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Mo., 29.04.2019

Mittelfeldspieler Prietl macht die »Drecksarbeit« – am Montag in Duisburg – mit Video Arminias Mann fürs Grobe

Zweikämpfe, Balleroberungen, Laufarbeit: Das sind die Stärken von DSC-Mittelfeldspieler Manuel Prietl (links).

Zweikämpfe, Balleroberungen, Laufarbeit: Das sind die Stärken von DSC-Mittelfeldspieler Manuel Prietl (links). Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Einmal Duisburg und zurück – und dann noch ein paar Kilometer mehr: Diese Strecke ist Arminia Bielefelds Mittelfeldmotor Manuel Prietl in seinen bisher 29 Saisonspielen bereits gelaufen. Am Montag (20.30 Uhr), wenn der DSC beim MSV antritt, wird der Österreicher wieder zu den laufstärksten Spielern auf dem Platz gehören.

Seine zurückgelegten 353,14 Kilometer (im Schnitt 12,2 pro Spiel) sind der Ligabestwert, da kann kein anderer Zweitligaprofi mithalten. Seine Laufstärke ist ein entscheidender Faktor für ein anderes, manchmal spielentscheidendes Detail: Prietl luchst seinen Gegnern viele Bälle ab. »Er ist prädestiniert für die Laufarbeit, eigentlich auch für die Drecksarbeit. Balleroberungen sind seine absolute Stärke. Fast allen Gegnern ist er läuferisch überlegen«, lobt DSC-Trainer Uwe Neuhaus seinen Mann fürs Grobe.

Anderes System

Seit dem Trainerwechsel von Jeff Saibene zu Neuhaus Mitte Dezember agieren die Bielefelder in einem anderen System. In Saibenes bevorzugtem 4-4-2 gab es zwei Sechser, unter Neuhaus im 4-3-3 ist Prietl im defensiven Mittelfeld alleine hinter zwei Achtern. Kein Problem für den 27-Jährigen: »Meine Rolle gefällt mir sehr gut. In erster Linie muss ich meinen Jungs vor mir den Rücken freihalten.«

Hinzu kommt, dass der Rechtsfuß im Spielaufbau oft tief einrückt und sich die Bälle abholt. »Er muss auch zum Spielaufbau beitragen, da macht er sich viele Gedanken. Er ist sehr lernbegierig. Er macht es nicht perfekt, aber ist auf einem guten Weg«, sagt Neuhaus und ergänzt noch ein Lob: »Ich finde, dass er schon einen Schritt nach vorne gemacht hat.«

Schritt nach vorne

Einen Schritt nach vorne wollen die Arminen auch in Duisburg machen. Aus den vergangenen beiden Ligaspielen holte der DSC nur einen Punkt ( 1:1 auf St. Paul i, 1:3 gegen Ingolstadt ). Die Heimpleite gegen den FCI stieß auch Arminias Trainer und den Spielern sauer auf. »Mein erstes Gefühl, dass ich nicht nur enttäuscht, sondern auch sauer war über die Art und Weise, hat sich in der Nachbetrachtung verstärkt. Wie wir verteidigt haben und die Tore kriegen, war einfach schlecht. So können wir in kein Spiel reingehen«, kritisiert Neuhaus. Prietl fordert, beim MSV müsse man »ein anderes Gesicht zeigen«. Im Gegensatz zu Neuhaus war der Österreicher auch schon bei den beiden Niederlagen gegen Duisburg im Herbst 2018 ein Armine. 0:3 im Pokal, 0:1 in der Liga – »wir haben etwas gutzumachen«, sagt Prietl mit Blick auf die beiden Heimpleiten und vor der Revanche heute. Der MSV erwartet 13.000 Zuschauer, aus Bielefeld werden 1200 Fans dabei sein.

Dass der Gastgeber Tabellenletzter ist, soll die Arminen nicht zu Nachlässigkeiten verleiten. »Wenn man in dieser Liga irgendeinen unterschätzt, macht man einen Fehler. Der Grad ist so schmal. Die werden um ihr Leben rennen«, erwartet Prietl einen hoch motivierten Kontrahenten. Er selbst wird wieder für die »Drecksarbeit« zuständig sein, ohne Rücksicht auf Verluste. Ihm droht die fünfte Gelbe Karte und damit eine Sperre für den Kracher am Freitag gegen Paderborn. Prietl sieht es pragmatisch: »Wenn es passiert, passiert es. Ich versuche es natürlich so zu gestalten, dass ich ohne Gelbe Karte auskomme.«

So könnte Arminia spielen : Ortega Moreno - Brunner, Behrendt, Börner, Lucoqui - Prietl - Yabo, Weihrauch - Clauss, Klos, Voglsammer

Der MSV muss seine letzte Chance nutzen

Für den MSV Duisburg wird die Partie gegen Arminia das nächste Abstiegsendspiel. Da die Konkurrenten alle siegten, ist der Druck noch größer geworden. »Wir müssen das Spiel gegen Bielefeld gewinnen – das ist unabhängig von den anderen Ergebnissen«, hatte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht vorher gesagt. Weil Aue (36 Punkte) gestern gegen Bochum gewann, ist Platz 15 (Sandhausen, 34) für Duisburg (24) nur noch möglich, falls heute ein Sieg gelingt. Bei einem Unentschieden betrüge der Rückstand drei Spiele vor Schluss neun Punkte, dazu kommt das aktuell um 19 Treffer schlechtere Torverhältnis gegenüber dem SVS.

Bei einem Abstieg müsste Duisburg um die Zulassung für die 3. Liga bangen. Es sollen etwa drei Millionen Euro frisches Geld nötig sein.

 

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