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Sa., 22.06.2019

DSC-Trainer Neuhaus will in der Vorbereitung besonders an der taktischen Flexibilität arbeiten Auf neuen Wegen

Arminias Trainer Uwe Neuhaus (Mitte) und seine Mannschaft haben die Arbeit wieder aufgenommen.

Arminias Trainer Uwe Neuhaus (Mitte) und seine Mannschaft haben die Arbeit wieder aufgenommen. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Das erste halbe Jahr unter Uwe Neuhaus war vom gegenseitigen Kennenlernen geprägt. Ebenso von der Etablierung des 4-3-3-Systems, das Arminia Bielefelds Trainer bevorzugt. Nun, mit dem Start der Vorbereitung und dem fortgeschrittenen Kennenlernprozess, will der 59-Jährige auch Neues wagen.

Dass sein Team lernfähig für sportliche und taktische Änderungen ist, hat es im Laufe der zweiten Saisonhälfte bewiesen. Mit Neuhaus holte der DSC 34 Punkte in 18 Spielen – und sicherte sich damit Rang zwei in der Rückrundentabelle. Beste Voraussetzungen also für Neuhaus’ Vorhaben: »Wir werden der Mannschaft das eine oder andere Neue vermitteln. Vielleicht auch mal ein alternatives System. Und sicher Abläufe, die wir uns als Grundlage geschaffen haben, noch einmal erweitern.«

Für Arminias Trainer haben Entwicklung und Fortschritt grundsätzlich höchste Priorität – noch vor der Platzierung am Ende einer Saison. »Mein Ziel ist es immer, die Mannschaft weiter zu verbessern. Das muss der Maßstab sein. Welcher Platz dann rauskommt: Davon bin ich noch ganz weit weg, daran zu denken«, betont Neuhaus. Überhaupt verbiete es sich, schon über genaue Saisonziele zu sprechen, wenn der Kader noch nicht komplett sei. Denn zum Start war lediglich Mittelfeldspieler Fabian Kunze (21) dabei, der vom Regionalligisten SV Rödinghausen zum DSC wechselte. Der neue Torwart Ágoston Kiss wird am Wochenende in Bielefeld erwartet (siehe Kasten). Länger warten müssen die Arminen auf Offensivspieler Cebio Soukou (26, kommt von Hansa Rostock), der mit der Nationalmannschaft Benins beim Afrika-Cup im Einsatz ist.

Völlig offen ist die Wartezeit dagegen beim priorisierten Transfer eines neuen Innenverteidigers – dem Ersatz für den nach England gewechselten Julian Börner. Neuhaus: »Man wünscht sich, dass man schnell fündig und einig wird, aber das ist im Moment noch nicht der Fall.«

Unabhängig davon wollen die Arminen die Vorbereitung nutzen, um sich für die kommende Saison stärker und vor allem unberechenbarer aufzustellen. Neuhaus hat da schon einiges im Kopf, was er selbst aber als »nichts dramatisch Neues« bezeichnet: »Man braucht eine gewisse Flexibilität im Laufe der Saison, auch um mal überraschen zu können, wenn es nicht so rund läuft.« Hinzu kommt das Feilen am weitestgehend Verinnerlichten. Auch hier sieht der Coach seine Mannschaft noch längst nicht am Ende der Entwicklung: »Ich glaube, dass die Mannschaft schon viel umgesetzt hat, viel gut gemacht hat. Wir konnten trotzdem in vielen Spielen sehen, dass es noch nicht total in Fleisch und Blut übergegangen ist. Unter dem Strich bin ich aber sehr zufrieden.«

Diese Sichtweise hat der Trainer dem Team auch in einer kurzen Ansprache vor der ersten Trainingseinheit mitgeteilt. Neben Konditions- und Grundlagenarbeit wird bei den Arminen in den kommenden Wochen also auch jede Menge Kopfarbeit gefragt sein, um neue Impulse auf dem Platz umsetzen zu können. Dass da einiges auf das Team zukommen wird, macht Uwe Neuhaus klar: »Der Weg ist das Ziel. Und diesen Weg konsequent zu gehen, das verlange ich von meiner Mannschaft.«

Für Neuzugang Fabian Kunze fällt der Lernprozess aktuell noch etwas umfangreicher aus. »Ich werde es auf mich zukommen lassen. Ich möchte mich über das Training an das Niveau gewöhnen«, sagt der 21-Jährige. Im Gespräch mit dem gebürtigen Bielefelder spürt man bei ihm deutlich die Freude darüber, dass der Wechsel vom SV Rödinghausen zur Arminia geklappt hat. Denn den talentierten Mittelfeldspieler hatten die DSC-Verantwortlichen schon länger im Auge. »Es ist schon ein Traum, hier zu spielen. Für mich war klar, dass ich diese Möglichkeit nutzen wollte, von der 4. in die 2. Liga zu springen«

Uwe Neuhaus ist jedenfalls überzeugt, dass seinem neuen Schützling dieser Sprung gelingen wird: »Ich traue es ihm ohne Weiteres zu. Er hat ein breites Fundament in seiner Vita vorzuweisen. Als Abräumer vor der Abwehr ist er richtig souverän. Jetzt muss man sehen, wie schnell er adaptiert.«

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