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Sa., 27.04.2019

DSC-Coach Neuhaus fühlt mit Klubs wie Duisburg – aber nicht zu sehr – mit Video Neuhaus: »Das ist brutal«

Uwe Neuhaus hat mit Arminia 24 Punkte aus 14 Spielen geholt und den DSC aus dem Tabellenkeller geführt.

Uwe Neuhaus hat mit Arminia 24 Punkte aus 14 Spielen geholt und den DSC aus dem Tabellenkeller geführt. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Der MSV Duisburg kämpft ums Überleben in der 2. Liga, ein Abstieg könnte verheerende Folgen haben. Vor dem Spiel beim MSV am Montag (20.30 Uhr) ist Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus deshalb froh, nur noch ganz theoretisch Sorgen um den Klassenerhalt haben zu müssen. »Ich brauche das nicht, definitiv nicht«, sagt Neuhaus zum Existenzkampf.

Der 59-Jährige hat als Spieler wie auch als Trainer schon mehrfach gegen einen Abstieg gekämpft – meist mit Erfolg, aber auch mal ohne. Weil er die Situation kennt, in der jetzt auch die Duisburger stecken, sagt der DSC-Coach: »Im Abstiegskampf kann man nichts als normal in Anspruch nehmen.

Jede Trainingseinheit steht unter einem besonderen Aspekt. Man muss immer wieder ein Gleichgewicht finden zwischen Kritik, die das Selbstvertrauen noch mal herunterschraubt und Spaß, denn ohne funktioniert gar nichts. Arbeiten mit Spaß ist effektiver und bringt einen eher ans Ziel.« Sein Abstiegskampf-Fazit: »Das ist schon brutal von der Beanspruchung, und die Anspannung bei den Spielen ist auch extrem.«

Arminia hat etwas gutzumachen

Für den MSV sei das Spiel am Montag gegen den DSC »die letzte Chance, mit einem Dreier wieder in die Spur zu kommen«. Bei einer Niederlage wäre die Hoffnung auf eine Rettung minimal. Und für die Zulassung für die 3. Liga bräuchten die Duisburger wohl etwa drei Millionen Euro frisches Geld. Ansonsten droht der Sturz in die Regional- oder sogar Oberliga.

Aus diesem Grund freundlich die drei Punkte an der Wedau zu lassen, kommt für die Arminen natürlich trotzdem nicht in Frage. Sie haben selbst etwas gutzumachen. »Duisburg muss es selber in die Hand nehmen. Ich hoffe, dass wir nichts dazu beitragen«, sagt Neuhaus.

»Da kann ich im Nachhinein die Pfiffe verstehen«

Am Ostersonntag, bei der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt, hatten die Bielefelder eine Menge dazu beigetragen, dass der Gegner die Punkte mitnehmen konnte. Direkt nach dem Spiel hatte Neuhaus betont, er könne seiner Mannschaft »kämpferisch und läuferisch keinen Vorwurf machen. Es lag nicht daran, dass wir nicht wollten.« Das klang am Freitag schon ein wenig anders. »In der zweiten Halbzeit kam ein Spiel zustande, das wirklich grauenhaft war. Ohne Torchancen, ohne Esprit. Da kann ich im Nachhinein die Pfiffe verstehen. Man hatte nicht das Gefühl, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die mit aller Gewalt will«, äußert der DSC-Trainer.

Wiedergutmachung ist also das Stichwort, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen wollen sich die Arminen ihren 1200 mitreisenden Fans am Montag besser präsentieren als gegen Ingolstadt. Zum anderen sind die beiden Spiele gegen den MSV aus dem Herbst noch präsent. Ende Oktober ein 0:3 zuhause im Pokal, vier Wochen später ein 0:1 in der Liga. »Ich habe schon vernommen, dass es viele Spieler immer noch wurmt«, berichtet Neuhaus. Dass mit Andreas Voglsammer, Manuel Prietl und Florian Hartherz drei Profis eine Gelbsperre für das Paderborn-Spiel droht, ist dem Coach dagegen egal: »Die Mannschaft, von der ich überzeugt bin, dass sie das Spiel gewinnen kann, wird auflaufen. Ich richte mich nicht danach, gegen wen wir als übernächstes spielen.«

MSV-Coach Lieberknecht geht vom Klassenerhalt aus

Torsten Lieberknecht ist davon überzeugt, dass der Tabellenletzte MSV Duisburg im Abstiegskampf bestehen kann. »Ich bin komplett angstfrei nach Duisburg gekommen. Ich gehe davon aus, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden«, sagte Lieberknecht am Freitag. Er hatte den MSV im Oktober auf Platz 18 übernommen und steht vier Runden vor dem Saisonabschluss unter Druck.

»Die Sicht auf den Relegationsplatz ist da. Die Hausaufgaben, die man selbst bewerkstelligen muss, sind die wichtigsten«, meinte Lieberknecht. Vor der Partie gegen Arminia hat Lieberknecht personelle Sorgen. Ob Abwehrspieler Lukas Fröde und Angreifer John Verhoek, die Sprunggelenkprobleme haben, einsatzfähig sind, soll kurzfristig entschieden werden. Offensivspieler Cauly Oliveira Souza fehlte im Training wegen eines Infekts.

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