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Mo., 29.04.2019

DSC spielt 2:2 in Duisburg – ohne Rotsünder Behrendt ins OWL-Derby gegen Paderborn Arminia macht die 40 voll

Notbremse: Brian Behrendt hat Stanislav Iljutcenko regelwidrig gestoppt und sieht dann die Rote Karte.

Notbremse: Brian Behrendt hat Stanislav Iljutcenko regelwidrig gestoppt und sieht dann die Rote Karte. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Duisburg (WB). Arminia Bielefeld hat sich für die schwache Leistung im jüngsten Heimspiel gegen Ingolstadt (1:3) teil-rehabilitiert. Am Abend holte der DSC beim Zweitliga-Schlusslicht MSV Duisburg ein 2:2 und musste dabei 23 Minuten lang mit einem Mann weniger auskommen.

Für die Arminen war es der ersehnte 40. Punkt der Spielzeit.

Wie erwartet büßte Florian Hartherz nach seinem schwachen Auftritt beim Ingolstadt-Spiel seinen Startplatz ein. An seiner Stelle verteidigte Anderson Lucoqui auf der linken Seite. DSC-Trainer Uwe Neuhaus griff aber noch härter durch. Er setzte auch Winterzugang Reinhold Yabo zunächst auf die Reservebank und gab im Mittelfeld Nils Seufert den Vorzug.

Feuerwerk der Bielefelder Fans

Die mehr als 1000 Arminia-Anhänger begrüßten ihr Team an der Wedau mit einem Feuerwerk. Wegen des Abbrennens pyrotechnischen Materials zogen dichte Rauchschwaden durch die mäßig gefüllte Schauinsland-Reisen-Arena (13.340 Besucher). Klar, dass nach dieser Aktion der Bielefelder Fans eine saftige Geldstrafe auf den DSC zukommen wird.

Doch nach wenigen Minuten war bei allen Bielefeldern die Aufregung um das Feuerwerk auch schon wieder verraucht. Denn nach einem blitzschnellen Angriff über die rechte Seite legte Fabian Klos den Ball von der Grundlinie nach innen, wo Sturmpartner Andreas Voglsammer aus sechs Metern vollendete (7. Minute).

Voglsammers Tor ein Stimmungskiller

»Wir haben definitiv etwas wiedergutzumachen«, hatte Mittelfeldmotor Manuel Prietl vor der Partie betont. Die Pleite gegen Ingolstadt hatte die Arminen gewurmt. »Außerdem«, so Prietl weiter, »haben wir gegen Duisburg in dieser Saison schon zweimal verloren, da wollen wir dieses Spiel unbedingt gewinnen.« In der Liga hatte es in der Hinrunde ein 0:1 gegeben, im DFB-Pokal-Zweitrundenspiel sogar ein 0:3.

Voglsammers Tor war ein echter Stimmungskiller. Die MSV-Fans brauchten ein paar Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. Denn nun war klar: Um sich noch eine reelle Chance auf den Klassenverbleib zu bewahren, bedurfte es zweier Treffer des Tabellenletzten. Erst als Stanislav Iljutcenko eine Vorarbeit von Moritz Stoppelkamp zum Ausgleichstor nutzte (20.), verstummten auf den Rängen die Unmutsbekundungen gegen das eigene Team.

Chancen zum 2:0

Die Arminen, denen ungeahnt große Räume gestattet wurden, hatten es zuvor verpasst, mit dem 2:0 womöglich eine frühe Vorentscheidung zu erzwingen. So hatte Jonathan Clauss den zweiten Gästetreffer auf dem Fuß, der Franzose traf in der 17. Minute aber nur den Pfosten.

Ab Mitte des ersten Abschnitts verflachte die bis dahin insbesondere von den Gästen überaus flott geführte Partie ein wenig. Bielefeld blieb zwar spielbestimmend, häufig gerieten das letzte Zuspiel oder der Abschluss aber zu ungenau. Klos probierte es aus der Distanz, verzog aber knapp (27.). Eine Minute später zwang auf der andere Seite Enis Hajri DSC-Schlussmann Stefan Ortega Moreno zu einer Glanzparade (28.).

