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Mo., 05.08.2019

Der DSC verfehlt das erste Zwischenziel – Mit Nilsson im Pokal? Es gibt Redebedarf

Selbstverschuldet: Nach dem Bochumer Anschlusstor per Elfmeter geraten die Arminen ins Schwimmen.

Selbstverschuldet: Nach dem Bochumer Anschlusstor per Elfmeter geraten die Arminen ins Schwimmen. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Wenige Tage vor dem ersten Spiel gegen den FC St. Pauli hatte Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus erklärt, in welchem Fall er den Saisonstart als gelungen bezeichnen würde.

»Ein gelungener Auftakt ist für mich, in der Meisterschaft mit vier bis sechs Punkten zu starten sowie die erste Runde des DFB-Pokals zu überstehen«, sagte Neuhaus. Das erste Ziel wurde verfehlt. Aus den beiden Ligaspielen gegen St. Pauli (1:1) und beim VfL Bochum holte der DSC zwei Punkte. »Ja, es sind zu wenig Punkte. Aber eigentlich ist es auch egal. Wir brauchen jetzt nicht abzurechnen.

Für mich ist die Art und Weise wichtig«, äußerte Neuhaus am Freitagabend nach dem verrückten 3:3 (0:0) in Bochum.

»Fahrlässig und dämlich«

Und die Art und Weise »war bis kurz nach dem 2:0 absolut okay. Es ist eigentlich keine Mannschaft, die dazu neigt zu zittern, wenn sie vorne liegt. Da hätte ich mir mehr Souveränität gewünscht, weil wir ja noch führten«, erklärte der Coach. Doch weil seine Arminen sich »fahrlässig und dämlich« anstellten, wie Torwart Stefan Ortega Moreno kritisierte , wurde aus einer komfortablen 2:0-Führung ein 2:3-Rückstand. Immerhin gelang, wie schon gegen St. Pauli, noch der späte Ausgleich. Aber: »Wenn man 2:0 führt, ist ein Punkt wie eine Niederlage«, konstatierte Innenverteidiger Brian Behrendt.

Auch der Abwehrchef hatte nicht für Souveränität sorgen können, die Defensive geriet im strömenden Regen ins Schwimmen. Ortega Moreno übte Kritik an der Einstellung. Tenor: Das eigene Tor zu verteidigen müsse genauso wichtig sein wie Treffer zu erzielen. »Nach so einem Spiel drei Tore leichtfertig herschenken: Jeder weiß, dass es so nicht geht. Wir müssen darüber reden«, forderte der Keeper, der starke Paraden zeigte.

Samir Arabi: Anspruch muss sein, es besser zu machen

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi erklärte, es sei nun ein weiterer Entwicklungsschritt, souveräner zu agieren: »Ich will nichts schön reden, aber in den ersten beiden Spielen war auch nicht alles schlecht. Trotzdem gilt: Wenn wir uns auf unsere Qualität besinnen, muss es unser Anspruch sein, es besser zu machen und bei einem verunsicherten Gegner als Sieger vom Platz zu gehen.«

Neuhaus nannte es »total unnötig«, wie sein Team die sichere Führung herschenkte. »Wir hätten nicht so aus dem Rhythmus kommen dürfen und hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. In den entscheidenden Momenten muss man einfach cleverer sein.« Ihm habe auch nicht gefallen, dass Struktur im Spiel gefehlt habe. Aber er »würde einen Fehler machen, wenn ich jetzt alles und jeden in Frage stelle«.

Änderungen in der Startaufstellung sind denkbar

Gut möglich, dass es am kommenden Samstag, im DFB-Pokal beim Regionalligisten Viktoria Berlin, Änderungen in der Startelf gibt. Die Partie könnte sich anbieten, um zum Beispiel Joakim Nilsson zu bringen. Der Schwede war am 11. Juli für etwa 450.000 Euro verpflichtet worden, damit war die Lücke nach dem Abgang von Julian Börner gefüllt. Doch bisher kam Nilsson nicht zum Einsatz, mit dem Innenverteidiger-Duo Behrendt/Salger kassierte der DSC vier Gegentore in den ersten beiden Spielen.

»Joakim brauchte Zeit, um sich zu integrieren, um die Abläufe kennenzulernen. Er ist einen Tag nach der Geburt seines Sohnes zu uns gekommen, es war eine stressige Zeit für ihn«, erklärte Samir Arabi. Doch seit Donnerstag sind Nilssons Freundin und der Sohn in Bielefeld. Arabi geht davon aus, dass der 25-Jährige »jetzt in den Rhythmus kommt«. Das Pokalspiel könnte dabei helfen.

Arminia aktuell

Klos zieht gleich

Fabian Klos hat am Freitag mit dem zwischenzeitlichen 2:0 für den DSC in Bochum sein 59. Zweitligator im Arminia-Trikot erzielt. Damit ist der 31-Jährige in der vereinsinternen Rangliste mit dem bisher alleinigen Spitzenreiter Norbert Eilenfeldt gleichgezogen. Schon am 17. August gegen Aue könnte sich Klos alleine an die Spitze setzen.

Owusu nicht dabei

Prince Osei Owusu gehörte in Bochum – wie schon gegen St. Pauli – nicht zum 20er-Kader der Arminen. Bekanntlich würde der DSC einem erneuten Leihgeschäft zustimmen. Der Stürmer (Vertrag bis 30. Juni 2021) war in der Rückrunde der Vorsaison an Drittligist 1860 München ausgeliehen. Die Löwen haben auch jetzt wieder Interesse.

Sheffield siegt mit Börner

Julian Börner ist mit Sheffield Wednesday ein Saisonstart nach Maß gelungen. Der Innenverteidiger, der im Sommer vom DSC Arminia nach England wechselte, siegte mit dem Zweitligisten 3:1 (1:0) beim FC Reading. »Ich bin total happy«, sagte Börner, der durchspielen durfte.

 

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