>

Fr., 22.02.2019

Union ist seit über einem Jahr zu Hause unbesiegt – heute kommt Arminia –mit Video Ostberlins Fußball-Festung

Wenn es dunkel wird in Köpenick und an der Alten Försterei das Licht angeht, entfaltet dieses Stadion eine Magie, der sich Fußballfans nur schwer entziehen können – auch jene, deren Herz nicht für den 1. FC Union schlägt.

Wenn es dunkel wird in Köpenick und an der Alten Försterei das Licht angeht, entfaltet dieses Stadion eine Magie, der sich Fußballfans nur schwer entziehen können – auch jene, deren Herz nicht für den 1. FC Union schlägt. Foto: imago

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin«: Zwar wird auch in dieser Saison das Pokalendspiel in der Hauptstadt einmal mehr ohne Bielefelder Beteiligung stattfinden – für Arminias Anhänger ist die Hauptstadt dennoch eine Reise wert.

Seit 18 Zweitligapartien sind die Köpenicker im Stadion an der Alten Försterei schon ungeschlagen. Ein Wahnsinns-Wert, den das Team von Trainer Urs Fischer unbedingt ausbauen möchte, um den zweiten Tabellenplatz hinter Spitzenreiter Hamburg zu festigen.

»Hier ist jeder Gegner etwas eingeschüchtert«

Zufall ist die Heimstärke der Berliner nicht. Das Stadion zählt zu den stimmungsvollsten Spielstätten im deutschen Fußball. »Hier ist jeder Gegner etwas eingeschüchtert«, sagt Unions Mittelfeldakteur Grischa Prömel im Vorfeld der heutigen Partie gegenüber dem Berliner Kurier und ergänzt: »Ich spreche ja auch nach den Spielen mit Gegenspielern, die ich noch von früher kenne. Und von denen sagen viele, dass wir uns glücklich schätzen können, hier beim 1. FC Union zu spielen.«

Prömel ist seit 2017 ein Unioner. Er war mit dabei, als die Berliner zum bisher letzten Mal ein Heimspiel in den Sand setzten. Am 26. Januar 2018 gab es ein 0:1 gegen den späteren Aufsteiger Nürnberg. Lang, lang ist’s her.

Und jetzt kommt Bielefeld. »Je länger die Serie der Berliner dauert, desto wahrscheinlicher wird, dass sie irgendwann reißt«, sagt Reinhold Yabo. Arminias Offensivspieler bezeichnet es als »kleine Extra-Motivation zu wissen, dass wir die erste Mannschaft sein können, die die Unioner nach mehr als einem Jahr in deren Stadion besiegt«.

»Wir können ein Stolperstein sein«

Zwar gab der DSC beim jüng­sten 1:3 zu Hause gegen Magdeburg keine gute Figur ab. Auswärts aber hat Bielefeld einen Lauf. Zuletzt gab es in Fremde drei Siege in Serie. Yabo ist nicht zuletzt deswegen überzeugt: »Wir können ein Stolperstein sein.«

So sieht das auch Urs Fischer. Unions Coach nennt Bielefeld »eine Mannschaft, die sich etwas zutraut«. Und er hat noch mehr Lob auf Lager. Arminia überzeuge unter seinem Vorgänger Uwe Neuhaus (trainierte Union von 2007 bis 2014) »mit einer guten Mischung aus Ballbesitz und schnellem Umschaltspiel« und versuche, »immer spielerische Lösungen zu finden«. Der Schweizer sagt: »Die Bielefelder wissen, wie man auswärts bestehen kann.«

»Wir müssen auch in Berlin mutig sein«

In der Auswärtstabelle rangieren die Ostwestfalen (Platz sieben) sogar vor den Ostberlinern (Platz neun). »Wir müssen auch in Berlin mutig sein«, fordert Yabo, weder vor der fußballerischen Qualität des Gastgebers noch vor der Flutlicht-Kulisse den Kopf einzuziehen. Warum auch, Arminia hat ja häufig genug bewiesen, mit jedem Gegner mithalten zu können. Yabo: »Wir können nervig sein, aber auch gut Fußball spielen und sind darum in der Lage, auch von dort etwas mitzunehmen.«

Ein Punkt wäre beachtlich, drei wären eine Überraschung. Von den bislang acht Zweitliga-Partien in Köpenick konnte Arminia gegen »Eisern Union« keine gewinnen (fünf Pleiten, drei Remis). Uwe Neuhaus will mit seinem Team dort nun für den ersten Sieg sorgen. Für ihn ist es beinahe ein Heimspiel. Auf die Frage, ob es rund um die Alte Försterei einen Ort gebe, mit dem er ganz besondere Erinnerungen verbinde, antwortet er: »Ein besonderer Ort ist für mich das Stadion an sich.«

 

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Clauss, Behrendt, Salger, Hartherz - Yabo, Prietl, Weihrauch - Edmundsson, Klos, Voglsammer

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6409514?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F