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Mo., 18.03.2019

Nach der Einwechslung des Franzosen macht Arminia gegen Bochum aus einem 0:1 ein 3:1 Clauss entfacht das Feuer

Ein Schuss für das Familienalbum: Torschütze Jonathan Clauss (rechts) und Anderson Lucoqui posieren nach dem 3:1.

Ein Schuss für das Familienalbum: Torschütze Jonathan Clauss (rechts) und Anderson Lucoqui posieren nach dem 3:1. Foto: Oliver Schwabe

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Nach dem Tor zum 3:1 löste sich auch bei Uwe Neuhaus die Anspannung. Der Volltreffer von Jonathan Clauss, der das Zweitliga-Heimspiel gegen Bochum am Sonntag entschied, veranlasste Arminia Bielefelds Trainer am Seitenrand zu einem kleinen Freudentänzchen. Etwas hüftsteif sah der 59-Jährige aus. Doch ihm war anzusehen: Hier hat einer Spaß an der Arbeit.

Neuhaus wusste ja im Vorhinein nicht so ganz genau, wie das wohl laufen würde mit seiner von einem fiesen Virus heimgesuchten Mannschaft. In Reinhold Yabo und Manuel Prietl fehlten im Mittelfeld unter anderem zwei unumstrittene Stammkräfte. Doch die Idee, in Abwesenheit dieser beiden Stephan Salger im Zentrum die jungen Patrick Weihrauch und Nils Seufert an die Hand nehmen zu lassen, erwies sich als richtig. Der etatmäßige Abwehrmann Salger bot im Mittelfeld eine ansprechende Leistung. »Er war sofort da und hat ein richtig gutes Spiel gemacht«, lobte Neuhaus.

In der ersten Partie nach der nun folgenden Länderspielpause wird Neuhaus Salger dann aber wieder hinten brauchen. Denn Abwehrspieler Brian Behrendt sah gegen Bochum seine fünfte Gelbe Karte und wird in der Begegnung bei Greuther Fürth (Sonntag, 31. März) gesperrt fehlen.

Außer Yabo und Prietl hatte auch noch Keanu Staude, Max Christiansen und Roberto Massimo ein Virus erwischt. Letztgenannter hielt sich für den Notfall wenigstens auf der Bank bereit.

Duell »auf Augenhöhe«

Dort fand sich auch Florian Hartherz wieder – und zwar zum ersten Mal seit dem 4. November. Hartherz zählte zu denen, die beim vorherigen 1:5 in Köln einen schwarzen Tag erwischt hatten. Für ihn bot Neuhaus auf der Linksverteidigerposition Anderson Lucoqui auf, der sich nach ein paar Stellungsfehlern in der Startphase erheblich steigerte. Das Duell zwischen Lucoqui und Hartherz bezeichnet Neuhaus als eines »auf Augenhöhe«.

Ein solches liefern sich auf der Rechtsverteidigerposition auch Cedric Brunner und Jonathan Clauss. Brunner rechtfertigte seine Startelfnominierung am Sonntag mit einer starken Leistung. Doch als Clauss beim Stand von 0:1 in der 65. Minute eingewechselt wurde (kam für den enttäuschenden Offensivmann Joan Simun Edmundsson), war es der Franzose, der dem Spiel die Wende gab.

Arminia hatte nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit mit klaren Chancen für Cedric Brunner (3. Minute, Latte), Fabian Klos (21.) und Andreas Voglsammer (36.) später unnötigerweise den Rückstand hinnehmen müssen. VfL-Abwehrspieler Patrick Fabian bestrafte die Ostwestfalen für ihren allzu großzügigen Umgang mit den eigenen Möglichkeiten, indem er nach einer Ecke zum Bochumer 1:0 abschloss (63.). Klos fälschte den Ball noch unhaltbar für DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno ab.

Thema Abstieg erledigt?

Ein Wirkungstreffer, Arminia war kurzzeitig angeknockt. Doch dank Voglsammer (68.), Klos (78. Handelfmeter) und Clauss (79.) brauchte Bielefeld nur zwölf Minuten, um das Westfalenderby zu drehen und die eigenen Anhänger unter den 18.192 Zuschauern in Ekstase zu versetzen. »Es passierte das, worüber wir vorher gesprochen hatten: Ein Funke kann einen Flächenbrand auslösen«, sagte Neuhaus und dürfte damit ebenso den Impuls gemeint haben, der von der Hereinnahme des äußerst agilen Clauss ausging, wie auch den mutigen Fernschuss von Voglsammer, der aus 20 Metern Torentfernung ins lange Eck traf. Klos hatte einen langen Ball von Salger auf Voglsammer abgelegt. »Fabian und ich verstehen uns blind. Wenn so ein Ball kommt, bin ich immer um ihn herum – auch wenn er es, wie er selbst sagt, so gar nicht gewollt hat«, meinte Voglsammer über Klos.

Und nachdem Klos den Gastgeber dann per Elfmeter – Bochums Vitaly Janelt bekam den Ball im Strafraum unglücklich an die Hand – in Führung gebracht hatte, setzte Clauss den Schlusspunkt. Wuchtig jagte er den Ball unter das Tor-Dach. »Ich freue mich darüber sehr. Jonathan hat bewiesen, dass er auf der rechten Seite auch die offensive Position spielen kann«, frohlockte Neuhaus.

Spätestens mit der Roten Karte gegen den Bochumer Jan Gyamerah (81., Notbremse gegen Patrick Weihrauch) war der Fall dann erledigt. Ob sich mit dem Dreier auch das Thema Abstieg für den DSC bereits erledigt hat? Wohl ja. Acht Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Vorsprung auf Relegationsrang 16 elf Zähler. »Ein paar Punkte brauchen wir noch«, sagte Neuhaus, »aber die werden wir auch holen.«

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