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So., 14.04.2019

1:1 – Eine starke Halbzeit reicht DSC auf St. Pauli nicht zum Sieg Arminia wuchert mit Chancen

St. Paulis Florian Carstens (links) und Bielefelds Fabian Klos kämpfen um den Ball.

St. Paulis Florian Carstens (links) und Bielefelds Fabian Klos kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Von Sebastian Bauer

Hamburg (WB). Einen Punkt hat Arminia Bielefeld beim FC St. Pauli mitgenommen. Aufgrund einer überragenden ersten Halbzeit und jeder Menge Großchancen wäre für den DSC statt des 1:1 (0:1) aber mehr drin gewesen.

Die Arminen hatten Bock auf den Hexenkessel Millerntorstadion – das hatte im Vofeld jeder Gesprächspartner betont. Den besonderen Reiz machte obendrauf die mögliche Rolle als Spielverderber aus. Mit ihrem neuen Trainer Jos Luhukay wollte St. Pauli den Abstand zu den Aufstiegsplätzen verringern, was der DSC zu verhindern versuchte. Die Voraussetzungen für ein spannendes Duell waren auch dank der Rahmenbedingungen gegeben: Im Hintergrund Volksfest und Kirmes »Hamburger Dom«, gut 100 Meter Luftlinie weiter Zweitligafußball in einem der stimmungsvollsten Stadien der Liga.

Arminen deutlich engagierter

So angespornt übernahmen die Bielefelder auch gleich den Job als Stimmungskiller . Gut vier Minuten waren gespielt, als St. Paulis YiYoung Park Arminias Andreas Voglsammer foult. Glück für die Gäste: Obwohl das Foul knapp vor der Strafraumlinie passierte, entschied Referee Sascha Stegemann auf Strafstoß. Fabian Klos (5.) verwandelte eiskalt und versetzte den Hamburger Hoffnungen gleich einen herben Dämpfer. Für Arminias Rekordtorjäger war es der 14. Saisontreffer und der 16. Scorerpunkt im Jahr 2019. Fünf Minuten später fehlte nicht viel zum 2:0. Einen hohen Ball nahm Jonathan Clauss an der Strafraumgrenze volley, aber Paulis Schlussmann Robin Himmelmann bekam noch die Hände dazwischen.

Die Arminen, für die es im Saisonendspurt nach dem so gut wie sicheren Klassenerhalt eigentlich um nichts mehr geht, machten am Millerntor den deutlich engagierteren Eindruck. Was in Szenen wie der in der 21. Minute endete: Klos bedient Clauss in der Strafraummitte, doch der Schuss des Franzosen wurde geblockt.

Viel Ballbesitz

Zur Freude von Uwe Neuhaus spulte seine Mannschaft genau das ab, was sich der DSC-Trainer vorstellt: viel Ballbesitz. mutige Aktionen und wenig lange Bälle. Beispielhaft war ein Angriff über mehr als 20 Bielefelder Stationen. Am Ende legte erneut Klos quer, doch wieder war Himmelmann bei einem Versuch von Voglsammer zur Stelle. (25.) Und Pauli? Ein Schuss von Buchtmann in die Armine von Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno war die erste nennenswerte Offensivaktion (27.).

Aufgrund der Dauerbelagerung des Hamburger Tores war das größte Bielefelder Manko die mangelnde Chancenverwertung. Zwölfmal schoss der DSC allein in der ersten Halbzeits aufs Tor, was Saisonrekord bedeutete.

Eines der ungeschriebenen Gesetzte des Fußball lautet aber auch: Wer seine Chancen nicht nutzt wird früher oder später bestraft. Arminia ereilte dieses Schicksal direkt nach Wiederanpfiff. Mit ihrem ersten sehenswerten Angriff des Tages glichen die Hausherren durch Ryo Miyaichi, der per Kopf traf, aus (48.). St. Pauli war nun wieder voll da, was Mannschaft und Stadion betraf.

Über mangelnden Unterhaltungswert konnte sich also keiner der 29.546 Zuschauer, darunter 2900 aus Bielefeld, beklagen – selbst wenn im zweiten Durchgang Torraumszenen fehlten. Auffällig: Das Fußball spielen stellten die Gäste mit zunehmender Spielzeit immer mehr ein. Das wiederum machte den FC St. Pauli stärker. So hatte Miyaichi das 2:1 auf dem Fuß, aber Ortega Moreno parierte (77.).

Arminia überstand aber auch den Hamburger Druck in der Schlussphase und musste sich schließlich trotz einer starken ersten Halbzeit mit einem Punkt zufrieden geben.

Statistik

FC St. Pauli: Himmelmann - Y.-Y. Park, Carstens, Hoogma, Dudziak - Flum, Buchtmann - Miyaichi (87. Becker), Allagui (75. Lankford), Möller Daehli (46. Knoll) - Meier

Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner, Behrendt, Börner, Hartherz (68. Lucoqui) - Prietl - Clauss (85. Staude), Yabo (79. Seufert), Weihrauch, Voglsammer - Klos

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel) - Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Klos (5./Foulelfmeter), 1:1 Miyaichi (48.)

Gelbe Karten: Y.-Y. Park (1), Buchtmann (7), Carstens (4) / Voglsammer (4), Behrendt (6), Weihrauch (1)

Kommentare

Und schon traurig...

...ein Beutelipper und ein Bündnis müssen erkennen,das qualitativ Stillstand im Verein herrscht.Die Trottel haben 9 Spiele hergeschenkt und machen genauso weiter in Pauli.Ich bin ja ketzerisch und vermute schon die Verschwörung gegen Neuhaus....oder ist es doch mein publiziertes Qualitätsdefizit innerhalb der Arabi Mannschaft...aber die Printe hat immer Recht,kenn ich irgendwo her.

Viel Licht, etwas Schatten

Die wohl beste erste Halbzeit des DSC in dieser Saison. Dass es zur Pause nicht 3:0 stand, war auch dem Unvermögen einiger Akteure geschuldet. Der Ausgleich nach der Pause zudem Folge eines groben Stellungsfehlers von Hartherz. Sei es drum. Ein Punkt am Millerntor ist nicht selbstverständlich. Dass Staude den Siegtreffer versemmelte, verwunderte dagegen nicht. Er hat im Kader eines Zweitligisten nichts mehr zu suchen.

Wieder einmal

2 Punkte gegen Fürth liegen gelassen,heute wieder 2.Die Mannschaft sehnt das Saisonende herbei und hat Null Ambitionen mehr.Man begnügt sich damit nicht mehr absteigen zu können,nur noch theoretisch.Die Prämie für einen Punkt scheint kaum kleiner zu sein als für drei.Nicht verletzen scheint oberste Priorität schließlich stehen die Ferien bevor.Finden wir uns also damit ab das wir die nächsten Spiele emotionsloses gekicke sehen.Gegen PB
wird man nochmal Gas geben wegen dem Prestige.Das war's.Dabei wäre aufgrund der schwächelnden Konkurrenz oben durchaus nochmal was drin gewesen.An die 9 sieglosen Spiele der Hinrunde will ich gar nicht denken und daran das Teile der Mannschaft höhere Ziele/Möglichkeiten bewusst verspielt haben und die Fans verarscht wurden.

Qualität...

Pinocchio wird es nie lernen.... vermutlich der kleinste Spieler bei Pauli erzielt das Kopfballtor.Einfach unfassbar dieses Abwehrverhalten...Aber in der nächsten Woche ist diese Stadt ja eine einzige Baustelle,die größte spielt bei Arminia und nennt sich Abwehr....

4 Kommentare

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