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Do., 18.07.2019

Laut Studie der FU Berlin führt Spinat zu deutlich höherem Kraftzuwachs Spinat bald auf der Dopingliste?

Leistungssteigerung wie bei Comic-Figur Popeye? Noch ist es den Fußballern nicht verboten, Spinat zu essen. Doch das könnte sich ändern.

Leistungssteigerung wie bei Comic-Figur Popeye? Noch ist es den Fußballern nicht verboten, Spinat zu essen. Doch das könnte sich ändern. Foto: dpa

Bielefeld (WB/jen/dpa). Bei Arminia Bielefeld rollte am Mittwoch nicht nur der Ball. Neben zwei Trainingseinheiten standen eine Videoanalyse und die so genannte Dopingbelehrung auf dem Programm. 

DSC-Mannschaftsarzt Dr. Tim Niedergassel teilte den Spielern die neuesten Bestimmungen mit: Was darf noch gegessen und getrunken werden, welche Medikamente sollten besser nicht ohne Absprache eingenommen werden.

Noch nicht verboten ist es den Fußballern, Spinat zu essen. Doch das könnte sich ändern. Laut einer Studie von Forschern der Freien Universität (FU) Berlin führt die Substanz Ecdysteron, die in Spinat enthalten ist, zu einem deutlich höheren Kraftzuwachs und einer Leistungssteigerung. Deshalb hat die Professorin Maria Parr vom Institut für Pharmazie der FU Berlin der internationalen Anti-Doping-Agentur (WADA) empfohlen, Ecdysteron auf die Dopingliste zu setzen. Eine Entscheidung steht noch aus.

DSC-Training am Mittwoch

Cebio Soukou weilt noch im Urlaub und fehlte deshalb. Ebenfalls nicht mit der Mannschaft trainierten Cedric Brunner, Patrick Weihrauch (übten beide individuell), Sven Schipplock und Nils Quaschner (Aufbautraining).

Doping mit Spinat: WADA unterstützt Studie zum Nachweis

Erstmals ist eine Leistungssteigerung durch eine in Spinat enthaltene Substanz in Verbindung mit Training nachgewiesen worden. Unterstützt von der Welt-Anti-Doping-Agentur ist dafür eine Humanstudie an der Freien Universität Berlin durchgeführt worden, teilten die ARD-Radio-Recherche Sport und Arte am Dienstag mit.

Für die Studie wurde Sportlern während eines zehnwöchigen Krafttrainings die in der Spinatpflanze enthaltene Substanz Ecdysteron verabreicht. Dabei wurde ein dreimal so hoher Kraftzuwachs im Vergleich zur Placebo-Gruppe festgestellt. «Unsere Hypothese war, dass wir eine Leistungssteigerung sehen, aber dass die so groß sein würde, das hatten wir nicht erwartet», wird Maria Parr, Professorin am Institut für Pharmazie der FU Berlin, zitiert. Sie hat deshalb der WADA empfohlen, Ecdysteron auf die Liste der verbotenen Mittel zu setzen.

Hintergrund der Studie waren Hinweise, dass Ecdysteron im russischen Sport eingesetzt wird. Zudem kamen in den vergangenen Jahren Nahrungsergänzungsmittel mit Ecdysteron auf den Markt, die mit positiven Effekten auf die sportliche Leistung werben. Neben Kraftsteigerung und mehr Muskelmasse versprechen die Mittel auch weniger Müdigkeit und eine leichtere Erholung während des Trainings.

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