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Do., 20.06.2019

Arminia startet mit Vorbereitung: Trainer will für mehr Flexibilität am System feilen – Kapitäns-Entscheidung fällt später – mit Video Neuhaus will Neues wagen

Uwe Neuhaus sieht genau hin, während seine Mannschaft sich warm macht.

Uwe Neuhaus sieht genau hin, während seine Mannschaft sich warm macht. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Völlig entspannt wirkte der braungebrannte Uwe Neuhaus, als er seine Profis am Donnerstag zur ersten Einheit der neuen Saison bat. Von seiner eigenen, »maximale Erholung« in der Sommerpause berichtete der Trainer. Ein Zustand, den die Spieler von Arminia Bielefeld in den kommenden Wochen eher selten erleben werden.

Mit zwei Einheiten um 10 und 15 Uhr startete der DSC seine Vorbereitung auf die Saison 2019/20, die mit dem ersten Spieltag Ende Juli beginnen wird. Schon am Morgen waren viele gekommen, um die neue Arminia unter die Lupe zu nehmen. Doch viel Neues bekamen die gut 250 Fans nicht zu sehen. Nur Fabian Kunze, der erst am Mittwoch vom SV Rödinghausen zum DSC gewechselt war , schwitzte mit den altbekannten Arminen. Torwart Ágoston Kiss (18) steigt wegen einer Abiturprüfung erst am Freitag ein und der dritte Neue, Offensivspieler Cebio Soukou (26), ist mit Benin beim Afrika-Cup. Mit dieser spärlichen Übersicht an Neuzugängen musste Neuhaus notgedrungen leben: »Der Optimalfall wäre gewesen, dass alle Positionen so besetzt sind, wie wir uns das wünschen. Aber die Vergangenenheit hat gezeigt, dass es mehr oder weniger normal ist, dass noch nicht alle dabei sind. Der Prozess wird immer komplizierter.«

Kapitäns-Wahl

In der Vorbereitung steht beim DSC nach dem Weggang von Julian Börner auch die Wahl eines neuen Kapitäns und Mannschaftsrats an. »Den Kapitän bestimme ich, der Mannschaftsrat wird gewählt. Das passiert vermutlich in der letzten Phase der Vorbereitung«, sagt Trainer Uwe Neuhaus. Kandidat Nummer eins als Kapitän ist Rekordtorjäger Fabian Klos, der dieses Amt bereits mehrere Jahre inne hatte und in der vergangenen Saison Börners Stellvertreter war.

Vor allem der Transfer mit höchster Priorität lässt noch ein wenig auf sich warten. Denn nach dem Abgang von Julian Börner zu Sheffield Wednesday suchen die Arminen dringend nach einem neuen Innenverteidiger. »Man wünscht sich, dass man schnell fündig und einig wird, aber das ist im Moment noch nicht der Fall«, berichtet der DSC-Trainer – gutes Personal fürs Abwehrzentrum ist eben gefragt, was den Suchprozess nicht gerade erleichtert.

Abgesehen vom Personal möchte Neuhaus in der Vorbereitung überhaupt mal Neues wagen. Etwa in Sachen System. »Wir werden der Mannschaft auch das eine oder andere Neue vermitteln, wie etwa ein alternatives System«, erläuterte der Trainer. Das bislang praktizierte 4-3-3 soll damit um taktische Optionen erweitert werden, wie Neuhaus sagt: »Man braucht eine gewisse Flexibilität im Laufe der Saison, auch um mal überraschen zu können, wenn es nicht so rund läuft. Ich habe ein bisschen was im Kopf, aber nichts dramatisch Neues. Etwas, das zur Mannschaft passt.«

Bevor es am Donnerstag auf den Platz ging, stimmte der Coach sein Team in einer kurzen Ansprache auf die kommenden Wochen und die neue Saison ein. »Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir im Laufe der Vorbereitung noch einige Dinge bearbeiten müssen. Dazu gehört auch irgendwann das Saisonziel, aber dafür müsste der Kader fast komplett sein«, berichtet der Coach. Überhaupt tut sich der 59-Jährige schwer damit, ein Saisonziel anhand eines Tabellenplatzes zu formulieren. Doch wohin könnte der Weg des DSC nach Platz vier in der Saison 2017/18 und Platz sieben in der gerade abgelaufenen führen? »Ich will es nicht vom Platz abhängig machen. Die Saison wird recht kompliziert. Wir haben wieder ein anspruchsvolles Teilnehmerfeld mit guten Vereinen aus der 1. Liga. Mein Ziel ist es, die Mannschaft weiter zu verbessern. Das muss der Maßstab sein. Welcher Platz dann rauskommt: Davon bin ich noch ganz weit weg, daran zu denken. Das beeinflusst mein Handeln nicht. Ich muss versuchen, die Jungs fit zu kriegen, dass sie als Mannschaft funktionieren«, betonte Uwe Neuhaus.

Brunners Comeback rückt näher

Zum Zuschauen waren Sven Schipplock, Nils Quaschner und Cedric Brunner gezwungen. Alle drei Profis befinden sich aktuell im Aufbautraining, wobei weder bei Schipplock noch Quaschner ein genauer Termin zur Rückkehr absehbar ist. Anders sieht es bei Brunner aus. Bei einem Zusammenprall im Derby gegen den SC Paderborn hatte sich der Schweizer eine Gehirnerschütterung und eine Schultereckgelenksprengung zugezogen, die operiert werden musste. Der Rechtsverteidiger wird innerhalb der nächsten zehn Tage im Training zurück erwartet. Wegen einer Unterleibsverletzung fehlte beim Auftakt auch Stürmer Prince Osei Owusu.

Nicht dabei waren ebenfalls Cerruti Siya (20) und Semir Ucar (20). Beiden hat der Verein nahegelegt, sich einen neuen Klub zu suchen, weshalb die Spieler vorläufig vom Training freigestellt worden sind. Mit auf dem Platz stand Nikolai Rehnen, der in der vergangenen Saison an Drittligaabsteiger Fortuna Köln ausgeliehen war. »Wir suchen nach einer Leih-Möglichkeit für Nikolai Rehnen. Noch ist aber nichts konkret«, erklärte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi.

 

 

 

 

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