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Fr., 05.04.2019

Der Arminia-Trainer erklärt, warum er trotzdem auf Lucoqui baut – Mit Video Neuhaus: »Manchmal will er zu viel«

Armine Anderson Lucoqui (hier im Spiel bei Holstein Kiel) hat Florian Hartherz den Stammplatz abgenommen.

Armine Anderson Lucoqui (hier im Spiel bei Holstein Kiel) hat Florian Hartherz den Stammplatz abgenommen. Foto: dpa

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Es ist wie so oft eine Frage des Blickwinkels. Während Trainer Uwe Neuhaus Anderson Lucoqui als ausgesprochen »ungeduldig« bezeichnet, sagt Arminias Linksverteidiger über sich selbst: »Wenn es um Fußball geht, bin ich eher geduldig.« Fakt ist: Lucoqui hat lange auf seine Chance warten müssen. Jetzt hat er sie bekommen. Und genutzt.

Im Sommer hatte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi Ausschau nach einem Backup für Dauerbrenner Florian Hartherz gehalten. Fündig wurde er in Düsseldorf. Beim Bundesligaaufsteiger hätte Lucoqui eher schlechte Aussichten auf Einsatzzeit gehabt.

Also entschied sich der in den Nachwuchsleistungszentren von Bayer Leverkusen, 1. FC Köln und Düsseldorf ausgebildete Jungprofi für den Wechsel nach Bielefeld.

»Mit meiner Entwicklung bin ich durchaus zufrieden«, sagt der 21-Jährige vor der Zweitligapartie heute Abend (18.30 Uhr, Schüco-Arena) gegen Erzgebirge Aue, zu der 18.000 Besucher erwartet werden (gut 120 davon aus Aue). Noch vor knapp einem Monat wäre ihm dieser Satz womöglich nicht so leicht über die Lippen gekommen.

Lucoqui will weiterhin »an jeder Schraube drehen«

Doch seit Hartherz bei der 1:5-Klatsche in Köln einen schwarzen Tag erwischte , ist der Ex-Fortune drin im Team. Und gedenkt nicht, seinen Platz ohne weiteres wieder herzugeben. Nach dem Training legt Lucoqui regelmäßig Extraschichten ein, um sein fußballerisches Portfolio »Stück für Stück zu komplettieren«, wie er sagt.

Auf die Frage, wo er Steigerungspotenzial sieht, antwortet der Armine: »Eigentlich überall.« Er sei »kein fertiger Spieler« und werde sich »nicht ausruhen, nur weil ich ein bisschen schnell bin oder zweikampfstark«. Stattdessen wolle er auch weiterhin »an jeder Schraube drehen«.

Neuhaus bezeichnet seinen Schützling als »total willig, er gibt immer Gas«. Der Trainer sagt allerdings auch: »Manchmal ist ein kleines bisschen weniger aber doch mehr. Anderson will bisweilen zu viel auf einmal. Er soll und muss ruhiger werden.«

Hartherz hat sich mit der Rolle des Herausforderers arrangiert

Neuhaus weiß, dass Einsätze den jungen Lucoqui (Vertrag bis 2021) weiterbringen. »Die braucht er unbedingt, um stabiler zu werden und sich weiter verbessern zu können. Gerade bei jungen Leuten ist es wichtig, dass sie Spielpraxis bekommen.«

Hartherz, 25, könnte nun einwerfen, dass auch etwas älteren Profis Spielpraxis nicht schaden würde. Doch mit der Rolle des Herausforderers hat er sich offenbar arrangiert.

»Florian ist verstärkt im Training in der Bringschuld. So wie es aussieht, hat er den Kampf angenommen. Er hat gut trainiert«, lobt Neuhaus und verspricht: »Wenn Florian sich im Training zeigt, dann wird er die Chance bekommen, sich auch im Spiel wieder zu zeigen.«

Nicht auf den Leistungen der vergangenen Partien ausruhen

Lucoqui ist bewusst, dass Hartherz ihm im Nacken sitzt und er sich auf seinen ordentlichen Leistungen in den vergangenen Partien nicht ausruhen kann. Gegen Aue möchte er darum nicht nur gewinnen, sondern auch weiter dazulernen. »Wenn ich mehr Erfahrungen sammle, kann ich in manchen Situationen noch abgezockter werden«, sagt Lucoqui.

Und wenn er den Stammplatz dann doch irgendwann wieder los ist? Dann gilt für Lucoqui, was auch vorher schon galt: »Dass man trotzdem geduldig bleibt und weiß, dass der andere auch gut ist und es keinen Freifahrtschein gibt.«

Aue möchte auf der Alm heute »den Frust rauslassen«

Das verloren gegangene Sachsenderby am Montag gegen Dresden wirkt beim FC Erzgebirge Aue noch nach. Vor der Partie heute in Bielefeld macht den FC das besonders gefährlich.

»Der Frust sitzt tief nach der Niederlage«, sagt Trainer Daniel Meyer: »Das kann ein ganz guter Katalysator sein, um enger zusammenzurücken und um etwas rauszuhauen, mit dem keiner rechnet.« Den Frust könne man »auf der Alm rauslassen. Wir müssen ihn nur vernünftig kanalisieren.«

1:3 unterlag Aue den Dynamos. Zuvor gab es für den Tabellen-13. ein 1:5 in Kiel. Torwart und Kapitän Martin Männel: »Wir haben die Chance, das wiedergutzumachen. Es wartet eine anspruchsvolle Aufgabe auf uns. Aber wir haben die Qualität, um in Bielefeld zu gewinnen.«

Zur Erinnerung: Beim bisher letzten Duell auf der Alm (14. April 2018) hatte Männel DSC-Stürmer Fabian Klos noch auf dem Platz zu dessen Rekordtor für Bielefeld gratuliert. Damals war es für Klos das 111. – er traf zum 2:0-Endstand.

Ob Männel ihm diesmal zur Vertragsverlängerung gratuliert? Klos unterschrieb wie berichtet am Mittwoch einen neuen Arminia-Kontrakt bis 2021.

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Brunner, Behrendt, Börner, Lucoqui - Yabo, Prietl, Weihrauch - Clauss, Klos, Voglsammer

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