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Sa., 16.03.2019

Vor dem Spiel am Sonntag gegen Bochum: Virus setzt Arminia zu – mit Videos Neuhaus ruft den Notstand aus

Uwe Neuhaus gehen mehr und mehr die Spieler aus. Am Sonntag gegen Bochum muss der DSC-Trainer wohl etwas improvisieren.

Uwe Neuhaus gehen mehr und mehr die Spieler aus. Am Sonntag gegen Bochum muss der DSC-Trainer wohl etwas improvisieren. Foto: dpa

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Schon dem Computer kann er richtig zusetzen. Aber wenn so ein Virus sich erst mal in einer Fußballmannschaft breit macht, wird es richtig böse. Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus nennt die Situation beim Fußball-Zweitligisten vor der Partie gegen den VfL Bochum (Sonntag, 13.30 Uhr, Schüco-Arena) »besorgniserregend«.

Die Ausfallliste beim DSC wird länger und länger. »Das hat ein Ausmaß angenommen, das bedenklich ist«, sagt Neuhaus, verspricht aber, elf einsatzfähige Akteure zusammenzutrommeln.

Der 59-Jährige hat sich die Mühe gemacht, die Zahl der Erkrankungen seit Februar zu zählen. »16 – das sind deutlich zu viele. Einige waren in diesem Zeitraum sogar zweimal krank«, sagt Neuhaus: »Dabei geht es ja nicht nur um die Krankheit an sich, sondern auch um eine Schwächung des Körpers, um weniger Training, um einen langsameren Wiederaufbau.« Er wisse, dass es einen hundertprozentigen Schutz vor einem Virus nicht gebe.

Doch der Coach verlangt, »dass wir definitiv achtsamer sein müssen«. Und zwar sowohl innerhalb der Mannschaft als auch im familiären Umfeld: »Türklinke, Toilette, Kaffeemaschine, Fernbedienung – Ansteckungsgefahr lauert überall.« Ein Großteil davon lasse sich, so Neuhaus, über regelmäßige Desinfizierung bannen.

Händeschüttelverbot

Schon im Februar hatte er der Mannschaft ein Händeschüttelverbot erteilt und einen »aufmerksameren, professionelleren, sensibleren Umgang« mit der Angelegenheit gefordert. Geholfen hat das nicht. Der Trainer: »Ich habe der Mannschaft gesagt: Wenn eine Woche lang keiner krank geworden ist, dann heben wir das Händeschüttelverbot wieder auf – aber das hat noch nicht geklappt.«

Mit den Langzeitverletzten Christopher Nöthe, Sven Schipplock, Sören Brandy, Nils Quaschner und Philipp Klewin plant Neuhaus schon eine ganze Weile nicht mehr. Nun stehe auch hinter dem Einsatz von Max Christiansen, Roberto Massimo, Manuel Prietl, Keanu Staude und Reinhold Yabo ein großes Fragezeichen. Abgesehen von Yabo, der Magen-Darm-Probleme hat, »haben alle erkrankten Spieler den gleichen Virenstamm«, berichtet Neuhaus.

2000 VfL-Fans erwartet

Übrigens: Auch beim bislang letzten DSC-Gegner 1. FC Köln macht ein Virus die Runde. »Ich weiß nicht, ob deren und unsere Spieler vielleicht alle aus derselben Flasche getrunken haben«, scherzt Neuhaus, der aus der Not eine Tugend machen will: »Vielleicht bietet diese Situation die Chance für andere Spieler unseres Kaders. Wir fahren jedenfalls nicht hochdepressiv ins Stadion und sagen: Hauptsache nicht hoch verlieren. Wir wollen das Spiel gewinnen!« Auch weil er wisse, dass »allen Bielefeldern viel daran liegt, Bochum zu besiegen«. 18.000 Besucher werden zum Westfalenderby erwartet, davon 2000 VfL-Fans.

Gut möglich, dass Tom Schütz gegen Bochum deutlich eher als geplant sein Comeback geben wird. Der Mittelfeldspieler sei nach einer längeren Pause infolge einer Wadenverletzung von Rückschlägen verschont geblieben, sagt Neuhaus: »Eigentlich wollten wir bei Tom noch die Länderspielpause abwarten. Aber wenn jetzt noch welche krank werden...«

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