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Di., 09.07.2019

Neue Regeln beeinflussen auch das Torwartspiel Was sich für die Arminen ändert

DSC-Torhüter Stefan Ortega Moreno studiert mit seinen Teamkollegen im Training die neue Passregel ein.

DSC-Torhüter Stefan Ortega Moreno studiert mit seinen Teamkollegen im Training die neue Passregel ein. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Scheffau (WB). Es gibt so einige neue Regeln, die sich das International Football Association Board (Ifab) ausgedacht hat. Zum Beispiel wurde jetzt eine Modifizierung der Handspielregel beschlossen, bei Auswechslungen muss der ausgewechselte Spieler nun das Spielfeld an der nächstmöglichen Linie verlassen und noch einiges mehr.

Arminia Bielefelds Torhüter Stefan Ortega Moreno spricht über einige Neuerungen, die auch ihn und seine Mannschaft besonders betreffen. Beim Abstoß und beim Freistoß im eigenen Strafraum ist es erlaubt, dass der Mitspieler den vom Torhüter gespielten Ball im Sechzehner annimmt. Bisher musste der Ball den Strafraum verlassen. Gegenspieler dürfen erst angreifen, sobald der Ball gespielt wurde. »Es wird sich zeigen, wie sich die gegnerischen Mannschaften darauf einstellen. Wir sind hier dabei, uns ein paar Ideen auszudenken, wie wir es lösen, wenn uns die Gegner in verschiedenen Varianten anlaufen. Es wird spannend zu sehen sein, wie die anderen Mannschaften das annehmen. Ob es zwingend notwendig war, die Regel zu ändern, lasse ich mal dahingestellt«, sagt die Nummer 1 des DSC.

Arminia spielt, seit Uwe Neuhaus Trainer ist, nur noch ganz selten lange Bälle, Ortega Moreno ist extrem in die Spieleröffnung eingebunden. Da gab es in der abgelaufenen Saison auch schon mal das eine oder andere Raunen im Stadion. »Das ist aber mit der Zeit weniger geworden, weil die Zuschauer gemerkt haben, dass wir mit diesem Spielstil ordentlich gepunktet haben. Wir haben schöne Tore herausgespielt und eine Dominanz auf den Platz gebracht, die uns viel Selbstvertrauen gegeben hat. Deswegen ist es nur richtig, dass wir daran festhalten. Also mir macht es jedenfalls Spaß.«

»Auf einem sehr ordentlichen Weg«

Beim 4:0 im Test gegen Jablonec fiel das zweite Tor durch Andreas Voglsammer genau in diesem Stil. »Da ging es bei mir hinten los, wir haben uns bis nach vorne mit flachen Pässen durchgespielt. Dann kam die Flanke, und Vogi hat wunderbar abgeschlossen«, erklärt Ortega Moreno und ergänzt: »Das Gute ist aber, dass wir uns nicht immer auf Teufel komm raus irgendwie rausspielen müssen. Gegen Jablonec haben wir das erste Tor erzielt, nachdem Brian (Behrendt) einen langen Ball auf Klosi (Fabian Klos) spielte, der den Ball für Keanu (Staude) ablegte. Ich glaube, dass es für die Gegner schwierig ist, weil wir beides gut können. Wir haben vorne die Zielspieler für lange Bälle und hinten inzwischen die nötige Ruhe, um gut rauszuspielen.«

Die Auswirkungen für die Gegner beschreibt Ortega Moreno so: »Für den Gegner ist es schwer zu gucken, was man gegen uns macht: Riskiert man, ins Pressing zu gehen, öffnen sich bei ihnen hinten die Türen. Oder sie warten ab und lassen uns dadurch mehr Raum zum Spielen. Wir sind da auf einem sehr ordentlichen Weg.«

Wer die Linie zu früh verlässt, sieht Gelb

Eine andere Regeländerung findet beim DSC-Stammkeeper nicht viel Gegenliebe. Bei Strafstößen müssen die Torhüter nur noch mit einem Fuß auf der Torlinie stehen, nicht mehr mit beiden. Verstöße wurden am Anfang der Frauen-WM streng geahndet. Wer die Linie zu früh verließ, sah die Gelbe Karte. »Das finde ich ein bisschen albern. Das ist komplett wahnsinnig, weil man als Torwart in seinem Bewegungsablauf eben dabei ist, einen Schritt nach vorne zu machen, um soviel Raum wie möglich zu gewinnen, wenn man in eine Ecke hechtet. So ist die Chance für uns Torhüter, einen Elfmeter zu halten, noch kleiner.«

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