>

Di., 05.03.2019

Doch Arminias neue Spielweise macht einige Zuschauer nervös Immer mit der Ruhe

Eins gegen eins: Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno wagt sich ins Duell mit Darmstadts Marvin Mehlem.

Eins gegen eins: Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno wagt sich ins Duell mit Darmstadts Marvin Mehlem. Foto: imago

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Uwe Neuhaus hat es geahnt. Zwei Tage vor der Partie gegen den SV Darmstadt 98 ging Arminia Bielefelds Trainer davon aus, dass die Spielweise seiner Mannschaft für Unruhe bei den Zuschauern sorgen könnte. Und so kommt es dann auch.

Neuhaus – seit Mitte Dezember im Amt – hat nicht nur das System zu einem 4-3-3 verändert und damit in kurzer Zeit beachtlichen Erfolg. Der 59-Jährige fordert zudem von seiner Mannschaft spielerische Lösungen und einen geordneten Spielaufbau. Dass Torwart Stefan Ortega Moreno den Ball beim Abschlag einfach nur nach vorne Richtung Fabian Klos (1,94 Meter) haut, ist verpönt.

»Da hört man schon noch manchmal ein Raunen, das ist auch okay«

Stattdessen schaffen die beiden Innenverteidiger – beim 1:0-Erfolg am Sonntag Julian Börner und Brian Behrendt – die ersten Anspielstationen für den Keeper. Auf Höhe von Torauslinie und Strafraumkante stehen die beiden Abwehrspieler links und rechts bereit, um angespielt werden zu können. Zudem bieten sich die Außenverteidiger an, ebenso wie die zentralen Mittelfeldspieler. Oft wird der Ball auch wieder zum Torwart zurück gespielt, dann wieder zu einem Feldspieler, und dann noch mal von vorne. Ziel des Ganzen: Den Gegner aus der Deckung zu locken, um über die so entstehenden Freiräume schnell in die Spitze zu spielen und zum Torabschluss zu kommen.

Problem des Ganzen: Ein unsauberer Pass, gutes Pressing des Gegners oder schlechte Ballannahmen beschwören Gefahren in unmittelbarer Nähe des eigenen Tores herauf. Und dadurch entsteht die besagte Unruhe auf den Rängen. »Wir haben ruhig gespielt, auch wenn sich ein paar Leute im Stadion noch an die neue Spielweise gewöhnen müssen. Da hört man schon noch manchmal ein Raunen, das ist auch okay. Aber das müssen wir als Mannschaft ausblenden. Das ist die Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen«, sagt Siegtorschütze Fabian Klos.

»Man kann es den Fans schwer recht machen«

Und Ortega Moreno ergänzt: »Man kann es den Fans schwer recht machen. Wenn man den Ball immer lang nach vorne drischt, ist auch Unruhe. Wenn wir uns durch die erste Kette durchgespielt haben, kommen wir direkt zu Torchancen. Wenn man sieht, wie wir bei der ersten Chance von ›Vogi‹ kombiniert haben: Das war schon richtig gut.«

Der Schlussmann sorgte selbst auch für ein deutliches Raunen auf den Tribünen, als er in einer Szene gleich gegen zwei Darmstädter ins Dribbling ging. Der 26-Jährige behielt die Ruhe und passte den Ball schließlich sauber zum Mitspieler. Gefahr gebannt! Neuhaus hatte am Freitag erklärt, es mache »ein Stück weit etwas aus, wenn nach einem Quer- oder Rückpass Unruhe entsteht. Aber das darf unseren Fokus nicht verrücken.« Nach dem Spiel lobte der Coach: »Der wichtige Punkt ist, dass die Unruhe nicht an die Mannschaft rankommt. Dass es so ist, können wir nicht verhindern. Aber wie die Spieler damit umgegangen sind, fand ich sehr gut und bemerkenswert.«

Das neue System

Das neue System und die damit verbundene andere Spielweise setzt die Mannschaft schon gut um. 16 Punkte aus acht Spielen unter Neuhaus sind der Schnitt eines Aufsteigers. 13 Punkte in den sechs Partien 2019 machen den DSC zur besten Zweitligamannschaft dieses Jahres. Aber: »Füße hochlegen ist nach wie vor nicht erlaubt, das ist klar«, sagt Neuhaus. Am Samstag geht es mit der Partie beim 1. FC Köln weiter.

Kommentare

»Füße hochlegen ist nach wie vor nicht erlaubt, das ist klar«

»Füße hochlegen ist nach wie vor nicht erlaubt, das ist klar«. Ab wann darf die Mannschaft die Füße hochlegen? Neuhaus' Vorgänger musste die Erfahrung machen, dass dieser Spielerkader sehr schnell mit seinen wenigen Erfolgserlebnissen sehr selbstzufrieden ist; so traue ich jedem Spieler doch noch zumindestens ein wenig Fähigkeit zur Selbstreflexion zu, die dann zur Selbsterkenntnis führt: Zweite schaff ich grad noch so hier im Kollektiv, woanders wirds schwierig mit einem neuen Vertrag zu diesen guten Bezügen, ein Bundesligaaufstieg bedeutet für mich das Profi-Aus auf der Alm. Es würde mich sehr freuen, wenn es Neuhaus gelingen sollte, die Spannung im Team hochzuhalten und von den noch zu möglichen 30 Punkten möglichst viele zu holen, die Vorjahrespunktzahl von 48 Punkten gilt es zu übertreffen!

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6449134?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F