>

Mo., 25.02.2019

Das Remis in Berlin gibt Antworten auf ein paar offene Fragen Arminia sieht jetzt klarer

Halb Fußball, halb Ringkampf: Armine Reinhold Yabo (links) packt sich den Unioner Marvin Friedrich.

Halb Fußball, halb Ringkampf: Armine Reinhold Yabo (links) packt sich den Unioner Marvin Friedrich. Foto: imago

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Dieses 1:1 am Freitagabend bei Union Berlin war genau das, was den Arminen in diesem Jahr noch gefehlt hatte: ein ganz normales Fußballspiel. Eines, das den Ostwestfalen helfen wird, das eigene Leistungsvermögen im Jahr 2019 endlich etwas seriöser einschätzen zu können.

Es war bis dahin ja immer recht turbulent zugegangen, wenn Bielefeld am Ball war. Ein Sieg in Überzahl (Hamburg), eine Niederlage in Unterzahl (Magdeburg), dazu die wilde Fahrt beim 4:3 in Dresden und nicht zu vergessen das überdeutliche 3:0 in Regensburg, das ohne weiteres auch noch in ein 3:2 oder gar 3:3 hätte münden können.

Diese Spiele und Ergebnisse hatten auch unter den Beteiligten ein paar offene Fragen hinterlassen. »Ganz klar definieren, wo wir stehen und auf welchem Level wir unterwegs sind, kann ich nicht«, hatte Reinhold Yabo im Vorfeld der Zweitligabegegnung in Berlin offen zugegeben. Nach dem 1:1 sagte der Offensivspieler dann: »Wir haben eine gute Partie hingelegt und waren auch spielerisch gut.« Arminia war dem Aufstiegsanwärter ebenbürtig – mindestens. Im zweiten Durchgang hatte der DSC sogar die besseren Möglichkeiten und war dem Sieg näher als Union, weshalb Yabo befand: »Es ist bitter, dass wir die Leistung nicht veredeln konnten. In Summe wäre auch ein Sieg drin gewesen. Hut ab, wie wir hier heute aufgetreten sind. Das Spiel gibt uns Selbstvertrauen.« Und zudem die wohl endgültige Gewissheit, gegen wirklich jeden Gegner in dieser Liga mithalten zu können.

4-3-3 gibt Sicherheit

In Berlin-Köpenick bestätigte sich, was der 27-Jährige schon vorher erkannt hatte. Dass die aktuelle DSC-Auswahl »in der Lage ist, Situationen anzunehmen. Wir haben gegen Hamburg die Überzahl ausgenutzt, wir sind in Dresden nach einem 1:3-Pausenrückstand wiedergekommen. Es zeichnet uns aus, auf Unvorhergesehenes reagieren zu können.« So wie in Berlin, wo die Union-Führung durch Joshua Mees (23. Minute) »aus heiterem Himmel« fiel, wie DSC-Trainer Uwe Neuhaus befand. Zudem wisse laut Yabo jeder im Team genau. »was wir spielen wollen«.

Ob zu Hause oder auswärts, ob gegen Unter- oder Oberklasse-Teams – Neuhaus zieht sein 4-3-3-System konsequent durch. Das gibt der Mannschaft zunehmend Sicherheit – speziell in kribbeligen Situationen. Denn auch nach dem Rückstand verlor Arminia nicht den Faden. »Wir haben das Tor gut verarbeitet und sind nicht unruhig geworden«, sagte Neuhaus. Und auch Innenverteidiger Stephan Salger befand: »In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert und sind nie hektisch geworden.«

Wie sich die Abwehrspieler und Torwart Stefan Ortega Moreno im und um den eigenen Sechzehner im Bemühen um einen geordneten Spielaufbau den Ball hin und her passten, wirkte auf das Berliner Publikum zwar zeitweise wie das konsequente Verweigern eigener Angriffe. Doch diese Strategie ging – wie schon in vielen vorherigen Spielen – auf. Union fand kein Mittel, um den DSC so richtig in Verlegenheit zu bringen.

Neuhaus wirbt um Geduld

Der Ausgleichstreffer durch Jonathan Clauss (61. Minute) gab den Gästen zusätzliches Selbstvertrauen. Für den Franzosen war es das Premierentor, seit er im August 2018 bei Arminia einen Vertrag unterschrieb und dessen Arbeitspapier im Sommer ausläuft. Für seine Leistungssteigerung im zweiten Durchgang gab es das verdiente Lob von Neuhaus. Der Zweikampf um die Rechtsverteidigerposition mit dem zuletzt pausierenden Stammspieler Cedric Brunner (Infekt) ist damit neu eröffnet.

Die schwächere erste Halbzeit seiner Mannschaft missfiel Neuhaus zwar, der 59-Jährige zeigte aber auch Verständnis. Und warb im Umfeld um Geduld. Wenn es Arminia gelingen würde, ein Topteam wie Union in dessen Stadion 90 Minuten lang zu beherrschen, »dann wären wir selbst ein Aufstiegskandidat«. Davon allerdings, so der Trainer, sei der DSC noch ein gutes Stück entfernt.

Kommentare

So ist es

Man kann Bodo 1905 nur zustimmen. Die wahnsinnigen Verpflichtungen von Herrn Arabi lähmen den Club in seiner Fortentwicklung. Der mit zweitliga untauglichen Spielern, (sowie solchen, die sich bei Armina zum Ende ihrer Karriere meist verletzt über Wasser halten) aufgeblähte Kader lässt keinen Spielraum für die Verpflichtung entwicklungsfähiger, gute Zweitligaspieler. Wenig ist eben oft mehr. Jeff Saibene hatte schon richtig erkannt, dass nur ein kleiner, aber feiner Kader erfolgreich sein kann.

Das Haar in der Suppe sind die 9 Invaliden bzw. nicht 2 Liga tauglichen Spieler. !/3 des Kaders sind von Arabi falsch besetzt und kosten viel Geld.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6418777?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F