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Do., 28.03.2019

Doch Ex-Armine Mijatovic und die Fürther Fans haben sich ausgesprochen Gegen Widerstände

Co-Trainer Andre Mijatovic (links) und sein Chef Stefan Leitl arbeiten erfolgreich am Fürther Ronhof zusammen.

Co-Trainer Andre Mijatovic (links) und sein Chef Stefan Leitl arbeiten erfolgreich am Fürther Ronhof zusammen. Foto: imago

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Als Andre Mijatovic Anfang Februar dieses Jahres bei der SpVgg Greuther Fürth seinen Dienst als Assistenzcoach antrat, wurde der Kroate sogleich von seiner Vergangenheit eingeholt.

Bei ihrem ersten Heimauftritt gegen den MSV Duisburg (9. Februar, 1:0) wurden Mijatovic (39) und der neue Cheftrainer Stefan Leitl (41), der auf den entlassenen Damir Buric (54) folgte, von den Fürther Fans mit einem Plakat begrüßt: »Gemeinsam mit Clubsau und Co-Kläger schafft man keine Identifikation!«

»Clubsau«, damit war Trainer Leitl gemeint, der als Spieler mal für eineinhalb Jahre das Trikot des ungeliebten Nachbarn 1. FC Nürnberg trug. Und »Co-Kläger«, das bezog sich auf die Vergangenheit von Mijatovic. Der ehemalige Fürther Abwehrspieler klagte 2007 dagegen, dass die Franken per einseitiger Option seinen auslaufenden Vertrag bis 2008 verlängerten. Mijatovic wollte vom damaligen Zweitligisten Fürth unbedingt zum Erstligisten Arminia Bielefeld wechseln. Am Ende ließen die Fürther ihn gegen eine Ablösezahlung des DSC schließlich ziehen.

Die Anhänger der Franken aber nahmen dem Verteidiger die Klage krumm. Und als Mijatovic nun knapp zwölf Jahre später zurückkehrte, hielten sie ihm den Spiegel vor die Nase. Zusätzlich Ausdruck verliehen sie ihrer – zumindest anfänglichen – Ablehnung gegen das neue Trainerduo in einem offenen Brief. »Gerade in sportlich angespannten Zeiten lässt sich die Neueinstellung dieses Trainerteams mit einem Pulverfass gleichsetzen. (...) Mit diesem Duo können und wollen wir uns schlichtweg nicht identifizieren!«, hieß es darin.

»Enge Kiste« gegen den Ex-Klub

Fünf Spiele und acht Punkte später haben die Wogen sich offenbar geglättet. »Wir haben Gespräche mit den Ultras geführt«, sagt Mijatovic (Vertrag bis 2020) und urteilt: »Im Moment ist alles okay.« Dass die Anhänger ihre Ablehnung derart deutlich kundgetan hatten, stellt für ihn kein Problem dar. »Wir leben in einem demokratischen Land«, betont er.

Leitl hat derweil gegenüber dem Internetportal nordbayern.de erklärt, dass »wir (Mijatovic und er) sehr wohl wissen, was Identifikation bedeutet und werden das auch leben. Wir können uns voll und ganz mit dem Kleeblatt identifizieren, sonst wären wir ja nicht gekommen.« Mit den Fans habe man, so Leitl weiter, »eine gemeinsame Basis gefunden«.

Gemeinsam wollen Profis und Publikum nun am Sonntag (13.30 Uhr) im Duell mit Mijatovics Ex-Klub Arminia, für den er drei Jahre lang in der 1. Liga spielte, die Punkte am Ronhof behalten. Der Kroate glaubt an »eine enge Kiste«. Bielefeld habe sich unter dem neuen Traingergespann Uwe Neuhaus/Peter Nemeth »stabilisiert. Und nicht nur das, die beiden haben die Spieler auch weiterentwickelt. Das sind einfach zwei Trainerfüchse«, lobt Mijatovic.

Er selbst steht dagegen noch immer am Anfang seiner Trainerlaufbahn. 2015 band sein damaliger Klub FC Ingolstadt den 64-fachen Erstligaspieler (fünf Tore für Arminia und Hertha BSC) in die Jugendarbeit ein. 2017 wurde er Co-Trainer bei den Profis. Auch in Ingolstadt, wo seine Familie lebt (Mijatovic ist Vater von drei Kindern), arbeitete der A-Lizenz-Inhaber bereits mit Leitl zusammen.

Karriere als Cheftrainer?

Im Sommer legt der Ex-Profi dann seine Fußballlehrer-Lizenzprüfung ab. Ob er dann selbst als Chefcoach arbeiten möchte? »Ich sehe das ganz entspannt. Im Moment bin ich sehr zufrieden. Mal schauen, wo die Reise hingeht.«

Arminias jüngster 5:0-Testspielsieg gegen Hannover hat Mijatovic imponiert. »Aber auch wir sind in guter Form«, betont er und verweist auf den eigenen Test gegen Ingolstadt. 4:0 gewann das Kleeblatt am Freitag gegen den Ligarivalen. Und nun also das Duell mit Bielefeld. Mijatovic: »Ich hoffe, dass wir das Spiel für uns entscheiden können.«

Ein Sieg über seinen Ex-Klub Arminia, bei dem Mijatovic »eine richtig gute Zeit« hatte, würde sicher viel dazu beitragen, weiter Stück für Stück das Vertrauen der Fürther Fans zurückzugewinnen.

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