Rot für Behrendt

Duisburg agierte im Angesicht des drohenden Abstiegs im zweiten Abschnitt mutiger, Arminia aber ging erneut in Führung. Nach einem Foul von Dustin Bomheuer an Fabian Klos entschied Schiedsrichter Michael Bacher (Amerang) auf Strafstoß. Voglsammer verwandelte glücklich, MSV-Keeper Felix Wiedwald hatte die Hände am Ball (61.). In der Folge halfen die Gäste den Platzherren zurück aufs Pferd. Seufert unterlief ein folgenschwerer Fehlpass. Denn nach der folgenden Notbremse gegen Iljutcenko sah Brian Behrendt zurecht Rot. Den fälligen Freistoß verwandelte Kevin Wolze zum 2:2 (68.). Behrendt fehlt den Bielefeldern damit Freitag gegen Aufstiegsaspirant SC Paderborn.

Jetzt war Stimmung in der Bude, Duisburg witterte die Chance zur Wende. Doch das Team von Trainer Torsten Lieberknecht kämpfte vergeblich um den Sieg.

Statistik

Duisburg : Wiedwald - Hajri, Bomheuer, Nauber (80. Engin), Wolze - Schnellhardt - Oliveira Souza (46. Albutat), H. Nielsen, Stoppelkamp - Taschtschi (61. Gyau), Iljutcenko

Bielefeld : Ortega - Brunner (64. Yabo), Behrendt, Börner, Lucoqui - Prietl - Seufert (69. Salger), Weihrauch (69. Pieper) - Clauss, Klos, Voglsammer

Schiedsrichter : Michael Bacher (Amerang)

Zuschauer : 13340

Tore : 0:1 Voglsammer (7.), 1:1 Iljutcenko (20.), 1:2 Voglsammer (61./Foulelfmeter), 2:2 Wolze (68.)

Gelbe Karten : Stoppelkamp (4), Nauber (6), Bomheuer (4), Wiegel (9), Wolze (10) / Brunner (7), Lucoqui (3), Yabo (1), Clauss (3)

Rote Karten : - / Behrendt (67./Notbremse)

Kommentare

Arabi ersetzenden

Ärgert euch lieber nicht. So lange Arabi bei
Arminia tätig ist, werden die 40 Pkt unser
Ziel bleiben. Wer die Verträge von Klos und
Börner verlängert, kann nicht einen höheren
Tabellenplatz anstreben. Wer so viel unnützes
Geld in Trainer u massenweise untaugliche Spieler
Investiert oder besser verpulvert, ist ungeeignet.

Das Abwehrtrauma

Arminia hat bekanntermaße ein Abwehrproblem. Ich weiß nicht wie Pieper sich entwickeln wird, aber was Börner, Behrend, Salger und Co. hinten abliefern, reicht niemals für das 1. Tabellendrittel der 2. Liga. Nun gut, wenn man nicht mehr als Mittelmaß will, macht man mit diesem Personal weiter. Die Zuschauer erwarten allerdings etwas anderes. Was ist nur mit Yabo los ? Schwerfällig, durchsetzungsschwach, zudem mit einigen Fehlpässen. Offensichtlich hat er gravierende Trainingsrückständeund ein paar Kilo zu viel . Auch Nils Seufert stagniert auffällig. Ich hatte gehofft, er würde sich zu einem kreativen Kopf entwickeln. Stattdessen spielt er mutlos und ohne Ideen. Ich bin wirklich mal gespannt, wie die Personalplanung für die neue Saison aussieht. Große Hoffnung habe ich allerdings nicht.

Nicht viel besser

Gegen den Absteiger Nummer 1 in dieser Saison in drei Spielen (incl. Pokal) nicht einen einzigen Sieg eingefahren. Und gestern gegen zunächst erstaunlich körperlos verteidigende Duisburger nach dem schön heraus gespielten 1:0 nicht konsequent nachgesetzt. Stattdessen ihn wieder stark gemacht. Ortegas Abwehr fällt dem Gegner vor die Füße vor dem Ausgleich. Und beim 2:2? Was war denn da mit der Mauer los? Hat die jemand gestellt oder geht es da nach dem Zufallsprinzip?
Lucoqui hat sich in manchen Szenen als zu wenig abgezockt erwiesen. Yabos taktisches Foul plus gelb wegen Geschwindigkeitsdefizit kurz nach der Einwechslung. Wenigstens bleibt einem Behrendt gegen Paderborn erspart, aber da ist ja noch Börner.
Es bleibt viel Arbeit für Neuhaus an diesem Personal, aber immerhin die 40 Punkte hat man, die es in deisem Jahr wohl gar nicht braucht. Glückwunsch!

3 Kommentare

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