns heute einfach schwerer getan.« Es war also eine umfassende Mischung an Faktoren, wie auch Uwe Neuhaus zusammenfasste: »Wir haben zu viele Fehler gemacht. Plus die Entscheidungen, war dieses Spiel ganz schwer für uns zu gewinnen.«

Vor dem Anpfiff wurde in der Schüco-Arena dem verstorben Ex-Arminia-Profi Mike Schürmann gedacht. Der gebürtige Bielefelder war am 8. Februar im Alter von 46 Jahren gestorben.

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